Hobbychronist Hilmer Meyer stellt am 6. November ein weiteres Buch über Groß Mackenstedt und Heiligenrode vor

Das Wissen für die Nachwelt erhalten

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Eine alte Postkarte mit der Ansicht von „Hildebrand’s Gasthof“ in Heiligenrode.

Heiligenrode - Von Andreas Hapke. „Viele Leute haben zwei Weltkriege und die Inflation erlebt. Sie hatten andere Sorgen, als Geschichten weiterzuerzählen“, sagt Hobbychronist Hilmer Meyer. Deswegen hat er sich dieser Aufgabe verschrieben und ein weiteres Buch verfasst. Es trägt den Titel „Groß Mackenstedt und Heiligenrode – ein geschichtlicher Rundgang mit alten und neuen Ansichten“. Am Donnerstag, 6. November, stellt es der 88-Jährige im Rathaus vor. Der Eintritt ist frei.

Hilmer Meyer befasst sich seit Jahrzehnten mit seiner Heimat, insbesondere mit Heiligenrode und Groß Mackenstedt. Er hat schon mehrere Bücher verfasst, darunter „825 Jahre Heiligenrode“ im Jahr 2007.

Danach habe er weitere alte Ansichtskarten und Fotos erworben. Doch vor allem zwei Nachlässe hätten ihn dazu bewegt, noch einmal die wechselhafte Vergangenheit der beiden Ortsteile zu beleuchten. Zum einen sind ihm 400 Bauzeichnungen der ehemaligen Zimmerei Johann Müller in die Hände gefallen. 250 dieser Skizzen beziehen sich auf Heiligenrode und Groß Mackenstedt. Zehn Tagebücher, das älteste von 1886, zählten ebenfalls zu dem „Vermächtnis“. Zum anderen hat er von einer Frau A. Schröder umfangreiche und seltene Unterlagen über die Auswanderung eines gewissen Alfke Heinrich Sagemühl im Jahr 1868 in die USA erhalten. „Zwei Monate hat die Reise von Heiligenrode nach New York gedauert“, berichtet Meyer.

Drei Jahre habe er an dem Buch gearbeitet, erzählt der Groß Mackenstedter. Seine Recherchen förderten selbst für ihn Überraschendes zutage, etwa dass es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Privatschule in Heiligenrode gegeben haben muss. Meyer war auf zwölf Haushefte seines Großvaters Dietrich Hake gestoßen, seines Zeichens ehemaliger Gemeindevorsteher. Fächer wie Geografie und Französisch seien nicht an der Volksschule unterrichtet worden, habe er sich gewundert. Sein Freund und Hobbychronist Wilhelm Gerke aus Fahrenhorst habe von der Existenz der Privatschule gewusst. „Da haben wir uns sehr gut ergänzt“, sagt Meyer.

Neu war für ihn auch, dass der Klosterwald im Jahr 1902 verkauft und abgeholzt werden sollte. Ein Protestschreiben des Gemeindevorstehers Hake an die zuständige königliche Domänenkammer Hannover verhinderte dies. Schon damals habe der Klosterwald eine große Bedeutung für die Naherholung gehabt. „An Sonntagen kamen 400 bis 600 Tagesgäste in den Ort, überwiegend aus Bremen“, sagt Meyer. 250 Kurgäste hätten Heiligenrode jährlich aufgesucht.

Das großformatige Buch ist in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienen. Herausgeberin ist die Gemeinde, als Sponsoren treten die Kreissparkasse (KSK) und der Heimatverein Heiligenrode auf. Das Werk umfasst 276 Seiten. Zwei Drittel davon sind laut Hilmer der Gegenüberstellung von alten und neuen Ansichten gewidmet. Der Leser erfährt vom kargen und arbeitsreichen Leben der Dorfbewohner, die mit Abgaben und Dienstleistungen viel zur Unterhaltung des ehemaligen Klosters beigetragen haben. Die Fotos nehmen den Betrachter mit auf eine Zeitreise, die im Ortskern Groß Mackenstedt beginnt und über den Steller See, die Harpstedter Straße und „Zur Malsch“ in den Ortskern Heiligenrode führt. Die Beschreibung der Dörfer endet im Jahr 1930, da die Zeit danach bereits in mehreren Büchern thematisiert wurde. Das älteste Dokument ist ein Kreditvertrag und stammt aus dem Jahr 1701.

„Die geschichtlichen Zusammenhänge sollen verdeutlicht, das angesammelte Wissen für die heutige und kommende Generation nicht verloren gehen“, nennt Meyer das Ziel seiner Arbeit. Ein weiteres Buch traut er sich nicht mehr zu. Wohl aber würde er künftigen Autoren mit Rat und Tat zur Seite stehen.

• „Groß Mackenstedt und Heiligenrode – ein geschichtlicher Rundgang mit alten und neuen Ansichten“ kostet 18 Euro und ist ab 7. November im Bürgerbüro, in den KSK-Filialen in Heiligenrode und Groß Mackenstedt sowie bei Klösterli und in der Apotheke in Heiligenrode erhältlich.

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