Stuhrer Firma HM Anlagentechnik stellt Erfindung vor 

Weniger Müll dank aufgeschlitzter Kaffeekapseln

Thorben Wilkens (links, Entwickler), Richard Berends (Mitte, HM Anlagentechnik) und Harald Meyer (rechts, Meyer Gruppe) präsentierten den Kapselschlitzer. Lothar Wimmelmeier (2.v.l., Wirtschaftsförderer) und Bürgermeister Niels Thomsen waren gespannt. - Foto: Ehlers

Brinkum - Von Katharina Schmidt. Unzählige Kaffeekapseln wandern jährlich direkt von der Produktionsanlage in den Müll. Sind sie nicht exakt befüllt oder undicht, müssen sie die Hersteller aussortieren. Die Kosten für die Beseitigung läppern sich – ganz zu schweigen von der Lebensmittelverschwendung. Die Brinkumer Firma HM Anlagentechnik hat eine Lösung für das Problem entwickelt: den Kapselschlitzer.

Der Kapselschlitzer mit dem offiziellen Produktnamen HM-B-Cut ist eine Maschine, die die fehlerhaften Kaffeebehälter aufschneidet. Sie trennt die Verpackung von dem Pulver – und Letzteres kann neu verpackt und verkauft werden. „So eine Maschine gab es bisher noch nicht“, verkündete der erst 24 Jahre alte Entwickler Thorben Wilkens gestern bei einer Vorstellung der Neuheit. Wilkens hat die Vision des Unternehmens als Projekt für seine Masterarbeit – der Dötlinger hat an der Universität Wilhelmshaven studiert – zur Vollendung gebracht. Von der ersten Idee bis zum fertigen Schlitzapparat vergingen etwa zwei Jahre.

Zur Funktionsweise des Kapselschlitzers: Über ein Förderband werden die Kaffeekapseln in eine Sortiereinheit transportiert, die sie ausrichtet. Dann geht die Reise weiter in ein Schneidewerk. Dieses schlitzt die Kapseln auf. Der so wiedergewonnene Kaffee kann pneumatisch abgesaugt und zurück zu der Abfüllung der Einwegprodukte geführt werden.

Die Maschine spaltet 200 Kapseln pro Minute auf. Für genug Nachschub dürfte in den Hallen großer Kaffeelieferanten stets gesorgt sein. Moderne Anlagen befüllen laut Richard Berends, geschäftsführender Gesellschafter bei HM Anlagenbau, rund 1400 Kapseln pro Minute – 24 Stunden am Tag. Rund acht Prozent davon seien fehlerhaft und würden aussortiert. Für die Hersteller entstünden dadurch enorme Kosten. Durch die Maschine kann der Kaffee laut Berends in den fehlerhaften Kapseln zu mehr als 98 Prozent wieder aufgearbeitet werden, sodass er doch noch in der Tasse des Verbrauchers landet.

Der erste HM-B-Cut ist bereits verkauft und wird Ende Mai montiert. Eine zweite Anlage produziert das Unternehmen derzeit. Gespräche mit weiteren potenziellen Abnehmern verlaufen laut Berends vielversprechend.

HM Anlagentechnik hat gute Kontakte: Die Stuhrer Firma bietet schon länger unterschiedliche Anlagen für die Kaffeeindustrie an. Sie arbeitet dabei mit namhaften Größen wie Tchibo, Dallmayr oder Markus Kaffee zusammen. Die Vorstellung des Kapselschlitzers auf einem internationalen Kongress könnte den Bekanntheitsgrad von HM Anlagentechnik bald erweitern.

Der Betrieb hat Patent auf die innovative Maschine angemeldet.

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