Arbeiterwohlfahrt

Hermann Rendigs blickt auf seine Zeit als Awo-Vorsitzender im Ortsverein Stuhr

Hermann Rendigs.
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Gartenblick: Hermann Rendigs in seinem Haus in Stuhr-Heiligenrode.

Tagesausflüge will der 86-jährige und ehemalige Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Stuhr auch weiterhin für die Awo organisieren. Den Vorsitz hingegen überlässt er einer jüngeren Generation. Seit 25 Jahren ist Stuhr langjähriger und ehemaliger Gemeindedirektor in der Awo. Im Gespräch blickt er nun zurück.

Stuhr – Rund 30 Jahre lang ist Hermann Rendigs Gemeindedirektor der Verwaltung in Stuhr gewesen – bis zu seinem 65. Lebensjahr. In den vergangenen fünf Jahre war er zudem Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Gemeinde. Im November hat er den Posten abgegeben und sich nicht erneut aufstellen lassen. Rendigs macht damit Platz für einen Generationen-Wechsel an der Awo-Spitze und blickt im Gespräch mit der Kreiszeitung auf seine Zeit als Vorsitzender zurück.

Awo-Fahrten will der rüstige Senior aber weiterhin für die Wohlfahrtsorganisation veranstalten, nur eben nicht allein, wie er sagt. Vor rund 25 Jahren trat Rendigs in die Awo ein. „Damals zahlte ich einfach Beiträge und sonst nichts“, erinnert er sich.

Erst auf einer Feier wurde es ernster, und auf einer anschließenden Versammlung wählten die Delegierten Rendigs zum Revisor (Kassenprüfer) des Awo-Ortsvereins Stuhr, wo er manch unbequeme Frage stellte. Außerdem: „Wir haben immer tolle Weihnachtsfeiern gemacht und Programme, die über Essen und Trinken hinausgehen“, schwärt Rendigs.

Der Sozialdemokrat und internationale Künstlerfreund Hermann Rendigs ist in Bremen geboren, hat dort ein duales Studium absolviert, war Bremer Senatsbeamter, kandidierte für den Diepholzer Kreistag und wohnt seit mehr als 30 Jahren in Heiligenrode.

Als im Jahr 2015 der damalige Awo-Vorsitzender starb, wollte niemand so recht die Aufgabe übernehmen, sagt Rendigs. Wie sollte es weitergehen? Es sei eine Wahl anberaumt worden mit Kandidaten, die nach seinem Bedauern, „nichts mit dem Verein zu tun hatten und die Menschen hier nicht kannten“.

2017 warf der damalige Vorsitzende dann das Handtuch. Hermann Rendigs, zu der Zeit Stellvertreter, wurde über Nacht zum ersten Vorsitzenden. Zu seinen Aufgaben zählte auch das Organisieren von Ausflügen und Fahrten. Die habe er zum Teil aus Beiträgen finanzieren können, damit die Fahrten „einigermaßen bezahlbar“ bleiben konnten.

Sein Wohnhaus, das mit unterschiedlichen Kunstwerken ausgestattet ist, bietet Rendigs in einem Anbau mit Rundum-Gartenblick Momente der Ruhe vor dem Trubel. In der Vergangenheit diente das Rendigs-Haus sogar internationalen Gästen als Unterkunft bei ihrem Besuch in der Gemeinde Stuhr – vor allem aber nicht nur Gäste aus der Partnerschaft Sigulda (Lettland). „Mein Interesse war es, Sprachen und Länder richtig kennenzulernen“, sagt Rendigs.

Auch die deutsch-französische Freundschaft liegt Rendigs noch immer am Herzen, für die er sich zeitlebens engagierte. Er spricht fließend Französisch wie Plattdeutsch. Bei seinem Haus spricht er sogar von einem Kunstwerk. Seine Frau ist Bildhauerin. Sie habe Akzente gesetzt wie beispielsweise Skulpturen vor dem Haupteingang.

Hermann Rendigs Lebenswerk ist derweil das Stricken von Schaffen von Freundschaften mit Stuhrer Partnerstädten gewesen. „Ich war stets sehr interessiert daran, die Gemeinde international zu öffnen“, sagt er. „Die Städtepartnerschaft ist der Verdienst vieler Meschen und mein Lebenswerk.“

Für die Zukunft der Städtepartnerschaft werde es aus Rendigs Sicht schwieriger, die gewachsenen Verbindungen zu halten. Das liege nicht nur an der Corona-Pandemie, die den persönlichen Austausch nahezu unmöglich macht.

Mit touristischen Besuchen junger Leute allein sei es auch nicht getan. Man müsse bereit sein, sein Haus für Fremde zu öffnen, neugierig sein, sich auf andere Kulturen einzulassen und die Sprachen zu lernen, so Rendigs. Denn: „Sprache ist auch Kultur.“ Eine Pauschalreise reiche da nicht aus.

Um die neuen Vorsitzenden der Awo in Stuhr macht sich Rendigs dagegen weniger Sorgen. Der neue Awo-Vorsitzende Christian Böschen (43) und Stellvertreter Sebastian Koch (23) seien jungen Leute mit neuen Ideen, um den Verein zu verjüngen. „Ich gehöre zu der Generation, die den Altersdurchschnitt der Awo bestimmt“, so Rendigs. Altersbedingt sank die Mitgliederschaft in den vergangenen Jahren von 120 auf rund 90.

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