Unermüdlicher Hermann Josef Meyer

Seit 24 Jahren für die Schulen in Moordeich und Varrel aktiv

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Hermann Josef Meyer sitzt seit 24 Jahren dem Förderverein der Schulen in Moordeich und Varrel vor. In der Zeit haben sich viele Ordner voller Rechnungen, Protokolle und Co. angesammelt.

Stuhr - Von Katharina Schmidt. Wer immer nur Rechnungen im Briefkasten findet, holt in der Regel nicht gerne die Post. Bei Hermann Josef Meyer aus Moordeich ist das anders. Er lächelt, wenn er erzählt, dass sich bei ihm zu Hause 25 Ordner voller – natürlich beglichener – Forderungen aneinanderreihen. Denn er redet nicht von seinem privaten Papierkram, sondern von dem des Fördervereins der Schulen in Moordeich und Varrel. Da bedeutet jede Rechnung eine Investition für die Schüler.

Meyer ist Vorsitzender des Fördervereins – und das bereits seit dessen Gründung im Juni 1993. Seine zwei Söhne und seine Tochter gehen schon lange nicht mehr zur Schule. Sie arbeiten, stehen kurz vor dem Bachelor, schreiben ihre Doktorarbeit.

„Es ist ganz wichtig, dass Kinder gewisse Freiheiten haben und sich entwickeln können“, sagt Meyer. Seine Worte beziehen sich nicht nur auf seine Kinder. Jeder sollte so optimal lernen können wie möglich, findet er – und engagiert sich deshalb auch nach 24 Jahren noch gerne im Förderverein: „Mit Kindern zu arbeiten, ist das Nonplusultra.“

Der Verein ermöglicht Anschaffungen, für die sonst kein Geld übrig ist. Mal sind es Bücher, mal Kunstkalender, Bastelmaterialien, Bälle, Hockeyschläger, ein Schul-Intranet oder eine Kletterwand. Zudem bietet er Vorträge für Eltern an oder unterstützt Projekte wie Aktionstage mit den Landfrauen. „Wir haben selten einen Wunsch ablehnen müssen“, erzählt Meyer. Wenn er redet, ist ihm die Begeisterung für die Schulen und ihre Schüler deutlich anzumerken.

Insgesamt 170.000 Euro Unterstützung

In all den Jahren hat der Förderverein die Schulen mit fast 170.000 Euro unterstützt. Er bestreitet seine Aktivitäten aus Spenden und den Beiträgen seiner Mitglieder. „Ich hätte am liebsten alle Eltern im Fördererverein“, meint Meyer. Immerhin komme das Geld allen Schülern zugute.

Derzeit zählt der gemeinnützige Verein 420 Mitglieder, Tendenz leicht steigend. Zum Vergleich: Grob überschlagen besuchen die Lise-Meitner-Schule (KGS Moordeich), die Grundschule Varrel sowie die Grundschule Moordeich zusammen 1 500 Jungen und Mädchen.

Diese schauen heutzutage oft nicht mehr auf Tafeln, sondern auf digitale Pendants, sogenannte White Boards. Bei Referaten können sie sich – dank des Fördervereins – häufig an Rednerpulten festhalten. Laut Meyer ein großer Vorteil. „Ich musste früher noch frei vor der Klasse stehen“, blickt er zurück.

„Dauerurlaub“ ohne Langeweile

Der Vorsitzende ist in Papenburg geboren und hat sein Technikum in Emden gemacht. Anschließend fing er bei Atlas Elektronik in Bremen an. Dabei handelt es sich um eine Firma, die sich auf Systeme für Über- und Unterwasser Seestreitkräfte spezialisiert hat. Meyer war im Bereich der Schiffsradargeräte tätig und wechselte dann zum Logistik-Management. Mittlerweile ist er Rentner – oder wie er augenzwinkernd sagt „Dauerurlauber“.

Langweilig wird dem 68-Jährigen nicht. Er ist Abteilungsleiter der Tischtennissparte des TV Stuhr, fährt Sportboot, angelt – und erledigt, was als Vorsitzender des Fördervereins eben anfällt. Das reicht von Spendensammeln bis zu Gesprächen mit Lehrern.

Außer Meyer sind drei weitere Personen im Vorstand: sein Stellvertreter, die Kassenwartin und ein technischer Berater. Letzterer ist gleichzeitig Schulhausmeister. Wenn irgendwo etwas fehlt, weiß er es oft als Erster.

„Mir macht das unheimlich viel Spaß“, sagt Meyer über seine Arbeit in dem Team. Trotzdem: Ewig will er den Job nicht mehr machen. Irgendwann sei es Zeit für einen Nachfolger. „Ich habe keine Lust, irgendwann mit einem Rolli reinzukommen.“

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