Erstmals gleichzeitig: Frühjahrsputz in allen acht Stuhrer Ortsteilen / Gruppen loben Gemeinschaftsgefühl der Aktion / Gemeinde sponsert Mittagessen

Helfer finden Autoreifen, Wasserrohre und Altöl in der Steller Heide

Die Pfadfinder vom Stamm Marco Polo, Daniel, Patrick, Hoschi, Gerrit und Adrian (von rechts nach links) haben bereits viel Müll in ihren Beuteln. - Fotos: Ehlers

Stuhr - Von Angelika Kratz. Erstmalig hatte die Gemeinde Stuhr die Bürger in allen acht Ortsteilen zu einem gemeinsamen Großreinemachen im öffentlichen Raum ein. Die Aktion stand am Sonnabend unter einem guten Stern, denn das Wetter als Hauptbeteiligter und viele helfende Hände fanden sich perfekt zusammen. In Brinkum halfen sogar Flüchtlinge mit, ihre Umgebung putzen.

Bereits im Vorfeld fuhren Andrea Radoy (Mehr Grün für Stuhr) und Sabine Sparkuhl ihr Gebiet in Groß Mackenstedt ab. Dazu gehörten einige Gespräche mit den ortsansässigen Firmen. Mit einem „gut“ stuft Andrea Radoy diese, bis auf eine Ausnahme des Supermarktes, ein. Die Fast-Food-Anbieter und übrige Einkaufsgiganten halten ihre Gebiete äußerst sauber. „Viele machen abends ihre Schranken zu und verhindern somit den Aufenthalt von LKW-Fahrern“. Der Supermarkt habe diese Maßnahme noch nicht eingeführt, daher fliegen die Hinterlassenschaften der Brummis mit dem kräftigen norddeutschen Wind quer durch Mackenstedt. Leichtes Grauen kam bei den beiden Frauen beim genaueren Hinschauen auf. „Gegen den Müll kommt kaum noch jemand an“. Auf privatem Gelände hatten die fleißigen Helfer der Stuhrer Aktion sowieso nichts verloren, das sei Sache der Geschäftsführung, wie Andrea Radoy betont. Dennoch gab es eine Menge zu tun, und der Hänger von Christian Radoy wurde schließlich rappelvoll. Mit dabei waren auch vier berittene Müllsammlerinnen. Die füllten ihre am Sattel befestigten Beutel mit den Hinterlassenschaften auf den Reitwegen. Je weiter in der Natur, desto dreister sind Umweltsünder. Die werfen Autoreifen, Autoteile, Wasserrohre oder Altöl. In der Steller Heide, einem beliebten Gebiet für Hundehalter, verursachten weggeworfene Hundekotbeutel für ungläubiges Kopfschütteln. „Dann wäre es besser gewesen den Hundehaufen liegen zu lassen, anstatt plastikverpackt in die Natur zu werfen“, ärgert sich Andrea Radoy.

„Normalen Dreck“ sammelte Detlef Ferling (DLRG) mit seinem Team in Alt-Stuhr. Erfreulich viele Helfer fanden sich, vom Fischereiverein unterstütztem Saubermachen, ein. Dennoch gab es zwei volle Anhänger-Ladungen mit Plaste-Müll besonders von Fastfood-Ketten. „Da denkt keiner drüber nach und wirft es einfach aus dem Autofenster, wenn die Pommes alle sind“.

Gute Erziehung sieht anders aus und davon können auch Ulrich Brauer (Heimatverein Heiligenrode) und Peter Strohmeyer ein Liedchen singen. Sowohl in Heiligenrode als auch in Fahrenhorst gab es viel „Schietkram“. Mit 40 Menschen durch alle Generationen wird sicherlich Heiligenrode hinsichtlich der Beteiligung am Großreinemachen in Stuhr den Vogel abgeschossen haben. Viele neue Gesichter konnte Ulrich Brauer verzeichnen.

Als „desaströs“ beschreibt Peter Strohmeyer den eigentlich schon zu Bassum gehörenden Teil der B 51 am Ortsausgang von Fahrenhorst. Viele Brummis halten dort auch über Nacht. Es gäbe keine Mülltonnen oder ein Klo für die menschliche Notdurft. Entsprechend unappetitlich sieht der dortige Bereich eines ansonsten sehr sauberen Ortes aus.

Begeistert hinsichtlich des auch von den anderen Gruppen gelobten Gemeinschaftsgefühls der Aktion zeigte sich Ute Sydow. Ihr Helferteam begrüßte sogar zwei Flüchtlingsfamilien und viele Kinder. Die Spuren von Kohltouren hielten sich in Grenzen, dafür fanden die Helfer ein Fußballtor und ein Skateboard. Zum Abschluss gab es auch in Brinkum, Varrel und Moordeich für alle ein von der Gemeinde gesponsortes Mittagessen als Dankeschön.

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