Heinrich Nienaber wird heute 90 Jahre alt

Ein Leben für die Landwirtschaft

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Heinrich Nienaber in seinem Privatmuseum.

Varrel - Bekannt wie ein bunter Hund ist Heinrich Christian „Heini“ Nienaber in Stuhr. Entsprechend groß wird heute die Schar der Gratulanten zum 90. Geburtstag sein.

Auf dem mittlerweile über 200 Jahren bestehenden Hof an der Delmenhorster Straße in Varrel wurde er geboren. Die Hebamme kam damals auf dem Lande auch bei der Geburt seiner drei Schwestern ins Haus, denn das nächste Krankenhaus war weit weg. In Varrel besuchte Heini Nienaber die zweiklassige Volksschule. „Wi schnakt platt“, galt einst in der Familie Nienaber, und der kleine Heini musste bei seiner Einschulung im Jahre 1932 das Hochdeutsch als Fremdsprache erlernen. Bis zu 50 Schüler saßen in einer Klasse und wurden jeweils in vier Abteilungen von einem Lehrer unterrichtet. Gerne wäre der Jubilar auf die Landwirtschaftliche Schule gegangen, aber der Zweite Weltkrieg forderte den Einsatz an der Front. Die schrecklichen Erlebnisse, die Angst und die Erinnerungen an den Hunger hat Nienaber mit Beiträgen in insgesamt fünf Büchern der Geschichtswerkstatt der Volkshochschule festgehalten.

1952 heiratete er seine Schulfreundin Luise, deren Eltern in der Nachbarschaft ebenfalls eine Hofstelle hatten. Gefeiert wurde im Viehstall, obwohl die Kühe gerade die Maul- und Klauenseuche hatten. „Das wurde alles abgehängt und wir haben viel getanzt“, sagt „Heini“ und strahlt bei der Erinnerung an seine Grüne Hochzeit.

Die beiden Söhne Fritz und Rainer verstarben früh. Adoptivsohn Manfred und dessen Ehefrau Annegret bescherten die beiden Enkelkinder Daniela und Christoph. Der Enkelsohn wohnt mittlerweile auf dem Hof, während „Opa Heini“ nach dem Tod seiner Ehefrau bei seiner Lebensgefährtin Helga in Delmenhorst ein neues Zuhause gefunden hat.

Das Geburtstagskind hat viel zu erzählen. Mit Pferden vor dem Pflug ging es einst auf den Acker, und bis ins hohe Alter fuhr er mit der Ehefrau das Stroh ein. Auch als Rentner legte er nicht einfach die Füße hoch. Neben der Schreiberei gilt auch die Blasmusik als sein Hobby und beim Förderverein Gut Varrel war Heini Nienaber ebenfalls aktiv.

Zur Erinnerung an das Leben früherer Bauernschaften in der Gemeinde schreibt Heinrich Nienaber nicht nur viele Geschichten, er hat zudem in einem Privatmuseum eine beeindruckende Sammlung landwirtschaftlicher Gerätschaften zusammengetragen.

ak

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