Preisgekrönte Musikerin begeistert Publikum im Rathaussaal mit ihrem Programm „Encore – 20 Jahre Stuhr“

Heimspiel für Pianistin Minako Schneegass

Hätte manches Mal wohl auch gerne gesungen: Pianistin Minako Schneegass begeistert beim Konzert im Stuhrer Rathaussaal nicht nur mit ihrer lebhaften Mimik. - Foto: Ehlers

Stuhr - Von Angelika Kratz. „Encore – 20 Jahre Stuhr“ versprach die preisgekrönte Pianistin Minako Schneegass mit ihrem neuen Programm. Es ist eine musikalische Hommage an ihre Wahlheimat Stuhr, in der sie seit 20 Jahren mit ihrem Mann lebt. Sie wird es dort wohl noch ein Weilchen aushalten. Sehr gut besucht war der Rathaussaal am Sonntagnachmittag zu der gut zweistündigen „Cross-over-Klaviermusik“ für die ganze Familie. Tatsächlich waren viele Kinder als musikalische Nachwuchshoffnungen dabei.

Mit Ehemann Klaus-Peter Schneegass entstand das bunte Programm aus dem überaus breiten Spektrum von Minako Schneegass’ Fähigkeiten. Im ersten Teil des Konzerts zeigte sich die japanische Pianistin aus Osaka in einem blauen Kimono, der eher an Frühlingsblüten, denn an das derzeitig stürmische Wetter erinnerte. „Ich freue mich, hier zu sein“, sagte Minako Schneegass, strahlte und gab temperamentvoll ihre Donauwellen-Fantasien, die Capri-Fischer, ein venezianisches Gondellied und die zweihändige Interpretation des Ungarischen Tanzes von Johannes Brahms zum Besten. Mit Helene Fischers „You raise me up“ und „Let it be“ von den Beatles ging es weiter. Robert Schuhmanns „Träumerei“ und der „Kaiser-Walzer“ von Johann Strauss begeisterten zudem das Publikum und überraschten sicherlich so manchen Neuling. Scheinbar hätte die zarte Frau im Kimono wohl auch gerne selber gesungen, denn ihre lebhafte Mimik wurde oft zur faszinierenden Einheit mit dem meisterlichen Spiel der Finger auf der Tastatur. Schneegass lebt ihre Musik und steckte auch am Sonntag die vielen Gäste an. Sehr sympathisch und überaus lebensnah waren ihre Kommentare zu den einzelnen Stücken, auch wenn die japanisch-deutsche Aussprache oft nur schwer verständlich war. Die Gestik und das strahlende Lachen waren indes beste Übersetzer.

„Jetzt bin ich ein bisschen beweglicher“, lachte Schneegass nach ihrem Garderobenwechsel in der Pause. Sie trug statt des Kimonos nun ein luftiges weißes Kleid mit großer schwarzer Schleife um die Hüften, passend zu den dunklen Haaren. So gelangen die virtuoseren Stücke durch mehr Bewegungsfreiheit. Mit unglaublicher Energie erlebte das Publikum im Stuhrer Rathaus Franz Liszt, Filmmusik aus „Die Schöne und das Biest“, versetzte sich irgendwo über den Regenbogen mit dem Zauberer von Oz und erlebte die Scarlatti-Preisträgerin Schneegass mit der „Aria“ von Domenico Scarlatti.

Nach einem Ausflug Richtung Mexiko und Kuba und mit dem Appell, ohne Kriege und Hass das Leben in die Hand zu nehmen, wurde der mitreißende Konzertnachmittag nicht ohne Zugaben beendet. Schneegass hatte diesbezüglich mit ihrem unbeschreiblichen japanischen Temperament keine Schwierigkeiten, ihr begeistertes Publikum mit unter die Dächer von Paris zu nehmen, einen rasanten Boogie zu tanzen oder Chopin als letzten Einsatz der fast schon qualmenden Tasten zu Gehör zu bringen. Erst dann gönnte das Energiebündel seinen unglaublich talentierten Fingern Ruhe.

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