Das DRK Heiligenrode sucht Nachwuchskräfte für verschiedene Ämter

Ein jüngerer Vorstand – oder der Ortsverein löst sich auf

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Inge Rose und Folkhard Hanken wollen nicht mehr für den Vorstand kandidieren.

Heiligenrode - Von Sandra Bischoff. „Wir haben den Generationenwechsel verschlafen“, sagt Folkhard Hanken selbstkritisch. Der erste Vorsitzende des Ortsvereins Heiligenrode-Groß Mackenstedt im Deutschen Roten Kreuz (DRK) sieht sorgenvoll in die Zukunft. Denn bei den Vorstandswahlen im Februar kommenden Jahres will er nicht mehr antreten. Ebenso geben seine Mitstreiter Inge Rose, langjährige zweite Vorsitzende, und Kassenwart Alois Brefka ihre Ämter auf. Nachfolger sind bisher nicht in Sicht.

Rund 260 Mitglieder zählt der Ortsverein zurzeit. In „guten“ Zeiten, also in den 1980er- und 1990er-Jahren waren es laut Hanken über 400. „Aber seit 15 Jahren haben wir kaum Eintritte verzeichnet“, sagt der 66-Jährige. Und diejenigen, die Beiträge an den Verein zahlen, sind im Durchschnitt 76 Jahre alt.

Den Ortsverein gibt es seit 1968. Er entstand auf Initiative der damaligen Heiligenroder Apothekerin Elisabeth Wellmann, die auch den Vorsitz inne hatte. Folkhard Hanken pachtete die Apotheke im Jahr 1983. Zeitgleich gab seine Vorgängerin die Leitung ab. „Mit der Übernahme der Apotheke habe ich praktisch auch den Ortsverein übernommen, sozusagen als Geschenk“, sagt Hanken schmunzelnd.

Die Apothekerin hatte laut Hanken zahlreiche Mitglieder durch Kundengespräche über die Ladentheke hinweg akquiriert. „Das habe ich nicht in diesem Maße fortsetzen können“, sagt der 66-Jährige. Was aber auch daran gelegen habe, dass viele Menschen bereits Mitglieder waren. „In meinem Bekanntenkreis höre ich oft: ‚Ich bin euch wohlgesonnen, aber eintreten will ich nicht.‘“

Zwar gebe es viele ehrenamtlich Helfer, so zum Beispiel bei den Blutspenden, aber binden wolle sich kaum jemand geschweige denn einen Vorstandsposten übernehmen, sagt Hanken, der nach acht Jahren an der Spitze von Ellen Meyer abgelöst worden war und nun seit gut zehn Jahren wieder die Fäden in der Hand hält. Seine 84-jährige Stellvertreterin Inge Rose ist seit 1970 im DRK und bekleidet ihr Amt seit 1985.

Anders als etwa Sportvereine habe das DRK das Problem, dass sich sein Angebot fast ausschließlich an Senioren richte: Kaffeenachmittage für die ältere Generation, Theaterfahrten sowie Stuhlgymnastik und die Treffen des Bastelkreises stünden regelmäßig auf dem Programm.

Auch der Blutspendedienst Springe hatte schon Anregungen gegeben, wie der Ortsverein mehr Blutspende gewinnen könne. Die Idee, Wettbewerbe zwischen Sportvereinen und der Feuerwehr auszurichten, wollte der Vorstand nach eigenen Angaben aber nicht umsetzen. Vorbildfunktion hat für die Heiligenroder der benachbarte Ortsverein in Seckenhausen. „Die haben es geschafft, vor allem den Vorstand zu verjüngen, die sind alle unter 60“, sagt Rose.

Sie hätten kein Problem damit, wenn ein neuer Vorstand bestehend aus jüngeren Leuten, ganz andere Wege beschreiten würde, als sie es seit Jahren tun. „Wir würden unseren Nachfolgern mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

Wenn sich kein Nachfolger für die Vorstandsposten findet, steht der Ortsverein vor der Auflösung, sagt Hanken. Eine Fusion mit den Ortsverbänden Brinkum oder Seckenhausen wolle die Mehrheit der Mitglieder nicht.

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