Heiligenroder Straße gesperrt

Uralte Heiligenroder Eiche in Flammen 

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Die Eiche in Heiligenrode war bereits hohl und brannte bis zur Krone.

Heiligenrode - Von Andreas Hapke. Die Feuerwehr Heiligenrode wurde am Donnerstag gegen 4.30 Uhr zu einem Brandeinsatz an der Heiligenroder Straße alarmiert.

Als Apotheker Rudolf Hesekamp am Donnerstag gegen 8 Uhr den Anruf einer Mitarbeiterin entgegennahm, befürchtete er schon das Schlimmste. Von einem Feuer war die Rede, und das, nachdem ein Elektriker am Vortag in seinem Geschäft an der Bundesstraße 439 in Heiligenrode einen durchgeschmorten Kondensator ausgetauscht hatte. Doch nicht sein Ladenlokal hatte gegen 4.30 Uhr gebrannt, sondern die Eiche an der Grundstücksgrenze zur Volksbankfiliale. Das rief die Feuerwehren aus Heiligenrode und Brinkum auf den Plan, die drei Stunden mit dem Löschen der Flammen beschäftigt waren.

In ihrer Pressemeldung sprechen die Brandschützer von einer zwölf Meter großen und alten Eiche. Tatsächlich soll sie 400 bis 600 Jahre alt sein, wie Hesekamp berichtet. So habe es ihm der Vorbesitzer Folkhard Hanken bei der Übergabe der Apotheke erzählt. Damit gehört der Baum zu den betagtesten seiner Art in Heiligenrode. Nach Auskunft von Heinz-Dieter Wilken, langjähriger Vorsitzender des Heimatvereins Heiligenrode, hat lediglich eine Eiche auf dem Klosterhofgelände noch mehr Jahre auf dem Buckel.

Gemeinsam mit Hesekamp inspiziert Wilken am Vormittag das Innenleben der Eiche. Sie ist schon seit langem hohl, was das Feuer wie in einem Kamin angeheizt hat. Mehrere Meter hoch schlugen die Flammen beim Eintreffen der Löschkräfte aus dem Baum. Jetzt sind hier und dort nur noch Glutnester zu sehen. „Laut Feuerwehr kann noch ein bis zwei Tage Qualm aus dem Baum treten“, sagt Hesekamp.

Dass die Eiche wenig später immer mehr Rauchzeichen von sich gibt, stimmt Wilken nachdenklich. „Da muss wohl nochmal Wasser rein“, stellt der einst aktive Feuerwehrmann fest. Also ruft er vorsichtshalber bei seinem Sohn Hayo an, stellvertretender Ortsbrandmeister Heiligenrodes. Kurz darauf gibt ein Helfer von oben Wasser in die Zwischenräume der Aushöhlung. „Wenn der Baum als Ganzes überlebt, dann ist er innen durch das Feuer versiegelt“, sagt Hayo Wilken. Nach dem Motto: Diesen Brand dürfte kein Schädling überlebt haben.

Eine These, welche die Bassumer Baumgutachterin Bea Linnert nicht stützen kann: „Die Höhlung spricht ganz klar für einen Abbau durch holzzersetzende Pilze. Der Pilz lebt im Holzkörper, den kann man nicht wirklich loswerden“, sagt sie. „Wenn, dann ist so viel Holz weg, dass auch die Statik weg ist.“ Generell sei ein Brand „nie gut für einen Baum“.

Wie standfest die Eiche nach dem Feuer tatsächlich ist, muss jetzt ein Sachverständiger klären. Einsetzen muss ihn Rudolf Hesekamp, der als Grundstückseigentümer die Verkehrsicherheitspflicht hat. Was die Ursache des Feuers angeht, hat der Apotheker so seine eigene Theorie: „Da hat wohl jemand achtlos eine Zigarette weggeschnippt, und das Laub im Hohlraum hat sich entzündet.“ An Brandstiftung glauben er und Wilken jedenfalls nicht. Die Polizei ermittelt noch.

Brand der ältesten Heiligenroder Eiche

jom

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