„A heart for Stuhr“ löst sich auf

Aus für Festival auf Gut Varrel

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Der im August verstorbene Helmut Frank hatte den Verein im Jahr 2010 gegründet. Archivfoto: Schritt

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Das Sommerfestival auf Gut Varrel wird es nicht mehr geben: Der ausrichtende Verein „A heart for Stuhr“ löst sich zum Jahresende auf. Das bestätigte der zweite Vorsitzende Axel Freuer auf Anfrage.

Nach dem überraschenden Tod des Vorsitzenden Helmut Frank am 20. August hatte der Verein das achte Sommerfestival nur eine gute Woche später noch über die Bühne gebracht (wir berichteten). „Das war eine Leistung, die wir nicht noch einmal stemmen können. Das Festival war Helmuts Baby, er war Ideengeber und Mäzen“, sagt Freuer. „Kein Mensch wird den Verein so weiterführen können wie er es getan hat. Der Spirit ging einzig und allein von seiner Person aus.“ Helmut Frank sei der Ideengeber gewesen, er habe auch die Kontakte zu den Künstlerin wie Julia Neigel und Edo Zanki gehabt und gepflegt. „Nicht zuletzt fehlt uns mit Helmut auch der finanzielle Hintergrund“, sagt Freuer.

Er und der restliche Vorstand sehen sich nicht in der Lage, den Gedanken Franks zu Ende zu bringen. „Es war mein Vorschlag, alles aufzulösen, und ich habe kein schlechtes Gefühl dabei.“ Jetzt gelte es, den Zusammenschluss vernünftig abzuwickeln. „Der Vorstand muss entlastet werden und das ist gar nicht so einfach, weil der Verein sehr an Helmuts ehemaliger Firma Acos hängt, und dort geht es gerade turbulent zu.“ Teile des Bremer Unternehmensgruppe hatten im September Insolvenz angemeldet.

Frank hatte „A heart for Stuhr“ im Jahr 2010 gegründet mit dem Ziel, Kunst und Kultur zu fördern und hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Ein Teil der Einnahmen aus dem dreitägigen Sommerfestival, das jährlich auf Gut Varrel über die Bühne ging, floss an Stuhrer Vereine.

Niels Thomsen, Schirmherr und Mitglied, überrascht die Entscheidung des verbliebenen Vorstands nicht. „Axel Freuer und ich hatten bereits über die mögliche Entwicklung gesprochen“, so der Rathauschef. Er könne das Vorgehen verstehen. „Helmut Frank hat den Verein geprägt, er war dessen Gesicht. Niemand kann den Verein so aufrecht erhalten.“

Es sei eine gute Sache gewesen, Spenden aus der Veranstaltung abzuzweigen. „Zumal Helmut mit der Musikerauswahl ein ganz anderes Publikum bedient hat als es unser Kulturprogramm sonst tut.“ Die Gemeinde Stuhr, vor allem aber das Gut Varrel habe als Veranstaltungsort von dem Festival profitiert. „Für viele Künstler hat sich die Scheune als besonderer Ort dargestellt.“

Thomsen bedauert jedoch, dass es das Sommerfestival in der gewohnten Form nicht mehr geben wird. „So wie es war, ist es vorbei. Eine solche Veranstaltung mit einem solchen Rahmenprogramm ist nicht machbar.“

Trotzdem liegt es dem Rathauschef am Herzen, ein Sommerevent zu feiern. „Das Gut ist ein toller Ort für Musik im Sommer.“ Wie genau eine solche Veranstaltung aussehen könnte, sei jedoch unklar.

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