Werke von Ursel Eilenstein und Ulrike Stein sind im Brinkumer Mehrgenerationenhaus zu sehen

Hauptsache rätselhaft und in Acryl

Ursel Eilenstein (r.) und ihre Kollegin Ulrike Stein, beide von der Künstlerinnengruppe „MachArt“, stellen ihre Arbeiten im Mehrgenerationenhaus aus. - Foto: Ehlers

Brinkum - Von Andreas Hapke. Auf einem Bild von Ursel Eilenstein ist ein Brief zu sehen, dessen Inhalt keinen Sinn ergibt. Die Worte sind nicht als solche zu erkennen. „Natürlich nicht“, sagt sie. Denn das würde dem Motto der neuen Ausstellung im Mehrgenerationenhaus (MGH) widersprechen. Unter dem Titel „Rätselhaftes“ zeigen Ursel Eilenstein und Ulrike Stein einige Werke, die eigens für die Präsentation entstanden sind.

Die beiden Frauen betrachten sich als Hobbykünstlerinnen. Sie malen seit sieben (Stein) beziehungsweise acht Jahren und gehören zu einer der beiden Gruppen von „MachArt“. Jeden Dienstagmorgen treffen sie sich, um unter Anleitung von Ingrid Bernhard zu arbeiten. „Sie gibt Tipps zur Technik und trägt Themen an uns heran“, erzählen die Künstlerinnen. „Rätselhaftes“ sei auch die Idee Bernhards gewesen.

„Sie hat jedem von uns einen Briefumschlag mit Motiven überreicht, die auf dem Bild vorkommen sollten. Brief, Sonne, Fisch und Mensch waren es bei Ursel Eilenstein. Das daraus enstandene Werk ziert die Einladung zur Ausstellung. Ulrike Stein sollte etwas aus den Begriffen Junge, Brennglas, Leiter und Brücke zaubern, hat Leiter und Brücke dann aber eigenhändig gegen einen Schmetterling getauscht. Auch dieses Bild, auf dem ein Junge mit der Lupe einen Schmetterling auf dem Kopf eines Tigers betrachtet, ist jetzt im MGH zu sehen.

Die Werkschau enthält bewusst entstandene Bilder ebenso wie Zufallsprodukte. Ein solches hat Eilenstein gemalt, nachdem jemand in einem ihrer Bilder ein Erdmännchen entdeckte hatte. Also begann sie, andeutungsweise weitere Tiere herauszuarbeiten.

Allen Werken gemein, dass sie in Acryl gemalt sind und keine Titel tragen. „Sie sollen schließlich rätselhaft bleiben“, begründet Ulrike Stein. Nach Ansicht von Ursel Eilenstein bedeutet ein Titel auch immer „eine Lenkung des Betrachters“. Dieser sei dann versucht, das Bild auf die Umsetzung des Namens zu überprüfen. Allenfalls haben die Frauen für sich selbst Bildtitel vergeben. Wenn Ulrike Stein zum Beispiel vom „Golfer im Universum“ spricht, dann meint sie einen Mann, der kurz davor ist, den Golfball mitten im Meer vom Abschlag in Richtung Fahne am Horizont zu befördern. Dieses Motiv ziert ebenfalls die Einladungskarte.

Es sei das einzige Bild, für das sie wegen der Bewegung des Golfers habe recherchieren müssen, sagt Stein. Ansonsten arbeiten beiden Frauen frei. Die Ergebnisse dieses Schaffens sind bis zum 10. August zu den Öffnungszeiten des MGH, 9 bis 17 Uhr, sowie bei Sonderveranstaltungen zu sehen.

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