Zu wenig Platz an der Haferflocken-Kreuzung

Harries-Mühle zieht nach Groß Ippener

Das Wahrzeichen an der Haferflocken-Kreuzung wird bald geschlossen. - Foto: Husmann

Moordeich - Von Dierk Rohdenburg. Seit fast 100 Jahren prägt die Harries-Mühle das Ortsbild in Moordeich, so dass dort jeder nur von der Haferflocken-Kreuzung spricht. Der Betrieb des Familien-Unternehmens wird jedoch im nächsten Jahr geschlossen. Firmenchef Bernd Harries wird das Unternehmen liquidieren. 27 Vollzeitangestellte verlieren ihren Arbeitsplatz.

Gleichzeitig wird im Gewerbegebiet Groß Ippener (Samtgemeinde Harpstedt) das neue Unternehmen „Harries Schälmühlenwerk GmbH und Co. KG“ in die Produktion einsteigen. Geschäftsführer dieser Firma ist Bernd Harries' Sohn Florian, der aktuell in Moordeich als Prokurist tätig ist. Der Bau des neuen Werkes auf 9.000 Quadratmetern wird mit zehn Millionen Euro taxiert. Das Unternehmen erhält einen Zuschuss vom Niedersächsichen Wirtschaftsministerium in Höhe von zwei Millionen Euro für die Schaffung von 20 Vollzeitstellen in einer formal neuen Firma.

„Die Gemeinde Stuhr ist über unsere Pläne informiert“, so Florian Harries. Das Unternehmen habe an der Haferflocken-Kreuzung keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr gehabt. „Unsere Lager- und die Produktionskapazitäten reichen bei weitem nicht mehr aus“, erklärt der zukünftige Geschäftsführer. Schon jetzt sei das Unternehmen zu 100 Prozent ausgelastet. Man könne bestimmte Kunden nicht mehr ausreichend bedienen, wenn diese wachsen würden. „Weil wir unseren Kunden aber Sicherheit geben wollen, müssen wir mit ihnen wachsen.“ Die meisten Angestellten der alten Firma hätten eine Beschäftigungsperspektive in Groß Ippener.

Die Harries-Mühle wurde 1912 gegründet. Zunächst war sie in Sannum bei Hundsmühlen (Landkreis Oldenburg) ansässig. Noch im selben Jahr erwarb jedoch Gründer Bernhard Harries das Grundstück in Moordeich, wo eine neue Mühle gebaut wurde.

Die Haferflockenmühle am Bahnhof entstand im Jahr 1945 und wurde später mehrmals erweitert. Noch im Jahr 2014 modernisierte Harries die Flockenlinien komplett, um die Produktionskapazität zu erhöhen. Das reichte aber dauerhaft nicht. Von der Stuhrer Wirtschaftsförderung war am Freitag keine Stellungnahme zu erhalten.

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