Akkordeonorchester spielt erstmals in der Klosterkirche und begeistert die Zuhörer

Handörgler lassen geistliche und weltliche Werke erklingen

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Zum ersten Mal spielt das Harmonika-Orchesters Brinkum der Bremer Handörgler in der Heiligenroder Klosterkirche.

Heiligenrode - Von Angelika Kratz. Erfreulich viele Zuhörer, darunter auch etliche Kinder und sogar ein Hund, waren gekommen, um den ersten Auftritt des Harmonika-Orchesters Brinkum der Bremer Handörgler in der Heiligenroder Klosterkirche zu erleben. Ein wenig eng wurde es im Altarraum und so nahm Bassist Carlo Papen wie ein würdiges Oberhaupt direkt vor dem blumengeschmückten Altar Platz.

Den Auftakt bildete Johann Sebastian Bachs Choral „Von der Liebe und Freundlichkeit Gottes“. Dem folgten Bachs weltbekannte „Suite Nr. 3“, Höhepunkt aus Wolfgang Amadeus Mozarts Werken, sowie Ludwig van Beethovens „Die Ehre Gottes aus der Natur“. Ein zweifaches „Wuff“ des musikbegeisterten Vierbeiners wertete das Ensemble als Bestätigung dafür dass ein Akkordeon durchaus für geistliche Musik geeignet ist. Zu Zeiten Bachs und Mozarts habe es das Akkordeon noch nicht gegeben, erklärte Orchesterleiterin Renate Koch die fehlenden Werke für dieses Instrument. Sie sei der festen Überzeugung, die Komponisten hätten es sonst miteinbezogen.

Renate Koch selbst kam durch ein Geschenk ihres Opas, der am Sonntag 103 Jahre alt geworden wäre, zum ersten eigenen Akkordeon. Wie gut seine Idee damals war, konnte das Publikum mit einem gemeinsamen „Lobet den Herren“ bestätigen. Der Gesang der Gäste und des Chors ließ sich durchaus hören und leitete zum zweiten, weltlichen Teil des Konzerts über.

Exzellenter Musik-Mix

Die Filmmelodie von „Doktor Schiwago“ ließ, obwohl schon hundertfach gehört, die Herzen höher schlagen. Ebenso begeistert zeigten sich die Besucher auf den Kirchenbänken vom Gospel-Medley „Oh happy day“ und Auszügen des Musicals „Sister Act“. Die kleine Taube „La Paloma“ traf auf „El Condor Pasa“, und bei Simon & Garfunkel summten die Besucher mit.

Zu „A sentimental reflection“ zückte jemand in der vordersten Reihe das Smartphone um ein Video zu drehen, denn offensichtlich hatte dieses gerne auf Hochzeiten gespielte Stück eine ganz besondere Erinnerung hervorgerufen. Akkordeonspielerin Bianca Schüttpelz wechselte zur Flöte, und es ging musikalisch weiter nach Irland. Mit Giuseppe Verdi durfte das Konzert noch nicht beendet werden. Der Applaus forderte dringend Zugaben ein.

Spende statt Eintritt

Für das Konzert in der Klosterkirche hatten die 17 Musiker mit Detlef Jüptner am Schlagzeug und Frank Warfelmann am Keyboard extra ein Repertoire zusammengestellt, und der Aufwand hatte sich gelohnt. „Ich hätte nicht geglaubt, dass mich Akkordeonmusik so flashen könnte“, gestand Iris Rose von der Kirchengemeinde im Anschluss an das Konzert.

Statt Eintritt wurde um eine Spende gebeten, und es raschelte erfreulich in den Körbchen. „Die Kirchenstiftung übernimmt das Heizen der Kirche, und ihr könnt das Geld mit nach Hause nehmen“, verkündete Küsterin Elke Parusel, und dieser spontanen Entscheidung dankte das Orchester mit großem Applaus.

Neue Fangemeinde gefunden

„Ich habe noch zwei Scheine in der Tasche. Einer kommt in den Korb und von dem anderen werde ich mir eine CD von Simon & Garfunkel kaufen“, sagte Pfarrsekretärin Iris Rose mit Hinblick auf die wieder in Erinnerung gerufenen Hits.

In Heiligenrode hat das Harmonika-Orchester Brinkum der Bremer Handörgler eine neue Fangemeinde gefunden, die sich auf eine Fortsetzung freuen würde.

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