„Gutachten ist Zeit- und Geldverschwendung“

Brinkumer wünscht Tempolimit vor Kindergarten

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Wenn Eltern mit ihren Kindern an der Querungshilfe an der Bassumer Straße warten, fürchtet Egon Schnoor, dass schnell ein Unglück passieren könnte, da die Autos schnell unterwegs sind.

Stuhr - Egon Schnoor aus Stuhr sorgt sich, wenn er morgens auf der Bassumer Straße beobachtet, wie die Autos vor dem Kindergarten Brinkum-Meyerstraße vorbeisausen. „Da kann schnell mal etwas passieren“, glaubt Schnoor.

Zwar brächten die Eltern ihre Kleinen zu der Einrichtung, aber jeder wisse, wie plötzlich ein Kind auf die Straße rennen könne. „Wir haben doch vor jeder Kita eine Tempo-30-Zone außer dort. Ich verstehe nicht, warum.“

Schnoors Ansicht nach sollte dies korrigiert werden. Denn „in der Bahnhofstraße beim Seniorenheim hat das auch prima geklappt.“ Der Pressesprecher der Stuhrer Sozialdemokraten habe Ratsmitglieder darauf angesprochen, doch die hätten erwidert, dass die Bassumer Straße zu breit sei, um Tempo 30 durchzusetzen.

Frage nach Verengungen

Deshalb haben Bürgermeister und Gemeindeverwaltung ein Gutachten in Auftrag gegeben, wie Verengungen hergestellt werden können. „Das ist Zeit- und Geldverschwendung“, ärgert sich Schnoor. „Die Herstellung eines Gutachtens dauert, und die spätere Behandlung in den Gremien der Gemeinde ebenfalls.“ Wenn die 30er-Zone nicht möglich sei, wünscht er sich zumindest Verengungen wie im verlängerten Teil der Bassumer Straße, und zusätzlich eine Rechts-vor-Links-Regelung. 

Und zwar so schnell wie möglich. „Wer ist denn verantwortlich, wenn es zu einen Unfall mit einem Kleinkind kommt? Der Bürgermeister, die Verwaltung, die Politik, die zulässt, dass Zeit vergeudet wird, oder gar der Gutachter?“, fragt Schnoor. „Ich glaube, wir haben in der Verwaltung genügend qualifizierte Mitarbeiter, die dieses Problem schnell lösen können. Dazu braucht es keinen teuren Gutachter. Aber vielleicht ist es einfacher, wenn die Probleme auf verschiedenen Ebenen abgeschoben werden können.“

Verwaltung dankbar für Anregungen

Hartmut Martens, Fachbereichsleiter für Verkehr, ist dankbar für Anregungen aus der Bevölkerung und sieht es positiv, wenn Bürger sich Gedanken um die Sicherheit ihrer Mitmenschen machen. Allerdings sagt er auch klar: „Geschwindigkeitsbegrenzungen müssen Akzeptanz finden, sonst verlieren sie ihren Sinn.“ Und um diese Akzeptanz zu schaffen, müsse die Aktion „Hand und Fuß“ haben und dazu gehöre eben auch ein Gutachten, das schwarz auf weiß belegt, wo was zu tun ist.

Dass die Gemeinde darauf vermutlich Monate warten muss, ist Martens bewusst. Doch in der Zwischenzeit eine Verengung einzubauen, wie zum Beispiel durch Pflanzenkübel, hält er für falsch. „Wenn wir etwas ändern, dann soll das auch nachhaltig und dauerhaft sein und nicht nach wenigen Monaten wieder abgebaut werden.“

Ohne die Sorgen von Schnoor abtun zu wollen, gibt er zu bedenken, dass der unmittelbare Zugang des Kindergartens nicht an der Bassumer sondern an der Meyerstraße liegt und die Kinder ja von den Eltern beaufsichtigt werden.

juk

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