Gruppe „Brinkum in Fahrt“ formuliert einen offenen Brief an die Politik

Initiative hat Alternative zu einem Zob am Bremer Tor

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Ungefähr in Höhe der Apotheke (erstes Gebäude links) sowie vor der Sparkasse schräg gegenüber möchte „Brinkum in Fahrt“ Bushaltestellen als Zob-Ersatz einrichten.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Eine Gruppe Brinkumer Bürger gibt sich nicht geschlagen: Unter dem Namen „Brinkum in Fahrt“ wehrt sie sich gegen eine Verlegung des Busbahnhofs (Zob) zum Hotel Bremer Tor, wie sie die Gemeinde im Rahmen der Ortskerngestaltung vorsieht. Die Initiative hat nun einen Internetauftritt ins Leben gerufen und einen neuen Vorschlag für die Führung des Busverkehrs unterbreitet. In einem offenen Brief wendet sie sich an die Politik.

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„Die Planungen sind nicht zu Ende gedacht“

Den Bürgern um Heinz Kolata und Rainer Mewe geht es darum, dass sie das „wertvolle Grundstück am Bremer Tor nicht leichtsinnig für die Verkehrsplanung opfern wollen“, wie Kolata gestern im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte. Vielmehr können sich er und seine Mitstreiter dort ein Wohn- und Geschäftsareal vorstellen. Die aktuelle Planung würde „erneut zu einer überdimensionierten Verkehrsfläche im Ortskern führen und unverhältnismäßig hohe Investitionen (ca. 650000 Euro) erfordern“, heißt es in dem Brief an die Partei- und Fraktionsvorsitzenden der im Rat vertretenen Parteien. „Aus Gesprächen mit Bürgern wissen wir, dass sie sich Haltestellen und keine Haltestellenanlagen (Mini-Zob) wünschen“, schreibt die Gruppe. Kolata fügt hinzu: „Noch sind wir eine Gruppe von 30 bis 40 Personen, die die Politik beobachtet. Doch wenn die nicht aktiv wird, werden wir eine Bürgerinitiative gründen.“ Nicht aktiv werden heißt laut Kolata: „Wenn die Politik das Projekt einfach durchwinkt.“

Wie sich die Initiatoren den Busverkehr im Herzen Brinkums vorstellen, zeigen sie anhand von Fotos auf ihrer Homepage www.brinkum-in-fahrt.de. Es ist eine denkbar einfache Lösung: Die Busse sollen ohne zusätzliche Buchten an der Bremer Straße stoppen, so wie es woanders in der Gemeinde auch der Fall ist. Damit sind Kolata & Co. von ihrem ersten Vorschlag abgerückt, den Zob gegenüber des Busunternehmens Wolters an der Bremer Straße anzusiedeln.

Kolata denkt an Stopps in Höhe der Kreissparkasse und – auf der gegenüberliegenden Seite – der Apotheke. „Warum muss im Ortskern eine Haltestellenanlage gebaut werden, wenn an anderer Stelle die Busse auf der Straße halten können und der Verkehrsfluss bewusst unterbrochen wird?“, fragt die Gruppe in ihrem offenen Brief.

Die Gemeinde hat ihre Antwort bereits formuliert und argumentiert mit dem hohen Verkehrsaufkommen im Ortskern. „Auf der stark befahrenen Straße kommt es zu unhaltbaren Verkehrsstaus“, sagte Rathausmitarbeiterin Ayse Gül Önder gestern in Vertretung von Stadtplaner Christian Strauß. Was den durchschnittlichen Tagesverkehr angeht, kursieren Zahlen von 10000 und 15700 Fahrzeugen. Ayse Gül Önder kündigte eine Prüfung an.

Gegen den Vorschlag der Bürger spricht laut Verwaltung auch, dass die Buslinie 55 an ihrer Endhaltestelle in Brinkum fünf Minuten wartet und somit die Straße in dieser Zeit blockieren würde, ebenso die Zufahrten zu den gemeindeeigenen Grundstücken. Dem hält die Initiative entgegen, dass die „55 nach bisherigem Kenntnisstand bei Inbetriebnahme der Straßenbahn (Verlängerung der Linie 8, die Red.) entfallen“ soll. Zum Thema Staus heißt es in dem Brief: „Wer die Verkehrssituation vor Ort aus eigener Anschauung kennt, müsste zustimmen, dass fünf Busse in der Stunde die Situation nicht nennenswert verschlechtern können.“

Der Wunsch der Gruppe an die Politik: „Treffen Sie bitte keine Beschlüsse bezüglich des Busbahnhofs, bevor nicht auch andere Optionen untersucht und vorgestellt worden sind.“ Bis zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung am Donnerstag, 21. Januar, um 18 Uhr im Rathaus möchte „Brinkum in Fahrt“ die Antworten abwarten.

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