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Grundsteinlegung für Wohnprojekt an der Melcherstätte in Stuhr-Brinkum

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Von: Andreas Hapke

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Überwiegend berufsfremd im Einsatz: Hergen Stoll, Stefan Hengstermann (beide Johann Bunte), Architekt Stephan Müller und Bürgermeister Stephan Korte (v.l.) .
Überwiegend berufsfremd im Einsatz: Hergen Stoll, Stefan Hengstermann (beide Johann Bunte), Architekt Stephan Müller und Bürgermeister Stephan Korte (v.l.) . © Andreas Hapke

Das Wohnprojekt an der Melcherstätte 8 in Brinkum nimmt Formen an. Für Freitag hatte die Johann Bunte Bauunternehmung zur Grundsteinlegung eingeladen. Auf 3 700 Quadratmetern entstehen drei Stadtvillen mit jeweils acht Wohneinheiten. Diese sind zwischen 60 und 90 Quadratmeter groß.

Brinkum – Mit Materialmangel bei Bauprojekten kennt sich Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte inzwischen gut aus. Beispielhaft sei an dieser Stelle an den fehlenden Asphalt für die Reparatur der Zollstraße erinnert. Insofern passte es ins Bild, dass der Verwaltungschef am Freitag bei der Grundsteinlegung für das Wohnquartier an der Melcherstätte 8 in Brinkum eine Weile auf den Mörtel warten musste. Dann versenkte Korte die Zeitkapsel mit einer Tageszeitung, drei Plänen und einem Zollstock aber doch noch im Mauerwerk.

Übergabe der Wohnungen für Herbst 2024 vorgesehen

Symbolwert für den Fortgang der Arbeiten auf dem ehemaligen Postgelände hat der Mörtel-Engpass aber nicht. Eher im Gegenteil: Das Wohnprojekt ist seit Beginn des Abrisses im Oktober vergangenen Jahres zügig vorangekommen. Bereits für Herbst 2024 ist die Übergabe der Eigentumswohnungen vorgesehen.

Zwischen Bassumer Straße und Melcherstätte baut die Johann Bunte Bauunternehmung drei Stadtvillen mit jeweils acht Wohneinheiten zwischen 60 und 90 Quadratmetern. Stefan Hengstermann, Geschäftsbereichsleiter Projektentwicklung bei Johann Bunte, hob den KfW 55-Standard der Gebäude hervor – „mittels Wärmepumpentechnik in Verbindung mit Smart-Home-Applikationen, unter anderem im Energiemanagement“. So könnten die künftigen Nutzer Energieverbräuche erfassen und steuern. Insgesamt ist das Areal 3 700 Quadratmeter groß.

Im Gespräch mit der Kreiszeitung verriet Korte, dass die Gemeinde im vergangenen Jahr mehr als 200 Wohneinheiten genehmigt hat. Dazu zählen 36 Mehrfamilienhäuser, also Gebäude ab drei Wohneinheiten.

Nachverdichtung ist ein erklärtes Ziel Stuhrs

In Sachen Flächenerwerb sei die Kommune allerdings „auf Kante genäht“. Der Druck auf Stuhr sei groß. „Viele wollen hier wohnen. Das macht es gerade für die hier geborenen Menschen schwer, etwas zu finden.“

Darauf hob der Bürgermeister auch in seinem Grußwort ab. Stuhr als Randgemeinde zu Bremen sei in hohem Maße verdichtet und planerisch belegt. Hinzu kämen unter anderem Restriktionen, die der Gemeinde durch das Naturschutzrecht auferlegt würden – und die er richtig finde. „Uns selber fällt es da schwer, neue Wohngebiete zu erschließen.“

Insofern sei es ein erklärtes Ziel Stuhrs, „dass wir zunehmend in die Nachverdichtung von bereits bestehenden Wohnbaugebieten kommen“, betonte Korte.

Kommune hat nicht nur Interesse am Siedlungsbau

Dabei habe die Kommune nicht nur Interesse am Siedlungsbau. „Wir brauchen gerade auch viel Einheiten im Bereich des Eigentumswohnungsbaus, weil wir viele Bürgerinnen und Bürger haben, die Eigentum besitzen, sich aber im Alter verkleinern wollen.“ Deshalb begrüße die Gemeinde solche Projekte sehr und unterstütze diese auch.

Das Quartier werde sich „sehr gut“ in das Bild des Ortes einfügen, der sich in den nächsten Jahren zu einem lebendigen Zentrum entwickele. Mit dem Aufzählen von Standortvorteilen wie die Anbindung an die Straßenbahnlinie 8 und das geplante Hallenbad auf der gegenüberliegenden Seite der Bassumer Straße befand sich Korte nach eigener Auskunft und zur Belustigung vieler Anwesenden schon in den „Verkaufsgesprächen“ für die Wohnungen. Professionelle(re) Hilfe wird die Bunte Gruppe dafür vom Immobilienberatungshaus Robert C. Spies bekommen.

In den Rückspiegel hingegen schaute Stefan Hengstermann. Im Frühjahr 2017 habe sich Johann Bunte ein Portfolio aus zum Verkauf stehenden Postämtern angeschaut und bereits im August die Schlüssel übernommen. In Abstimmung mit der Post und gemeinsam mit der Planungsgruppe Nord habe das Unternehmen mit der Planung begonnen. „Wir sind auch direkt in einen sehr konstruktiven Dialog mit der Gemeinde getreten.“ Dort habe die Firma im April 2021 die Neuaufstellung des Bebauungsplans beantragt.

Baugenehmigung im April 2022

Der Satzungsbeschluss und die damit verbundene baurechtliche Sicherheit folgten im Februar 2022, die Baugenehmigung nur zwei Monate später. Dafür war Hengstermann voll des Lobes für die Gemeinde: „Das sucht seinesgleichen in ganz Deutschland.“ Nach dem Auszug der Post im Oktober vergangenen Jahres starteten die Abrissarbeiten.

„Ich hoffe, dass wir hier erfolgreich, unfallfrei und fristgerecht unser Projekt abwickeln können“, sagte Hergen Stoll, Niederlassungsleiter Schlüsselfertigbau Johann Bunte Weser Ems. Der Zeitpunkt der Grundsteinlegung zeige schon, „wie effektiv wir arbeiten können“.

Für einen Moment ging die Effektivität aber gestern flöten, und das nicht nur wegen des fehlenden Mörtels. Die Protagonisten der Grundsteinlegung setzten die Steine bemerkenswert schief. „Vielleicht“, unkte Korte, „sollte man sich seine Wohnung in einem anderen Gebäude suchen.“

Luftperspektive: Auf dem 3 700 Quadratmeter großen Areal an der Melcherstätte 8 entstehen drei Häuser á acht Wohneinheiten. visualisierung: Robert C. Spies
Luftperspektive: Auf dem 3 700 Quadratmeter großen Areal an der Melcherstätte 8 entstehen drei Häuser á acht Wohneinheiten. visualisierung: Robert C. Spies © Privat

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