Polizei und Gemeinde starten Aktionen

Schulweg üben statt Kinder fahren

+
Die beiden Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Gemeinde hängen eines der 25 Banner für den Schulbeginn auf.

Stuhr - Von Julia Kreykenbohm. Es regnet. Die Mutter bremst den Wagen ab, parkt halb auf dem Gehweg vor der Grundschule, um schnell ihr Kind aussteigen zu lassen. Das könnte der Augenblick sein, in dem eine Mitarbeiterin der Gemeinde Stuhr an sie herantritt und sie darauf hinweist, dass ihr Verhalten andere Verkehrsteilnehmer gefährdet und gesetzeswidrig ist. Und vermutlich wird die Antwort der Mutter mit den sechs Worten beginnen: „Ich wollte doch nur mal eben ... .“

Wenn das einer tut, ist das kein Problem, sagt Wolfgang Rehling von der Polizeiinspektion Diepholz, der auch Vorsitzender der Verkehrswacht Grafschaft Diepholz ist. Aber wenn 30 Leute „nur mal eben“ auf Gehwegen parken, wird es gefährlich. Darum arbeiten Polizei, Gemeinde und Verkehrswacht Hand in Hand, um die Menschen zu sensibilisieren – und im äußersten Fall auch abzumahnen. Dazu sind sowohl Polizisten als auch die Mitarbeiterin der Gemeinde berechtigt. „Aber das wollen wir gar nicht“, stellt Hartmut Martens, Fachbereichsleiter für Verkehr klar. Es gehe um Bewusstseinsbildung. Und die ist gerade jetzt wichtig, denn am Donnerstag, 3. August, geht die Schule los. Für viele Kinder zum ersten Mal.

Da ist alles neu und aufregend, Gefahren werden vielleicht falsch eingeschätzt oder zu spät erkannt. Um die Kleinen zu unterstützen, starten deswegen verschiedene Aktionen. So hängen ab Anfang nächster Woche wieder 25 Banner an verkehrsrelevanten Straßen, die die Autofahrer an den Schulstart erinnern.

Außerdem finden Fußgänger wieder die „kleinen gelben Füße“ an besonderen Punkten. Bei dieser Aktion des Ministeriums entscheiden Polizei und Gemeinde, wo es sinnvoll ist, anhand der „gelben Füße“ beispielsweise zu zeigen, wo man stehen bleiben sollte. Dieser Markierungen sprüht die Schule dann auf. Die Gemeinde bringt zudem Tafeln an, die den Autofahrern ihre Geschwindigkeit anzeigen. Auch vor den Kindertagesstätten.

Nur wenige Unbelehrbare

Nebenbei kontrollieren Polizei und Gemeinde, wie eingangs erwähnt, das Geschehen vor den Schulen. Die meisten Leute zeigten sich auch einsichtig, es gebe nur wenige Unbelehrbare, sagt Rehling. Außerdem hänge auch viel vom Wetter ab, so der Polizist. Bei Regen möchten viele ihr Kind am liebsten bis in die Schule fahren.

Erster Polizeihauptkommissar Holger Bauer hat den Eindruck, dass immer mehr Schüler mit dem Auto gebracht werden, was chaotische Zustände vor den Schulen verursache, so dass mancher Direktor die Polizei um Hilfe bitte. „Einmal wurde bei einer Elternversammlung gefragt, ob man bei den Schulen nicht eine Art Drive-in, wie bei den Fast-Food-Restaurants einrichten könnte.“

Eltern können ihrem Nachwuchs besser helfen, indem sie ihn auf den Straßenverkehr vorbereiten. „Sie sollten mit ihren Kindern den Schulweg mehrmals in den Ferien ablaufen – nicht erst einen Tag vor Schulbeginn“, rät Wolfgang Rehling. Dazu gebe es von den Grundschulen Schulweg-Pläne, auf denen gefährliche Stellen vermerkt sind. Ohne den Kleinen Angst zu machen, sollten Mama und Papa auf diese hinweisen. Das gilt auch nach einem Schulwechsel – oder um nach den großen Ferien wieder „reinzukommen“.

Die Anzahl der Kinder, die auf dem Schulweg in einen Unfall verwickelt wurden, sei über die Jahre gleich geblieben. 70 seien es im Durchschnitt im ganzen Landkreis. Die meisten würden bei Unfällen im Auto ihrer Eltern verletzt, sagt Rehling.

Aktionen von Elternschaften, wie den Schulexpress, bei dem sich mehrere Kinder sammeln und gemeinsam unter Aufsicht eines Elternteils zur Schule zu gehen, findet Rehling „super und in jedem Fall unterstützenswert“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Sommerfest der SPD in Verden 

Sommerfest der SPD in Verden 

Einweihung des Feuerwehrhauses Leeste

Einweihung des Feuerwehrhauses Leeste

Zeremonie für Friedens-Buddha in Bremen

Zeremonie für Friedens-Buddha in Bremen

Meistgelesene Artikel

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

Ein Stück Kirchweyher Hofgeschichte verschwindet

Ein Stück Kirchweyher Hofgeschichte verschwindet

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Zwei Männer überfallen Tankstelle mit Messer

Zwei Männer überfallen Tankstelle mit Messer

Kommentare