Grundschule Brinkum und MGH schließen Vereinbarung über ihre Kooperation

Hilfe für Kinder mit großem Bedarf an Zuwendung

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MGH-Leiterin Daniela Gräf (vorne l.) und Grundschulleiterin Jutta Hisgen (vorne r.) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung. Einige der ehrenamtlichen Helfer schauen zu.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Schulen müssen immer mehr Erziehungsaufgaben übernehmen. Da geht es Jutta Hisgen, Leiterin der Grundschule in Brinkum, nicht anders als ihren Kollegen in Seckenhausen oder Varrel. Umso mehr freut es Hisgen, dass sich die Ehrenamtlichen des Mehrgenerationenhauses (MGH) bei der Betreuung einbringen. Die Kooperation zwischen Schule und MGH haben die Verantwortlichen nun in eine Vereinbarung gegossen.

Das gestern unterzeichnete Schriftstück regelt die Unterstützung von Kindern, die im Unterricht eine besondere Zuwendung benötigen, also Sprösslinge mit Migrationshintergrund und Aufmerksamkeitsdefiziten. Christel Müller zum Beispiel geht jeden Dienstag in der ersten und zweiten Stunde in eine erste Klasse und kümmert sich um einen Jungen mit Konzentrationsstörungen. „Er gähnt und lümmelt sich ’rum, schweift manchmal ab, ist dann und wann bockig.“ Sie nimmt ihn an die Hand, damit er dem Unterricht folgen und strukturierter arbeiten kann.

Christel Müller ist eine von 19 Ehrenamtlichen, die sich umschichtig um bis zu sechs Schüler kümmern. Nach Möglichkeit sollen die Kinder immer dieselben Ansprechpartner haben. Laut MGH-Leiterin Daniela Gräf ist eine Freiwillige selbst erst 14 Jahre alt und besucht die KGS Brinkum.

„Die Kinder werden sprachlich unterstützt und wissen, was sie tun müssen. Je mehr Deutsch sie sprechen, desto eher lernen sie die Sprache. Außerdem fördert das ihre soziale Kompetenz“, zählt Hisgen die Vorteile dieser „Soforthilfe“ auf. Die Kinder würden dies schätzen. „Sie wachsen an den positiven Rückmeldungen, die sie von den Freiwilligen bekommen“, sagt die Leiterin.

Das Engagement von Müller und ihren Mitstreitern ersetzt keine Lehrerstellen, heißt es in der Vereinbarung. „Die Schule läuft auch so, die Betreuung gibt es oben drauf“, betont Hisgen. In dem Schriftstück ist auch verankert, dass sich die Ehrenamtlichen und die Lehrer, in deren Klassen sie aushelfen, in regelmäßigen Abständen zu pädagogischen Runden treffen. „Ich finde es mutig von den Lehrern, sich auf uns einzulassen“, sagt Müller.

Die Zusammenarbeit zwischen MGH und Grundschule geht auf das Jahr 2007 zurück, als Jürgen Dörschel ehrenamtlich eine tägliche Hausaufgabenbetreuung ins Leben gerufen hat. Auch die Grundschule hat einige ihrer Kinder zur Einrichtung an der Bremer Straße geschickt. Seit 2013 helfen die Freiwilligen auch in der Schule bei den Hausaufgaben. „Und jetzt erweitern wir unser Modell und verlegen es in den Vormittag“, sagt Gräf. Projekte wie das gesunde Frühstück vor dem Schulbesuch oder die Auszeit-Betreuung – dabei konnten sich Kinder mit Redebedarf außerhalb des Klassenraums einem Erwachsenen anvertrauen – liegen zurzeit mangels Nachfrage auf Eis.

„Wir arbeiten so viel zusammen. Wieso schließen wir keine Kooperationsvereinbarung?“, begründet Hisgen, warum die Chronologie der Zusammenarbeit nun in ein entsprechendes Papier mündet.

So verfährt die Grundschule bereits mit anderen Grundschulen und der KGS Brinkum. Das MGH hingegen beschreitet mit dieser Vereinbarung laut Gräf Neuland.

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