Spaß mit Laura und Belana

Moordeicher Grundschüler besuchen Kartoffelacker des Hofes Mahlstedt

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Stolz präsentiert Maximilian seine selbstgeernteten Kartoffeln.

Moordeich - Von Julia Kreykenbohm. „Iih, die ist ja grün!“, quietscht der blonde Junge und streckt Andree Mahlstedt entsetzt die Kartoffel entgegen, die er auf dessen Acker gerade aufgelesen hat. Der Landwirt und Besitzer des gleichnamigen Hofs in Varrel schmunzelt und fragt: „Und was heißt das?“ „Dass sie giftig ist.“ „Richtig. Aber wenn ihr die grünen Stellen rausschneidet, könnt ihr sie trotzdem noch essen.“

Interessiert betrachtet der Kleine erneut die Kartoffel, während um ihn herum seine Schulkameraden aufgeregt durcheinanderreden. Die Dritt- und Viertklässler sind Teilnehmer der AG „Garten- und Küchenkinder“ der Grundschule Moordeich und unternehmen an diesem Tag mit ihren Lehrerinnen Annekathrin Hinrichs und Silke Brunner einen besonderen Ausflug: Sie besuchen einen der Kartoffeläcker des Hofes Mahlstedt, dürfen selber Knollen ernten und sie mit nach Hause nehmen.

„Wir haben auf diesem Acker zwei Sorten, Belana und Laura“, erklärt Mahlstedt. „Wisst ihr, warum Kartoffeln immer Mädchennamen haben?“, will Hinrichs von ihren 15 Schützlingen wissen. „Weil die Kartoffeln weiblich sind, das haben wir bei den Landfrauen gelernt“, sagt ein Mädchen. „Richtig, und der Kohl hat nur männliche Namen“, ergänzt Mahlstedt, der den Kindern in fünf Kisten noch weitere Kartoffelsorten präsentiert. Die Kleinen sind sichtlich begeistert, als sie Erdäpfel entdecken, die außen und innen rot sind: „Wow! So was hab' ich noch nie gesehen!“ Rätselraten gibt es bei den Bamberger Hörnchen. Woran erinnern die? „An Kröasons!“ (Croissants).

Dann folgt der Höhepunkt. Mahlstedt gibt jedem Kind eine Tüte in die Hand, und nun heißt es: „Yeah, Ernte!“ Schon fallen die Kinder über die Erdwälle her, graben mit den Händen nach den Kartoffeln, quietschen, lachen, rufen und zeigen sich gegenseitig ihre Schätze. „Meine ist angeritzt“, klagt Elias. „Die ist beim Wachsen geplatzt“, erklärt Mahlstedt.

„Es ist irre, wie sehr sie sich begeistern können“

Die beiden Lehrerinnen sind mittendrin, passen auf und loben. „Es ist irre, wie sehr sie sich begeistern können“, staunt Brunner. Sie und Hinrichs möchten ihren Schützlingen mit dem Ausflug nicht nur Informationen vermitteln, sondern ihnen auch zeigen, wo die Kartoffeln aus ihrer Region herkommen. Dies ist Teil ihrer Arbeit als „Genussbotschafterinnen“. Das sind meist Lehrkräfte, die von der Sarah-Wiener-Stiftung im Bereich Ernährung geschult werden, damit sie für ihre Schule Konzepte entwickeln, die Kindern zeigen, wie aus Lebensmitteln Gerichte werden (wir berichteten).

Dazu haben sie auch einen Schulgarten angelegt, in dem bereits Kartoffeln geerntet und in der Schulküche zubereitet wurden. „Aber unsere waren nicht so groß“, sagt Hinrichs schmunzelnd. Sie möchte solche Ausflüge gern zu einer festen Einrichtung machen. Doch nun muss sie sich einem anderen Problem widmen, denn ihre kleinen Erntehelfer waren etwas zu eifrig. Jeder von ihnen schleppt bereits mehrere Tüten mit sich herum. „Ihr wisst, dass ihr mit dem Fahrrad hier seid?“, erinnert Hinrichs. „Wie wollt ihr das denn transportieren?“

Da gibt es erst mal lange Gesichter und ratlose Mienen. Aber die Rettung naht: Mahlstedt bietet an, die Knollen mit dem Auto zur Grundschule zu fahren. Rasch sind die Tüten im Laderaum verstaut, und die Kleinen verlassen den Acker mit fleckigen Hosen, schmutzigen Händen und strahlenden Gesichtern.

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