Brinkumer Interessengemeinschaft wird 40 Jahre alt / Interne Feier am 4. August

Zur Gründung gab es eine friesische Bohnensuppe

Die Gründungsmitglieder (sitzend v.l.) Horst Rauschert und Heinrich Waßmann sowie das aktuelle Führungsduo (stehend v.l.) Lars Gudat und Axel Brauner blicken auf die Anfänge der Brinkumer Interessengemeinschaft zurück. - Foto: Husmann

brinkum - Von Andreas Hapke. Dieser Schritt war wohl überfällig: Als sich am 29. September 1977 die „Brinkumer Interessengemeinschaft des Handels, Handwerks und der Industrie“ gründete, erklärten 40 von 41 Firmen sofort ihren Beitritt. Zur Feier des Tages spendierte Gastwirt Heinrich Gefken vom Hotel Bremer Tor eine Runde friesische Bohnensuppe. Diese Geschichte kommt sicherlich auf den Tisch, wenn die Brinkumer Interessengemeinschaft (Big) am Freitag, 4. August, mit geladenen Gästen ihr 40-jähriges Bestehen feiert.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere dann auch an die Anzeigenpreise der Kreiszeitung in jenen Tagen: 70 Pfennig für den Millimeter sind in einem Protokoll vom Oktober 1977 genannt. Da müssen der aktuelle Vorsitzende Lars Gudat und „Vize“ Axel Brauner bei einem Treffen mit Mitgliedern der ersten Stunde schmunzeln.

Überhaupt hat sich einiges geändert seit den Anfängen der Big. Damals stand das Ehrenamt hoch im Kurs, was sich zum einen in der Vielzahl der vergebenen Posten widerspiegelte und zum anderen darin, dass es für nahezu jedes Amt zwei Kandidaten gab. „Heute drängt sich doch keiner mehr für Posten auf“, stellt der Gründungsvorsitzende Heinrich Waßmann fest. Die Big hatte unter anderem separate „Interessenvertreter“ für den Handel/Industrie, das Handwerk und die Dienstleistungsbetriebe, wie dem Gründungsprotokoll zu entnehmen ist.

Zunächst sei es in der historischen Versammlung darum gegangen, sich gegenseitig zu beschnuppern, erinnert sich Gründungsmitglied Horst Rauschert. Denn in Brinkum sei es „wie überall“ gewesen: „Niemand schnackte mit der Konkurrenz, keiner nahm Urlaub, weil die Kunden dann zum Nachbarn gingen.“ Am Ende siegte die Vernunft über den Argwohn, und das deutlich. Die Gründung fand sogar Eingang in das Lied der Brinkumer, ihr war eine ganze Strophe gewidmet: „Nun ist die Big hinzugekommen, eint Handel, Handwerk, Industrie; daß auch ihr Werben stets Erfolg hat, ist unser aller Wunsch für sie“, heißt es.

Das Werben stand allerdings gar nicht so sehr im Mittelpunkt, wie Christa Waßmann, Ehefrau des Gründungsvorsitzenden, berichtet: „Ihr wolltet keine Werbegemeinschaft wie in Syke, sondern eine Vertretung der Interessen der Gewerbetreibenden gegenüber der Gemeinde. Deshalb der Name Interessengemeinschaft.“ Sich Gehör zu verschaffen, sei das Ziel gewesen. Fortan meldete sich die Big zu Wort, wenn es um den Bau der Umgehungsstraße oder des Busbahnhofs im Ortskern ging.

„Die Leute sollten mal zusammenkommen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen“, fügt Rauschert einen weiteren Zweck der Big hinzu. Er nennt die einstigen Bälle als Beispiel: „Die waren immer schön.“ Der erste Tanzabend ging bereits im April 1978 bei Gefken über die Bühne, und noch im selben Jahr feierte die Weihnachtsbeleuchtung ihre Premiere.

Weihnachtsbeleuchtung hing bis Ostern

„Die hing bis Ostern, weil die Hastra sie wegen des harten Winters nicht abnehmen wollte“, erinnert sich Waßmann. Die erste Gewerbeschau 1980 nennt Rauschert „die beste von allen, obwohl wir total unbedarft waren“. Später kamen die Märkte im Frühjahr, Herbst und zu Weihnachten sowie die Oldtimershow dazu.

Ob sich die Mitglieder immer einig waren? „Notfalls beim Bier danach“, antwortet Rauschert. Seiner Auskunft nach unterstützten sich die Betriebe jedefalls gegenseitig nach dem Motto: „Der ist in der Big, da gehe ich hin.“

Doch das war nicht nur damals so, als die Syker Straße noch eine „goldene Meile“ (Rauschert) mit vielen Einzelhandelsgeschäften war. Darum gehe es heute noch, sagt Gudat. „Wir versuchen erstmal, Aufträge im Ort zu vergeben und freuen uns, wenn wir welche zurückbekommen.“ In Zusammenhang mit der Big-Gründung spricht der zweite Vorsitzende Brauner von den „Anfängen eines funktionierenden Netzwerkes“. Wichtig sei gewesen, Mitbewerber im Ort nicht mehr als Konkurrenten zu sehen. „Es können Synergieeffekte entstehen.“

Heute zählt die Big 116 Mitglieder. Gudat hat die „Hoffnung, dass es dabei bleibt“, auch wenn das Internet dem Handel den Rang abläuft. „Dann kommen eben andere Betriebe dazu.“ Brauner setzt auf Prophylaxe und Einkaufserlebnis: „Vielleicht bekommen wir es über die Big hin, dass man die Kunden für den lokalen Fleischer gewinnt, das schmeckt auch besser als aus dem Discounter. Und eine Jeans im Geschäft zu kaufen ist etwas anderes, als sie im Internet zu bestellen.“

Beim Blick in die Zukunft ist Gudat jedenfalls nicht bange. Die Big sei inzwischen offen für Firmen außerhalb Brinkums und Privatpersonen. „Der Vorteil eines Zusammenschlusses von Betrieben ist, dass man Ansprechpartner hat. Und wir machen eine Menge für den Ort.“

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