Großbrand eines Entsorgungsfachbetriebs verursacht Schaden in Millionenhöhe/„Materialschlacht“ in Brinkum

250 Löschkräfte kämpfen gegen Flammen

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14 Stunden nach Ausbruch des Feuers ist die Rauchentwicklung noch immer immens.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Bei einem Großbrand auf dem Gelände des Entsorgungsfachbetriebs Baensch und Wippersteg am Rodendamm in Brinkum ist gestern ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Ein 50 mal 60 Meter großer Hallenkomplex ging ebenso in Flammen auf wie mehrere Müllberge. Verletzt wurde niemand.

Nach Auskunft von Kreisfeuerwehr-Pressesprecher Matthias Thom war das Feuer in einer 1200 Quadratmeter großen Sortierhalle ausgebrochen. Die Ursache des Feuers, das laut Thom bis Achim zu sehen war, ist noch unklar.

Den in einigen Berichten kolportierten Schaden von mehr als drei Millionen Euro wollte niemand bestätigen. Der Brandursachenermittler der Polizei hielt sich mit genauen Angaben ebenso zurück wie die Firma selbst. Deren Mitgeschäftsführer Kai Wippersteg sagte lediglich, dass „wir hier nicht unter einer Million Euro rausgehen“.

Als die ersten Einsatzkräfte der Ortswehr Brinkum gegen Mitternacht am Rodendamm eintreffen, steht die Sortierhalle schon „in Vollbrand“, wie Thom berichtet. Die Helfer verhindern, dass die Flammen auf ein Büro und ein Wohnhaus übergreifen. Zudem gelingt es ihnen, mehrere Maschinen vom Gelände zu retten. Was dann einsetzt, nennt Thom eine „wahre Materialschlacht“. Zahlreiche Pumpen und Schlauchleitungen ermöglichen es, dass die Helfer mit bis zu 10000 Litern Wasser pro Minute gegen den Brand vorgehen können. „13, 14 Stunden lang waren wir nur damit beschäftigt, das Feuer ’runterzudrücken“ – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Von einem elf Meter großen Holzstapel etwa bleibt am Ende nur ein hüfthoher Haufen übrig.

Der Brand ist „relativ schnell“ unter Kontrolle, wie Thom später mitteilt. Als gegen 7 Uhr feststeht, dass nichts mehr passieren kann, bietet sich die Chance zum Wechseln des Teams.

Die rund 250 Einsatzkräfte der Nordkreisfeuerwehren aus Stuhr, Weyhe und Syke rücken erst einmal ab. Für sie übernehmen ungefähr 120 Kollegen der Kreisfeuerwehrbereitschaft II. Sie kommen unter anderem aus den Samtgemeinden Bruchhausen-Vilsen und Siedenburg sowie aus Twistringen. Abends rücken wieder drei Stuhrer Ortswehren zur Ablösung an.

Wegen der „grundsätzlich giftigen Rauchgase“ (Thom) sollen die Bewohner vorsorglich Fenster und Türen geschlossen halten. Die beiden Messstaffeln des Landkreises stellen aber keine gesundheitsgefährdenden Werte fest. Die Schwaden ziehen mal in Richtung Autobahn, mal in Richtung Bremer Straße, weshalb im Laufe des Vormittags das Tierheim „Arche Noah“ evakuiert werden muss.

Aus demselben Grund lässt die Polizei die Tankstelle an der Bremer Straße schließen und riegelt die Unglücksstelle großräumig ab. Schon ab der Autobahnabfahrt Brinkum ist die Zufahrt zur Bremer Straße gesperrt. „Die Gefahr, dass die Leute in ihren Autos die Luft durch ihre Klimaanlage einsaugen, ist zu groß“, erklärt der Weyher Polizeichef Johann-Dieter Oldenburg.

Tankstelle und Bremer Straße sind abends wieder freigegeben, die Empfehlung zur Schließung von Türen und Fenstern bleibt. „Die Rauchentwicklung ist noch stark“, so Oldenburg.

Der häufig wechselnde Wind erschwert die Arbeiten der Feuerwehr beträchtlich, besonders beim Einsatz des Löschschaums. „Gerade hat man ein Fahrzeug postiert, da dreht der Wind, und der Schaum schlägt gegen das Auto“, erklärt Thom. Für ihn es in 25 Jahren Dienst der zweitgrößte Gebäudebrand, nach dem Feuer im Sulinger Metallveredelungsbetrieb Comte im Januar 2011.

Bürgermeister Niels Thomsen besucht am Nachmittag die Unglücksstelle. „Ich bin froh, dass es keine Gefährdung für die Bevölkerung gibt und auch von den Einsatzkräften niemand zu Schaden gekommen ist“, sagt er. Laut Gemeindefeuerwehrsprecher Christian Thümena ist der Einsatz erst Mittwoch oder Donnerstag beendet. So lange dauere es, bis alle Glutnester bekämpft seien.

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