Niedersachsens Kultusminister in Stuhr

Grant Hendrik Tonne: „Bildung darf kein Luxusgut sein“

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Gastredner Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister des Landes Niedersachsen, auf dem Neujahrsempfang des Stuhrer SPD-Ortsvereins im Hotel Bremer Tor.

Brinkum - Von Rainer Jysch. Zahlreiche Gäste hat Arno Büchel, Vorsitzender des Stuhrer SPD-Ortsvereins, am Freitagabend auf dem traditionellen Neujahrsempfang im Hotel Bremer Tor begrüßt.

Als Gastredner war der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) aus Hannover angereist, der sein Amt im zweiten Kabinett von Ministerpräsident Stephan Weil im November vergangenen Jahres angetreten hatte.

In seinem kurzen Jahresrückblick berichtete Arno Büchel über einen Anstieg der Mitgliederzahl im Stuhrer Ortsverein um acht Prozent. Auch bei den Jusos gebe es erfreulicherweise einen Zuwachs. Als positiv bezeichnete er die kommende Abstimmung der Basis zum Berliner Groko-Vertrag. 

„Über das Ergebnis kann man nur spekulieren“, sagte Büchel. Die Delmenhorster Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag (SPD) appellierte in ihrem von Dennis True verlesenen Grußwort an ihre Parteigenossen, sich vor dem Votum „mit dem geschätzt 180 Seiten starken Groko-Vertrag intensiv auseinanderzusetzen“.

Demokratie solle früh vermittelt werden

„Auf dem Weg in Richtung Klarheit, Glaubwürdigkeit und zum demokratischen Bewusstsein leistet auch Bildung einen elementaren Beitrag“, ist sich Gastredner Grant Hendrik Tonne sicher. Nicht früh genug könne man den Schülern im politischen Unterricht vermitteln, welch einen Wert die Demokratie an sich hat, so der 41-jährige vierfache Familienvater.

Maßnahmen, um die Bildungslandschaft zu verbessern, möchte der Minister mit Interessierten und Beteiligten in einem Dialog erörtern, „um möglichst viel zu erreichen“. Die Gefahr, dabei „einen Satz heiße Ohren“ zu bekommen, sei in seinem Amt allerdings besonders groß. Bei der Bildungspolitik dürfe man nicht in Haushaltsjahren denken. „Das wäre eine fatale Entwicklung.“ Vielmehr wolle er bildungspolitische Themen pragmatisch lösen.

Kita-Elternbeiträge sollen wegfallen

„Bildung darf kein Luxusgut sein“, nannte Tonne ein grundlegendes Fundament seiner Arbeit. „Wir brauchen eine moderne Bildung von hoher Qualität und Gebührenfreiheit.“ Dies sei keine Frage der Gerechtigkeit, sondern eine Frage der Vernunft. Schulgeld und Studiengebühren seien bereits abgeschafft worden. 

„Es ist ein logischer Schritt, dass auch die Kita mit ihrem Bildungsauftrag nichts kosten darf“, so der Minister. Mit den kommunalen Spitzenverbänden soll ein fairer Ausgleich vereinbart werden. „Da werden wir eine pragmatische Lösung finden“, sagte er, „weil ich will, dass die Elternbeiträge wegfallen.“

Im ersten Halbjahr 2018 wolle Tonne eine Reform der Erzieher- und Erzieherinnenausbildung auf den Tisch legen, die eine Flexibilisierung des Ausbildungsweges beinhaltet. Die hohe Qualität soll dabei gewahrt bleiben. „Aufgrund des gestiegenen Bedarfs brauchen wir mehr und schneller Fachkräfte in den Kitas.“ Durch ein neues Schulgesetz strebe er mittels Zeitkorridor auch beim Einschulungsstichtag eine Flexibilisierung an.

Inklusion soll gelingen

„Wir möchten, dass Inklusion gelingt“, sprach Tonne einen weiteren Themenschwerpunkt an. „Jedes Kind, das inklusiv beschult werden möchte, wird inklusiv beschult.“ Dies sei eine riesige Herausforderung. Er sei jedoch „bis in die Haarspitzen“ motiviert, niedersächsische Bildungspolitik zu gestalten mit dem Ziel, gute, moderne, gerechte und gebührenfreie Bildung zu erreichen.

Die Vize-Bürgermeisterin Gudrun Klomburg hatte die Laudatio für die Ehrung der anwesenden Jubilare für langjährige Parteimitgliedschaften übernommen. Insgesamt blicken fünf Mitglieder des Stuhrer SPD-Ortsvereins auf eine 25- bis 60-jährige Mitgliedschaft zurück.

Das Duo „Der siebte Ton“ mit Tanja Scherbaum (Gesang) und Dominik Kroll (Keyboard) sorgte mit unterhaltsamen Klängen für den musikalischen Rahmen.

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