Gleichstellungsbeauftragte Annegret Kurth zieht es zurück in die Hauptstadt

Ein Koffer stand immer noch in Berlin

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Annegret Kurth ist seit über drei Jahren Gleichstellungsbeauftragte in Stuhr. Nun geht sie zurück nach Berlin

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Die Gleichstellungsbeauftragte Annegret Kurth kehrt der Gemeinde zum 31. Dezember den Rücken. Die 62-Jährige hat ihren Job im Rathaus gekündigt. „Mich zieht es zurück nach Berlin, dort schlägt mein Herz.“

Vor drei Jahren und vier Monaten hatte die Diplom-Soziologin die Stelle angetreten. Sie ist die Nachfolgerin von Annegret Merke, die in den Ruhestand gegangen war. „Es waren familiäre Gründe aus denen ich damals hierher gekommen bin“, berichtet sie. Und: „Es war absolutes Neuland für mich, in einer ländlichen Region zu arbeiten.“

Die Lebensplanung der Menschen sei ganz anders als in Großstädten wie etwa Berlin. Deshalb habe sie auch einen Teil ihrer Arbeit darauf verwendet zu schauen, wie Familien entlastet werden und Frauen zurück in ihren Beruf gelangen können.

Während ihrer Tätigkeit für die Kommune hat sie nach eigener Aussage viele Kontakte aufgebaut und einiges auf die Beine gestellt. So war Gewalt gegen Frauen immer ein großes Thema für die gebürtige Bremerin. „Ich habe im Frauentreffpunkt ‚Sie(h)da‘ eine Beratungsstelle eingerichtet“, sagt Kurth. Zusätzlich hat sie die Räume auch ein Stück für Männer geöffnet und Workshops für Familien angeboten. „Es geht dabei vor allem um allein erziehende Väter, aber auch Flüchtlinge.“

Die Integration habe ihr außerdem am Herzen gelegen. So habe sie beispielsweise Deutschkurse für Migrantinnen organisiert sowie Angebote für traumatisierte Frauen und Kinder. Außerdem hat sie vor zwei Jahren mit dem Unternehmerinnenforum (Ufo) den ersten Existenzgründerinnentag auf die Beine gestellt.

Kurth hatte in Göttingen und Berlin studiert und dort auch gearbeitet. Unter anderem gründete sie das nach eigener Aussage bundesweit erste Therapiezentrum für drogenabhängige Frauen, arbeitete als Gleichstellungsbeauftragte an einer Berliner Fachhochschule und war Geschäftsführerin eines Jugendhilfevereins. „Eigentlich habe ich immer eher projektbezogen gearbeitet“, blickt sie zurück.

Kurth ist in Bremen aufgewachsen. „Ich habe meine Jugend hier verbracht, vor allem in der Disco Lila Eule.“ Mit dem Bremen von früher sei die Hansestadt jedoch nicht mehr zu vergleichen. „Ich habe in den vergangenen drei Jahren ein modernes und vielfältiges Bremen kennen gelernt.“ Dennoch habe sie während der gesamten Zeit immer ihre Wohnung in Berlin behalten

Ihren letzten Arbeitstag hat Kurth voraussichtlich am 23. Dezember. „Ich hoffe, dann ist mein Schreibtisch leer.“ Konkrete Pläne für die Zukunft hat sie noch nicht. „Ich habe Kontakte in Berlin und möchte wieder in dem Bereich Beratung und Supervision arbeiten.“

Eine Nachfolgerin für die in Vollzeit angestellte Annegret Kurth gibt es laut dem Ersten Gemeinderat Ulrich Richter noch nicht. Es brauche zuerst eine politische Entscheidung, welchen Stellenumfang die Tätigkeit der Gleichstellungsbeauftragten zukünftig einnehmen soll, dann solle die Stellenausschreibung zeitnah erfolgen. „Ich könnte mir aber vorstellen, dass es in etwa so bleibt wie bisher.“ Eine Vakanz auf der Selle ist laut Richter jedoch nicht zu vermeiden.

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