Cellistin Sara Kanarski belegt einen zweiten Platz beim Bundesentscheid

„Es ging für mich ja eigentlich um nichts“

Die 18 Jahre alte Sara Kanarski hat große Pläne: Die Preisträgerin bewirbt sich zurzeit für ein Bachelor-Studium und muss dafür an verschiedenen Musikhochschulen vorspielen. - Foto: Ehlers

FAHRENHORST - Von Sandra Bischoff. Sara Kanarski hat in ihrer Altersklasse einen zweiten Platz beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Kassel belegt. Dabei ist die Cellistin nicht unbedingt angetreten, um sich mit anderen Nachwuchsmusikern zu messen, sondern vor allem, um das Vorspielen vor Fachpublikum zu üben.

„Ich bin immer sehr aufgeregt, wenn ich vor Prüfern spielen muss, anders als bei Konzerten, da bin ich eigentlich nie nervös“, sagt die 18-Jährige, die gerade ihr Abitur am Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst macht. So wurde sie vom Regional- über den Landes- bis zum Bundesentscheid geschickt. „Das war eine gute Übung“, sagt die Fahrenhorsterin.

Beim Vorspielen in Kassel am Freitag vorvergangener Woche zeigte das Üben dann auch den gewünschten Erfolg. „Ich habe gleich beim Einspielen gemerkt, dass es gut läuft. Der Saal des Kongresszentrums ist unheimlich groß, aber ich habe versucht, mir den Druck zu nehmen, weil es für mich ja eigentlich um nichts ging.“ Drei Stücke spielte die 18-Jährige, zwei Solowerke unter anderem von Johann Sebastian Bach, sowie in Klavierbegleitung das Cellokonzert d-Moll von Edouard Lalo. Moralische Unterstützung erhielt die 18-Jährige von ihrer Klavierbegleitung Ira Kim, mit der sie für ein Stück auf der Bühne stand, sowie von ihrem Vater Karl-Heinz, der mit den beiden Mädchen nach Hessen gereist war.

Die Sieger standen erst vergangenen Mittwoch fest. Ab Mittag konnten die Teilnehmer die Punktevergabe abrufen. „Ich war mit einer Freundin im Heidepark“, sagt Sara. Also teilte ihre Mutter ihr über eine Handynachricht mit, dass sie 22 von 25 Punkten erreicht hatte.

60 Jugendliche ihrer Altersklasse traten am Cello gegeneinander an. „Natürlich habe ich mich schon sehr gefreut, aber ganz überraschend war das nicht. Schließlich hatte ich ein paar andere Teilnehmer spielen hören.“

Jungstudentin an der Bremer Hochschule

Zudem wird die Schülerin seit Jahren stark gefördert. Im Alter von 13 Jahren nahm sie mit einem Bremer Streichquartett das erste Mal am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ teil. „Aber da sind wir ganz weit hinten gelandet. Wir haben das auch nicht so ernst genommen. Es war einfach toll, gemeinsam wegzufahren.“

Zwei Jahre später bewarb sie sich als Jungstudentin an der Hochschule für Künste in Bremen und lässt sich seitdem von ihrem Professor Alexander Baillie ausbilden. Die Schule lief währenddessen nebenher. „Jeden Nachmittag war ich in Bremen. Es hat einfach mehr Spaß gemacht, als für die Schule zu lernen.“ Ihrem Abi-Schnitt wird es wahrscheinlich nicht geschadet haben. „Ich bin glücklicherweise eine ganz gute Schülerin, ohne viel lernen zu müssen.“

Als Jungstudentin angenommen worden zu sein, ist für die Cellistin eine große Ehre, einen Abschluss bekommt sie jedoch nicht. Deswegen bewirbt sie sich zurzeit an Musikhochschulen des Landes.

In Essen hat sie bereits vorgespielt, die Aufnahmeprüfungen in Lübeck, Rostock und Bremen stehen noch an. „Am liebsten würde ich nach Lübeck gehen, dort kann ich verstärkt das tun, was ich später auch machen möchte: Kammermusik.“

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