Elisabeth Mießner liebt ihren Garten

„Es gibt immer was zu buddeln und zu ernten“

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Elisabeth Mießner prüft den Wein, der erst seit drei Jahren in ihrem Garten wächst. 

Stuhr - Von Andreas Hapke. Hortensien sind die Lieblingsblumen von Elisabeth Mießner. Kein Wunder also, dass es in ihrem Garten nur so davon wimmelt. „Sie sind so unterschiedlich, blühen lange und wechseln die Farbe“, schwärmt die 69-Jährige. Seit fünf Jahren besitzt sie eine Parzelle im Kleingartenverein Stuhr. „Die Blumen, das Draußensein – für mich ist das eine Ruheoase.“

Das war schon so, als Elisabeth Mießner noch als Altenpflegerin in der Psychiatrie eines Achimer Altenheims gearbeitet hat. Da sei sie nach der Nachtschicht direkt in den Garten gefahren und habe sich in der Laube ins Bett gelegt. Die Nähe zu Flughafen und Autobahn habe sie schon damals „nicht gekratzt“, sagt sie.

Für Elisabeth Mießner war immer klar: „Wenn ich Rentnerin bin, will ich etwas zu tun haben. Damals hatte ich ja noch keine Enkelkinder.“ Und nachdem sie ihr 1 000 Meter großes Grundstück in Groß Ippener gegen eine Wohnung in Kirchweyhe getauscht hatte, habe ihr ein Garten gefehlt. „Das wollte ich unbedingt wiederhaben.“

Die Gelegenheit bot sich vor fünf Jahren, als der Kleingartenverein seinen 70. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür feierte. „Da bin ich mit dem Rad durch die Siedlung gefahren und habe gesehen, dass drei Grundstücke frei waren. Ich habe sie mir angesehen und mich sofort für diesen Garten entschieden.“ Das Häuschen und die Terrasse hätten ihr auf Anhieb zugesagt, die Bepflanzung weniger. „Große Teile waren mit Friedhofsbäumen bestückt. Das war gruselig.“ Der Mann einer Freundin habe ihr dabei geholfen, die Bäume abzusägen. Wegen ihres Gartens ist Mießner kurze Zeit später von Kirchweyhe nach Stuhr gezogen.

Zuerst habe sie ein Hochbeet angelegt, in dem sie Mangold, Rote Beete, Salat, Bohnen, Staudensellerie und Fenchel anbaut. Andernorts wachsen Stachel-, Brom-, Him-, Blau- sowie rote und schwarze Johannisbeeren. Vor allem letztere seien sehr gesund. „Da mache ich Saft, Sirup und Likör draus.“ Hinzu kommen Kartoffeln, Erbsen, Möhren und Tomaten, die in einem Gewächshaus gedeihen. „Es gibt immer was zu buddeln und zu ernten“, sagt die Rentnerin. Sie verbringe sehr viel Zeit im Garten, selbst im Winter sei sie zweimal pro Woche dort. Deshalb fahre sie höchstens ein paar Tage oder eine Woche weg. „Für mich ist der Garten mein Urlaub.“

Was Elisabeth Mießner nicht selbst verbraucht, friert sie ein oder bringt sie unters Volk. „Es gibt viele Abnehmer. Da wird ordentlich verteilt“, sagt sie. Da wären zum einen ihre drei Kartenrunden, mit denen sie sich regelmäßig verabredet. Zum anderen ihre beiden Zwillinge (29) mit den insgesamt bald fünf Enkelkindern. Inzwischen kommen einige von ihnen regelmäßig zu Besuch. „Die Dreijährige will immer helfen. Kürzlich haben wir zusammen Erbsen gepult“, erzählt Elisabeth Mießner. Sie selbst hat als kleines Mädchen oft im Garten der Großeltern herumgetobt. Geschichte wiederholt sich.

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