Bei seinen Lesungen kann sich Juraj Sivulka auf die AG Bühnentechnik verlassen

„Das gibt mir eine große Sicherheit“

Sie beherrschen die Technik bei Veranstaltungen der KGS Moordeich: (v.l.) Phil Wassersleben, Maximilian Fuchs, Melvin Moschkau und Kevin Ansorge.

Moordeich - Von Andreas Hapke. Wenn Juraj Sivulka mit seiner Reihe „Stationen eines Lebens“ in der Aula der KGS Moordeich auftritt, dann ist er froh über die Truppe hinter den Kulissen. Auf die Jungs der Ganztags-AG Bühnentechnik ist Verlass, das wissen alle neun Darsteller. Gemeinsam mit den Schülerinnen Anna Kauf und Elisa Gluschke rezitiert Sivulka am Freitag, 22. März, den Dichter Rainer Maria Rilke. Pianist Bernhard Schencke und fünf weitere Musiker begleiten das Trio dabei.

Die Jungs sorgen unter anderem für den richtigen Ton, das passende Licht und dafür, dass die Powerpoint-Präsentation mit den Texten Rilkes rechtzeitig fortgesetzt wird. Sie schalten die Headsets punktgenau an und aus, damit niemand außer demjenigen zu hören ist, der gerade spricht. Dann gibt es noch den Backstage-Manager, der die Protagonisten rechtzeitig auf die Bühne schiebt und als Ansprechpartner bei Störungen fungiert. Wer am nächsten Freitag welche Aufgabe erfüllt, steht noch nicht fest. Das gehe reihum, berichten die Jugendlichen. Ziel sei es, den Besuchern ein störungsfreies Erlebnis zu bereiten.

„Das Interessanteste ist der Job am Licht- oder am Tonmischpult“, sagt Phil Wassersleben. Der 16-Jährige hat sich nach eigener Auskunft immer schon für Technik begeistert, auch weil sein Vater „in der Branche ‘was gemacht hat“. Er selbst hat zwar schon ein Praktikum als Fachkraft für Veranstaltungstechnik absolviert, möchte das aber beruflich nicht weiter verfolgen. „Das soll ein Hobby bleiben.“ Außerhalb der Schule gibt er hin und wieder den DJ. Wie die meisten zählt Phil seit sechs Jahren zur AG.

Natürlich ist in dieser Zeit auch mal etwas schiefgegangen. „Wir wollen Fehler vermeiden, aber sind halt keine Profis“, sagt Kevin Ansorge. Er erinnert sich an die Störung eines Headsets, das kurzerhand durch ein Mikrofon ersetzt wurde. Ein anderes Mal hängte sich der Computer auf, und die Präsentation der Textseiten stockte. Laut Sivulka hatten die Jungen das schnell wieder im Griff. Nur eine einzige Seite sei für das Publikum nicht zu lesen gewesen. „Wenn man sich bei der Planung Mühe gibt, dann kann man mit Fehlern besser umgehen“, erklärt Bernhard Schencke.

„Wir versuchen, uns bei jeder Veranstaltung zu steigern“, fügt Melvin Moschkau hinzu. Und davon gibt es in der Lise-Meitner-Schule bis zu zehn pro Jahr. Neben den Lesungen Sivulkas betreut die AG auch die Musikabende im Sommer und im Winter sowie die Einschulungs- und die Entlassfeiern. Dann müssen die Techniker ihren Job für bis zu 500 Besucher machen.

Auch Moschkau hat bereits in früher Kindheit mit Technik herumhantiert und ist stets dabei gewesen, wenn der Papa zum Handwerker wurde. Nach der Schule möchte er eine Ausbildung zum Elektroniker absolvieren. Für ihn wie für Maximilian Fuchs gilt: Wenn sie eine Veranstaltung besuchen, interessieren sie sich mehr für die Technik als für das, was auf der Bühne passiert.

Von dieser Neugier profitieren Sivulka & Co. „Ich könnte zu Hause noch nicht mal eine Glühbirne einschrauben“, scherzt der Deutschlehrer und Hobbyrezitator. „Wenn ich auf der Bühne rumlaufe, dann bin ich vertieft in meinen Text und froh, dass ich den schaffe. Es gibt mir eine große Sicherheit, wenn ich weiß, es funktioniert alles.“ Kevin Ansorge wiederum findet es „wichtig, dass man uns vertraut. Das ist ein Stück Anerkennung für unsere Arbeit“.

Nur ein einziges Mal, am Dienstag kommender Woche, steht eine Probe aller am Stück beteiligten Personen an. Die kann laut Sivulka schon mal von 13.45 bis 18 Uhr dauern. Bei den großen Aufführungen, etwa den Musikabenden, ist die Bühnencrew laut Phil Wassersleben sogar die ganze Woche über mit Vorbereitungen beschäftigt. Zur Entlassfeier kommen bis zu 500 Personen. Das kann auch nach sechs Jahren noch für Lampenfieber hinter der Bühne sorgen. „Es wird nie wirklich Routine“, sagt Kevin Ansorge.

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