Internationaler Aktionstag für Frauen

Gewalt kommt nicht in die Tüte

Auf diesem Bild zeigen Frauen des Kurses „Integration durch Begegnung mit Sprache und Kunst“ ihre Fluchtwege aus Afrika.

Stuhr - Von Andreas Hapke. „Schweigen schützt Täter. Helfen Sie uns, Gewalt gegen Frauen zu ächten und zu ahnden“ – dieses Zitat von Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes Wiesbaden, sowie weitere Äußerungen von Personen des öffentlichen Lebens zieren die Brötchentüten zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“.

Erneut haben die Gleichstellungsbeauftragten der Landkreise Diepholz und Nienburg gemeinsam mit der Bäckerinnung diese Aktion unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ für den morgigen Freitag auf die Beine gestellt. Auf Initiative von Terre des Femmes setzen Menschen seit dem 25. November 2001 an diesem Tag ein Zeichen für die Rechte von Frauen. Auch am Stuhrer Rathaus wird wieder die Fahne gehisst.

„Häusliche Gewalt ist ein Straftatbestand“, betont die Gleichstellungsbeauftragte Nicole Feldmann-Paske. Der Aktionstag diene dazu, die Betroffenen aus der Isolation herauszuholen und das Thema zu enttabuisieren.

Dazu passt es, dass das Projekt „Integration durch Begegnung mit Sprache und Kunst“ an die Öffentlichkeit geht. In dem Kurs verarbeiten Migrantinnen aus Eritrea, Liberia und Somalia ihre Fluchterfahrungen, indem sie unter Leitung von Künstlerin Anke Nesemann Bilder malen oder Tonobjekte formen. Zwei Wochen lang stellen die Frauen ihre Arbeiten in der Bibliothek an der Jupiterstraße aus. Die Vernissage beginnt morgen um 18 Uhr und ist laut Feldmann-Paske „auch für Männer geöffnet. Sie können sich solidarisieren und zeigen, dass ihnen der Tag wichtig ist.“

Mit gutem Beispiel geht eine von Sprachmittler Hussein Moubarak betreute Gruppe von Männern mit Fluchtgeschichte voran, die an diversen Standorten in Brinkum, etwa Zob, Netto und Rewe, Rosen und Solidaritätskärtchen verteilt. Sie sind mit deutschsprachigen Begleitern unterwegs. Hintergrund sind die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln, von denen sich die Männer distanzieren wollen. Auf ihren Kärtchen steht das Bekenntnis der Männer, dass Gewalt nicht in ihrem Namen geschehe. Die Rückseite ziert eine Dankesbotschaft. Die Aktion soll voraussichtlich zwischen 15.30 und 18 Uhr über die Bühne gehen.

Ausschließlich an Frauen richtet sich ab 19 Uhr das Gestalten von sogenannten Sorgenfresserpüppchen im Frauentreff „Sie(h)da“. Dazu lädt das Näh-Café „Nähen & Klönen „des Mehrgenerationenhauses ein. Darüber hinaus können sich Frauen untereinander austauschen und sich bei Manuela Grambart-Fiefeick zur häuslichen Gewalt beraten lassen. Sie ist Ansprechpartnerin der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen im Netzwerk gegen häusliche Gewalt.

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