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Gestiegene Kraftstoffpreise führen zu Preiserhöhungen bei Stuhrer Fahrschulen

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Von: Annum Malik

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Spritpreise sind in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen. Das bekommen die Fahrschulen zu spüren.
Spritpreise sind in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen. Das bekommen die Fahrschulen zu spüren. © Peter Kneffel/dpa

Wer in den kommenden Monaten in Stuhr seinen Führerschein machen möchte, wird dafür deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als in der Vergangenheit. Mehrere örtliche Fahrschulen bestätigen auf Nachfrage der Kreiszeitung, dass die steigenden Spritpreise an den Tankstellen zu zum Teil deutlich höheren Preisen für Fahrschulstunden geführt haben.

Stuhr – Bianca Högemann ist Inhaberin der gleichnamigen Fahrschule. In Anbetracht der steigenden Spritpreise sagt sie: „Wir können uns nicht kaputt wirtschaften.“ Durch Alt-Verträge zu Konditionen, die mit niedrigeren Tankpreisen berechnet wurden, fahre Högemanns Fahrschule Verluste ein. Mithilfe ihres Steuerberaters habe sie die laufenden Kosten ihrer Fahrschule neu kalkuliert. Sie hat den Preis für eine 45-minütige Übungsstunde von 51 auf 54 Euro anheben müssen.

Die Gründe sind nicht nur die gestiegenen Spritpreise. Vor 15 Jahren bekam die Inhaberin der Fahrschule Bianca Högemann als angestellte Fahrlehrerin zwölf Euro Stundenlohn. Die Fahrlehrer verlangten mittlerweile eine höhere Entlohnung. Mindestens 20 Euro seien angesichts des Fahrlehrermangels der Standard.

Deutliche Preisunterschiede zum Vorjahr

In der Stuhrer Fahrschule Dodo Garrelfs erhöhte Inhaber Jörg Thomsen ebenfalls die Preise der Übungsstunde. Seit Januar zunächst um zwei Euro, mittlerweile müssen Fahrschüler im Vergleich zum Vorjahrespreis von 56 Euro sieben Euro mehr, sprich 63 Euro zahlen.

Der Inhaber der Fahrschule Reinholz, Volker Reinholz, gab ähnlich wie die anderen Stuhrer Fahrschulen an, dass die Preise für den praktischen Fahrschulunterricht in neu abgeschlossenen Verträgen erhöht wurden. Bei ihm sind es um drei Euro mehr zum bisherigen Preis.

Was Fahrschüler freuen dürfte: Geschäftsführer Ulrich Paetz der Fahrschule Akademie 95 gibt an, dass die Auto-Fahrstundenpreise bei ihm nicht angehoben wurden – vorerst. Die Fahrschule hat ihren Schwerpunkt auf der Lkw- und Busausbildung. Ein Lkw verbrauche etwa 30 Liter auf 100 Kilometer. Daher habe die Fahrschule die Preissteigerung an der Tanksäule mit einer Erhöhung des Preises für eine Lkw-Fahrstunde um 15 bis 20 Prozent weitergegeben.

Ist der Umstieg auf E-Mobilität die Lösung?

Dann lieber auf E-Mobilität umsteigen? Keine der Stuhrer Fahrschulen zeigt in der Hinsicht Begeisterung. Das Frustrierende, wie es auch der Fahrlehrer Andreas Rachow, Angestellter der Fahrschule Reinholz, formuliert: die Wartezeit von mitunter einem Jahr für ein neues E-Auto.

Fahrschulinhaber Volker Reinholz wollte mit der Zeit gehen und jungen Fahrschülern, die dem E-Auto-Trend folgen möchten, eine Möglichkeit bei sich bieten. Der Liefertermin sei aber bereits zum vierten Mal verschoben wurden. Voraussichtlich im Oktober könnte das erste E-Auto nach aktuellem Stand auf dem Hof der Fahrschule stehen.

Auch auf die gestiegenen Stromkosten machte Rachow aufmerksam. Die E-Autos seien unter diesem Aspekt weniger attraktiv. Da langfristig nichts anderes gefördert werde, zeigt er sich zuversichtlich: Immerhin entwickle sich die Technik weiter.

Zu viele negative Faktoren sprechen gegen das E-Auto

Die geringere Reichweite, höhere Auflagen aufgrund der Brandgefahr von E-Autos sowie die problematische Entsorgung der Batterien seien Gründe, die Bianca Högemann an Dieselfahrzeugen festhalten ließen. Ihrer Meinung nach sei mit Rußpartikelfiltern und der Ad-Blue-Technologie, um den Ausstoß von Stickoxiden zu reduzieren, immerhin ein großer Aufwand in Richtung mehr Umweltschutz für diese Autos betrieben worden.

Der E-Mobilität steht auch Jörg Thomsen skeptisch gegenüber: „Verbrenner sind für mich das sauberste Fahrzeug“, sagt er. Durch das Ausspülen der Lithium-Batterien von E-Autos werde das Grundwasser zusätzlich verseucht, so Thomsen. An E-Autos festzuhalten, sei ein Blindflug der Politik. Für ihn überwiegen die Nachteile bei E-Autos, weshalb er sich eine Zukunft wünscht, in der synthetische Kraftstoffe eine wichtigere Rolle einnehmen, als sie es heute tun.

E-Autos steht Ulrich Paetz trotz günstiger Leasing-Preise, wie er sagt, kritisch gegenüber.

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