Spielleitplanung der Gemeinde abgeschlossen

Gestaltung öffentlicher Flächen: Kinder und Senioren in Stuhr planen mit

Spielplatz an der Venusstraße in Stuhr-Brinkum.
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Auch der Spielplatz an der Venusstraße hat im Zuge der Spielleitplanung neue Geräte bekommen.

Die Spielleitplanung hatte zum Ziel, die Freiflächen im Wohngebiet Briseck unter Mitwirkung von Kindern und Senioren zu gestalten. Das Verfahren ist jetzt beendet. Die meisten der beschlossenen Maßnahmen seien umgesetzt, sagt Stadtplanerin Ayse Gül Önder. Gekostet hat das rund 65 000 Euro.

Stuhr – Unter dem Motto „Groß und Klein“ hatte der Rat der Gemeinde Stuhr im Frühjahr 2015 einen Spielleitplan für das Wohngebiet Briseck abgesegnet. Dessen Ziel: Frei- und Verkehrsflächen im Interesse von Kindern, Jugendlichen und Senioren zu entwickeln – und vor allem: Diese Zielgruppen am gesamten Planungsprozess zu beteiligen.

Stadtplanerin Ayse Gül Önder war bei Recherchen auf dieses Verfahren gestoßen. „Wie beteiligt man Kinder und Jugendliche? Die konventionelle Bauleitplanung gibt das so nicht her“, sagt sie. Und ohne eine andere Form der Beteiligung nehme der Nachwuchs Veränderungen in seinem Umfeld nicht wahr. Der Ratsbeschluss wäre nicht unbedingt notwendig gewesen. „Doch so hat das Ganze gleich eine andere Verbindlichkeit“, sagt die zuständige Fachbereichsleiterin Kerstin Frohburg.

Inzwischen ist die Spielleitplanung abgeschlossen. Laut der Stadtplanerin sind jetzt die meisten Maßnahmen mit Gesamtkosten von 65 000 Euro umgesetzt, beschlossen von der AG Spielleitplanung im Frühjahr 2016. Von dem Geld hat die Kommune überwiegend Spielgeräte und Sitzgelegenheiten angeschafft. Veranschlagt hatte sie dafür 75 000 Euro.

Wünsche kleiner und großer Kinder sind eingeflossen

Eingeflossen waren Wünsche kleiner und großer Kinder, die seinerzeit die Kindertagesstätte Marsstraße sowie die Grundschulen in Brinkum und Seckenhausen und die KGS Brinkum besucht hatten. Sie hatten ebenso Fragebögen ausgefüllt wie Bewohner des Hansa-Pflegezentrums an der Weyher Straße. Einige Senioren hatte die Gemeinde auch über den Verein Pro Dem kontaktiert.

„Wir wollten alle Altersgruppen erreichen, eine breite Beteiligung “, berichtet Gül Önder. Darauf zielten auch eine Online-Beteiligung und die Auftaktveranstaltung ab, zu der die Gemeinde alle Anlieger eingeladen hatte. „Die Rückläufe waren zufriedenstellend. Vor allem in den Schulen und den Kindertagesstätten hat das sehr gut geklappt“, bilanziert Gül Önder. 118 Teilnehmer reichten 300 Stellungnahmen ein. Die Stadtplanerin spricht von einer „guten Quote“.

Laut Frohburg konnte nicht jedes Spielgerät, nicht jede Rückmeldung umgesetzt werden. „Wir haben das ja an den Vorschlägen des St.-Paulus-Kindergarten für den Stuhrer Ortskern gesehen. Ein Dinosaurier-Park ist schwierig, eine Rakete schon leichter“, sagt sie und lacht.

Im Fall der Spielleitplanung hat die Gemeinde zum Beispiel Abstand von der Wasserspielfläche auf dem Ostrzeszów-Platz genommen. Dafür hat sie dort eine Tampenschaukel und ein Fußballtor mit Kletterfunktion aufgestellt. Die Sorge, die Wasserspielgeräte könnten Ziel von Vandalismus werden, habe eine Rolle gespielt. „Und es kann nicht sein, dass das Wasser dauerhaft läuft“, sagt Frohburg.

Klettergerüste, Wippen, Drehkarussell

Insgesamt haben Kinder, Jugendliche und Senioren sechs Freiflächen im Hinblick auf ihre Ausstattung unter die Lupe genommen. Ein Drehkarussell und ein Klettergerüst etwa hat der Spielplatz an der Venusstraße bekommen, ein Klettergerüst und eine Wippe der Spielplatz an der Weyher Straße. Das Aufstellen von Fitnessgeräten im Grünzug an der Weyher Straße wurde von der Gemeinde nicht als erforderlich erachtet, da mit der Funsportanlage am Brunnenweg in Brinkum vergleichbare Möglichkeiten vorhanden seien.

Dass hier und da neue Sitzgelegenheiten aufgestellt wurden, haben nicht alle Anwohner begrüßt. Ihre Kritik: Dies würde mehr Jugendliche anziehen, die Ruhestörung nehme zu. „Wenn sie in den Abendstunden da sitzen und laut sind, kollidiert das mit dem berechtigten Ruhebedürfnis der Anwohner“, sagt Frohburg. Über den „normalen Spielplatzlärm“ beschwere sich niemand. „Da müssen wir Ideen entwickeln, die Interessen beider Seiten unter einen Hut zu bringen. Wir müssen eine bedarfsgerechte Lösung für die Jugendlichen und die Anwohner finden. Wir diskutieren da ganz viele Dinge.“

Außer Vorschläge für die Gestaltung der Siedlungs- und Freiflächen habe es noch „ganz viele Anregungen gegeben, was den Verkehr angeht“, sagt Gül Önder. „Doch das ist ein Paket an sich und kann nicht durch die Spielleitplanung verändert werden.“ Dies sei beim Fachdienst Verkehr und Feuerwehr richtig aufgehoben.

Die bislang gesparten 10 000 Euro könne die Gemeinde noch ausgeben, sagt Ayse Gül Önder. Das Anlegen von Verstecken auf dem Ostrzeszów-Platz etwa stehe noch aus.

Von Andreas Hapke

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