Nabu und Kreissparkasse spenden Baum

Geschenk zur 850-Jahr-Feier: Die Stuhrer Geburtstagslinde steht

Drei Männer stellen einen Baum am Rathaus Stuhr auf.
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Mitarbeiter des Stuhrer Bauhofs arbeiten daran, den gespendeten Baum auf der Rasenfläche vor dem Rathaus aufzustellen.

„Was ist passender, als der Gemeinde einen Geburtstagsbaum zu schenken?“, dachte sich der örtliche Naturschutzbund und spendete gemeinsam mit der Kreissparkasse eine Winterlinde für den Rathausrasen. Anlass ist die 850-Jahr-Feier, welche die Kommune im kommenden Jahr nachholen möchte. 

Stuhr – Ein paar routinierte Stampfer hier, ein paar Schaufeln Erde dort – schon steht sie kerzengerade vor dem Stuhrer Rathaus, die rund sechs Jahre alte Winterlinde. Leno Holscher, Frank Eickhorst, Andreas Bönsch und Marius True sind zufrieden. Die vier Mitarbeiter des Stuhrer Bauhofs haben nur ein paar Minuten gebraucht, um das jüngste Mitglied der Baumgruppe vor dem Rathaus an seinen Platz zu bringen. Dort soll die Winterlinde – wenn alles gut geht – die kommenden Jahrhunderte verbringen.

Ganz so weit denkt Bernhard Helmerichs noch nicht. Der Biotop-Verantwortliche des Nabu Stuhr hat erst einmal das kommende Jahr im Visier. Denn 2022 will die Gemeinde – wenn Corona es zulässt – in angemessenem Rahmen ihre 850-Jahr-Feier nachholen. Zu diesem Anlass, so fand Helmerichs, ist ein Baum als Geschenk gerade richtig. „Als Symbol für die naturnahe Gemeinde Stuhr“, erklärt er.

Sponsor war schnell gefunden

Der Nabu-Vertreter lobt die „tolle Zusammenarbeit“ mit der Gemeindeverwaltung. „Was ist passender, als der Gemeinde einen Geburtstagsbaum zu schenken?“ Auch ein Sponsor war schnell gefunden: Die Kreissparkasse (KSK) übernahm den Kauf und die Anlieferung des Baumes von einer Dötlinger Baumschule. „Ich finde die Idee, einen Baum zu schenken, total sympathisch“, sagt KSK-Marketingchef Ralf Warnecke.

Der Nabu hatte sich nach einem längeren Entscheidungsprozess gegen einen Ginkgo und für eine Winterlinde entschieden. „Die ist insektenfreundlicher“, erklärt Helmerichs.

Für ihn ist der Geburtstagsbaum mehr als nur ein Präsent an die Gemeinde. Seine Idee: Wie wäre es denn, wenn man unter der Winterlinde einen Treffpunkt schaffen könnte, wo sich Stuhrer Bürger an ihrem Geburtstag mit Freunden treffen können?

Geschafft - die Winterlinde steht. Die Beteiligten von Gemeinde, Kreissparkasse, Nabu und Bauhof freuen sich gemeinsam.

Mit diesem Vorschlag rannte er beim Stuhrer Bürgermeister offene Türen ein. Stephan Korte fand ohnehin einen Baum als Geschenk zum runden Geburtstag passend. Zum 800-Jahr-Jubiläum in Moordeich sei ein Findling aufgestellt worden – ein beeindruckender, aber eben toter Stein. Ein Baum sei da doch die viel größere Herausforderung.

Und weil Linden zu den langlebigsten Bäumen überhaupt gehören, dürfte – wenn der Baum wie gewünscht anwächst – noch so mancher Stuhrer Verwaltungschef der Zukunft ein Auge auf den Wuchs des Baumes haben. Vielleicht, sinnierte Korte, stehen dann zur 1250-Jahr-Feier unsere Nachfahren auch noch um diesen Baum.

Für die kommenden Monate bekam Korte gleich mal eine Pflegeanleitung mit auf den Weg: Wann immer er daheim die Blumen gießt, sollte der Baum auch eine Ladung Wasser bekommen.

Ausschuss für Klimaschutz

Der Bürgermeister nutzte den Anlass aber auch noch für ein paar ernste Sätze. Man lebe in schwierigen Zeiten, betonte er. Klimaschutz werde nicht nur von der Bundespolitik gemacht. „Wir können uns nicht zurücklehnen und mal schauen, was ,die da oben‘ machen.“ Das Umdenken beginne vor Ort, und da habe Stuhr mit dem neuen Rat bereits „ein paar gute Saschen auf den Weg gebracht“ – wie etwas den Ausschuss für Klimaschutz.

Die Idee der Geburtstagslinde als Treffpunkt „spricht mich sehr an“, sagte Korte. Es passe richtig in die Pläne von der Ortskernentwicklung, die ja nicht zuletzt auch den Bereich rund um das Rathaus zum Gegenstand habe. „Wir wollen diesen Bereich als Mitte des Ortes entwickeln.“ Wenn die Pläne aufgingen, werde sich das gesamte Umfeld „ganz enorm verändern“. Und wer weiß – vielleicht stellt die kleine Linde ja irgendwann einen markanten Teil dieser Ortsmitte dar.

Von Frank Jaursch

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