Anrainer bekommen B6-Sanierung zu spüren

Geschäftsleute beklagen „Einbußen von 50 Prozent“

Die Bundesstraße 6 bekommt in Brinkum-Nord unter anderem eine neue Fahrbahndecke. Die Arbeiten liegen im Zeitplan, machen sich aber in den Kassen der umliegenden Geschäfte negativ bemerkbar. - Foto: Husmann

Brinkum-Nord - Die aufwendige Sanierung der Bundesstraße 6 bringt die anliegenden Gewerbetreibenden in Brinkum-Nord ordentlich ins Schwitzen. Viele Kunden scheinen das Areal derzeit zu meiden. Das bekommen die umliegenden Geschäfte schmerzhaft zu spüren.

„Furchtbar“, fasst Irina Nering die derzeitige Lage vor Ort zusammen. Sie ist als Filialleiterin für den Drogeriemarkt dm an der Bremer Straße 106 verantwortlich. Gemeinsam mit 16 Mitarbeitern kümmert sie sich um das Geschäft. „Wir haben Einbußen von gut 50 Prozent“, klagt Nering. Dabei seien die Läden an der Bremer Straße 106 über den „Schleichweg“ via Gottlieb-Daimler- und Rudolf-Diesel-Straße trotz der Arbeiten zu erreichen. „Die Kunden können so zu uns kommen, aber viele wissen das nicht“, so Nering.

„Wir verkaufen Klopapier, Babynahrung und Spülmittel, das fährt man auch mal spontan holen, wenn es aus ist“, so Nering. Doch genau das lassen derzeit viele Kunden sein, hat sie festgestellt. Die Käufer, die dennoch kämen, seien indes ziemlich genervt von der gesperrten Zufahrt an der Bremer Straße und der schlechten Beschilderung, berichtet sie.

Das hat auch Jennifer Radewyk festgestellt. Sie arbeitet in der benachbarten Filiale der Easy-Apotheke. Die Informationen zur Baustelle seien an sich zeitig übermittelt worden, doch an der Beschilderung hapert es in ihren Augen. „Es ist schlecht ausgeschildert“, setzt die Angestellte nach. Das typische „Sommerloch“ zur Urlaubssaison kenne man auch in ihrer Branche. „Aber es kommen jetzt definitiv weniger Leute zu uns als sonst um diese Zeit“, sagt sie.

Einbußen bei Drogerie und Burgerbraterei

Auch bei Burger-King auf der anderen Seite der Bremer Straße gehen in diesen Tagen weniger Hamurger & Co. über den Tresen. Ajman Mosa sagt, er sei mittlerweile seit zehn Jahren dort als Filialleiter beschäftigt. „So wie jetzt war’s noch nie“, bedauert er. „Viele Gäste konnten nicht an den Drive-In-Schalter fahren und haben sich darüber beschwert“, erzählt er. „Wir liegen genau in der Mitte, sind also immer betroffen“, meint Mosa mit Blick auf die fortschreitenden Arbeiten vor seiner Tür. Das Fastfood-Lokal hat regulär geöffnet und ist unabhängig von den Arbeiten an der Bremer Straße zugänglich, stellt er klar.

Auch Bauleiter Martin Bormann von der Firma Winkler hat die Lage in dem Gebiet im Blick. Einige Gewerbetreibende haben ihn vor Beginn der Arbeiten angerufen. „Nachdem ich ihnen erklärt habe, wie alles geplant ist, waren sie beruhigt“, berichtet er.

Kritischen Anliegern hält er entgegen, dass bei der Einrichtung der Baustelle sehr wohl darauf geachtet worden sei, dass die Geschäfte an dem Areal der Bremer Straße 106 erreichbar sind. Aus diesem Grund habe man in dem Bereich eine Einbahnstraßenregelung eingeführt. Autofahrer hätten Bormann zufolge wie gehabt in die Baustelle einfahren und auf das Gelände gelangen können. „Außer am Sonntag, da war die Zufahrt von der Bremer Straße gesperrt“, schränkt der Bauleiter ein. „Aber an dem Tag herrschte ja auch kein Kundenverkehr.“

Insgesamt liegen die Arbeiten in diesem Bereich im Zeitplan, bestätigt er. Bormann ist zuversichtlich, dass dies auch so bleibt, sofern das Wetter mitspielt und kein Regen fällt. Wie die Gemeinde und die zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mitteilen, soll der umstrittene Bauabschnitt ab morgen wieder befahrbar sein. Rund eineinhalb Wochen sollen laut Jana Winkler, Fachbereichsleiterin Bau bei der Landesbehörde, in dem Bereich sogenannte Nebenarbeiten laufen. Dazu gehört zum Beispiel die Fahrbahnmarkierung.

Am morgigen Mittwoch beginnt der nächste Bauabschnitt. Die Arbeiten verlagern sich dann auf die rechte Fahrspur der Bremer Straße (aus Bremen kommend), teilt die Gemeinde mit. Die Zufahrten der Anrainer sollen während der Arbeiten an der Regenrinne erreichbar sein, heißt es weiter. Danach soll ein zweites Baufeld auf den beiden linken Fahrspuren der Bremer Straße eingerichtet werden. Dort ist eine Überfahrt auf dem Mittelstreifen vorgesehen.

Später sind darüber hinaus Brückenarbeiten im Bereich der Landesgrenze zu Bremen geplant. Jana Winkler zufolge kostet die gesamte Baummaßnahme rund 900.000 Euro.

Von Katrin Köster

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