Der Geruch von Rauch liegt noch immer in der Luft

Ursache des Feuers an der Varreler Schulstraße ist noch unklar

Uwe Seemann (rechts) und sein Sohn Cedric vor dem abgebrannten Haus an der Schulstraße in Varrel. In der unteren Wohnung lebt Uwe Seemanns Mutter, in der oberen sein Bruder mit Schwägerin und Neffen. - Foto: Ulf Buschmann

Varrel - Von Ulf Buschmann. Die Ursache des Hausbrandes an der Schulstraße in Varrel am frühen Donnerstagmorgen ist bis gestern Nachmittag noch nicht klar gewesen. Die Brandermittler der Polizeiinspektion Diepholz untersuchten das unbewohnbare Haus. Auch ein Vertreter der Versicherung war vor Ort. Unterdessen macht sich die Familie darüber Gedanken, wie es weitergeht. Auch die Schadenshöhe steht noch nicht fest.

Die Luft ist erfüllt vom Brandrauch. Im Vorgarten und den Seitengängen liegen heruntergerissene Dachisolierungen, verkohlte Dachlatten und Scherben von Dachpfannen. Passanten bleiben stehen und gucken sich das alles kopfschüttelnd an. Einige kommen mit Uwe und Cedric Seemann ins Gespräch. Sie sind – glücklicherweise – nur mittelbar betroffen von dem, was sich am Donnerstag in den frühen Morgenstunden an der Schulstraße in Varrel abspielte.

Wie berichtet, brannte dort ein Mehrfamilienhaus aus. Die Bewohner konnten sich gerade noch ins Freie retten. Sie sind zurzeit noch bei Verwandten und Nachbarn untergebracht.

Betroffen sind die Mutter, ein Bruder, die Schwägerin und ein Neffe von Uwe Seemann. Noch ist nicht klar, wie das Feuer ausbrechen konnte. Die Brandermittler der Polizeiinspektion Diepholz untersuchen das abgesperrte Grundstück noch. „Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden“, sagt Sprecherin Sandra Franke.

Papiertonne brannte zuerst

Dies vermuten auch Uwe und Cedric Seemann. Während sie sich ein Bild machen, berichten sie, dass eine vor dem Haus stehende Papiertonne zuerst gebrannt habe. Von dort habe sich das Feuer über die ehemalige Garage, die als Durchgang zur oberen Wohnung dient, bis in den Dachstuhl gefressen. Dass es Brandstiftung war, schließen Vater und Sohn unter anderem aus dem Umstand, „dass die Gegensprechanlage reagiert hat“, gibt Cedric Seemann die Ereignisse wieder.

Entdeckt habe Uwe Seemanns Schwägerin den Brand. Sie arbeitet in der Gastronomie und war erst in den frühen Morgenstunden nach Hause gekommen. Wenn sie nicht noch wach gewesen wäre, „könnten meine Verwandten jetzt vielleicht alle tot“ sein, schaudert es Uwe Seemann ein wenig.

Alarmiert wurde die Feuerwehr gegen 3.45 Uhr. Weil sich die Familie schon ins Freie gerettet hatte, konnten die Einsatzkräfte unter der Leitung von Ortsbrandmeister Rainer Troue sofort mit der Brandbekämpfung beginnen und forderten gleich Verstärkung an. Gegen 6.40 Uhr hieß es: „Feuer aus!“. Die Nachlöscharbeiten haben sich weitere zwei Stunden hingezogen.

„Die Gartenhütte ist immerhin heil geblieben“

Am Tag danach wird das ganze Ausmaß erst sichtbar. An einigen Stellen war es durch den Brand so heiß, dass das Metall der Regenrinnen geschmolzen ist. Dort wo der Brand ausgebrochen ist, sind Teile des Betons abgeplatzt. „Die Gartenhütte ist immerhin heil geblieben“, sagt Cedric Seemann. Hinterm Haus zeigt Uwe Seemann nach oben in Richtung Giebel: „Der Teil hat nichts abgekommen.“

Wie es weitergeht, ist noch nicht klar. Uwe Seemanns Bruder und seine Familie benötigten erst einmal eine Wohnung. Die Mutter lebt bei Uwe Seemann. Der genaue Schaden muss von der Versicherung ermittelt werden. Erst dann können die Handwerker anrücken. Mit viel Glück könne die Familie im Sommer, wahrscheinlich aber erst Ende des Jahres zurückkehren, vermuten beide.

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