Geöffnete Geschäfte in Brinkum-Nord und in Groß Mackenstedt erweisen sich als Besuchermagneten

Der große Weihnachtsumtausch

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Eine lange Schlange hat sich vor einem Geschäft in Groß Mackenstedt gebildet. Die Besucher warten auf den Start des verkaufsoffenen Sonntags.

Stuhr - Von Maren Jensen. Auf geht's in die Schlacht – So oder so ähnlich lautete wohl das Motto aller, die am Wochenende ihr Weihnachtsgeld auf den Kopf hauen wollten, missglückte Geschenke umtauschen oderdie letzten Adventsschnäppchen zu ergattern versuchten. Um das Shoppingerlebnis zu verlängern, hatten gestern beim verkaufsoffenen Sonntag Einkaufszentren, Läden und Outlet Stores in Brinkum-Nord, und im Gewerbegebiet inGroß-Mackenstedt um die Gunst der Kunden gebuhlt.

In Brinkum-Nord nutzen viele Besucher das Wochenende, um einkaufen zu gehen.

Zahlreiche Besucher aus unterschiedlichen Bundesländern und sogar aus dem Ausland – das verrieten die Nummernschilder der parkenden Autos – drängten sich in die kleinen und großen Geschäfte. Besonders Frauenherzen schlugen bei den Angeboten „25 Prozent auf das ganze Sortiment“ oder „Adventsschlussverkauf – bis zu 70 Prozent reduziert“ höher. Neben den Shops für Freizeit-, Sport-, und Businessbekleidung versuchten viele Kunden auch ihr Glück im Fahrradladen oder in Dekorationsgeschäften.

Einen Tag nach Weihnachten schon Geldgeschenke auf den Kopf hauen? „Na klar! Das gehört sich so“, sagte die 18-jährige Caroline Wilken aus dem Emsland. „Ich bin eine Stunde hierher gefahren. Diese Angebote konnte ich mir nicht entgehen lassen“. Auch ihr Freund Marcel Albers aus Werlte (20) durchforstete euphorisch die Designerläden. „Ich hatte gestern auch noch Geburtstag, und gebe mein erspartes Geld nun für eine langersehnte Hose aus. Außerdem sind die Sachen hier günstiger als in den normalen Geschäften.“ In den so genannten „Stores“, eine Mischung aus dem üblichen Geschäftsambiente und den Fabrikgebäuden, wird in der Regel die Ware aus der Vorsaison verkauft. „Die Leute kaufen heute wirklich alles. Besonders Armbänder sind beliebt“, berichtete die Fossil-Kaufberaterin Rebecca Castanheira, 20, aus Arsten. „Ich arbeite zwar erst seit kurzem hier, aber heute ist wirklich die Hölle los!“. Besonders in Schmuckläden erstreckten sich die Kassenschlangen bis nach draußen in die Kälte. Teilweise herrschte sogar Verkehrschaos in den Parkplatz-Gassen.“ Hauptsächlich werden Uhren umgetauscht, die der Freundin nicht gefallen haben oder Gutscheine eingelöst“, sagte Castanheira.

Der Besucherstrom sei geringer als im Vorjahr, glaubte Verkäuferin Tanja Budelmann aus Erichshof. „Damen tauschten Handtaschen und die Herren Portemonnaies“, erklärte die Marc-Picard-Verkäuferin Manuela Güterloh.

Besucher aus der Ferne zieht es zum Ochtum Park.

„Es wurde relativ viel Waren zurückgegeben, wobei häufig Paare hierherkamen, teilweise aber auch die gesamte Familie.“ Ihre Kollegin Anna Sartison nickte zustimmend. Hoffnungsvoll versuchten Schnäppchenjäger reduzierte Restware zu bekommen. So auch die 17-jährige Finja Sobiraj aus Stuhr. „Ich möchte eine schicke Winterjacke bekommen. Leider keine Chance!“ Aber nicht allen Käufern erging es so wie Finja. Viele ergatterten noch einen Glücksgriff. Dazu zählte unter anderem Thomas Herre (26) aus Braunschweig, der noch ein reduziertes Handy erwarb. „Das war wirklich ein Glücksgriff“, sagte er stolz. Sogar aus den Niederlanden reisten mehrere Shoppinglustige an. „Wir kommen immer einmal im Jahr nach Weihnachten in das Outlet Brinkum, um von den Angeboten profitieren zu können“, erklärt Daan Vliet aus Roermond. Er reiste mit seiner ganzen Familie an. Plastiktütchen mit den Logos verschiedener Marken glänzten dabei in jeder Hand.

Mit dem Ansturm wurde hingegen Henning Adler, der Geschäftsführer des Media-Marktes in Groß Mackenstedt, öfter konfrontiert. Er nahm mit seinem Team schon das vierte Mal an der Aktion nach Weihnachten teil. Bevor die Türen überhaupt öffneten, sammelten sich schon hunderte Gäste in dicke Winterjacken gehüllt vor dem Geschäft. Neben der Vorstellung der neusten Produkte reißten sich besonders viele Kunden um reduzierte Fernseher. Gleich nebenan konnten viele Männerträume in Erfüllung gehen, denn Bauhaus vereinte den verkaufsoffenen Sonntag direkt mit dem 20. Geburtstag. Zwischen Losziehen und Glühweinständen war auch ein Roboter vorhanden, der den Geburtstag thematisierte.

Ob in Groß Mackenstedt oder in Brinkum-Nord – die Kunden hatten ihre Besuche ausführlich geplant und strukturiert vorbereitet. Während viele Kunden mit einem breiten Lächeln die Geschäfte verließen, gab es aber auch verärgerte Gesichter. „An einem Sonntag sollten die Geschäfte weiterhin geschlossen sein“, brummte der 53-jährige Johann Bring aus Achim. „Ich stelle mir dabei vor, wie ich den ganzen Tag hyperaktive Kunden betreuen müsste. Wer hat da schon Lust zu?“

Henning Adler sieht dem jedoch eher entspannt entgegen. „Wenn das Angebot nicht immer so intensiv genutzt werden würde, wäre die Aktion gar nicht weitergeführt worden. Aber die Leute haben am Sonntag Zeit und zeigen großes Interesse.“ Außerdem nehme erfahrungsgemäß der Umtausch ab. Eher werden Gutscheinkarten eingelöst. Und so wird es im nächsten Jahr noch viele verkaufsoffene Sonntage geben, an denen sich die Besucher um die heißesten Schnäppchen reißen werden.

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