Gemeinde will mehr Platz für den Busbahnhof schaffen / Bürgerinitiative?

Selber Standort, neue Idee

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Der Zob muss wegen des Brinkumer Ortskernkonzepts umziehen.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Die Gemeinde denkt über eine neue Variante für die Verlegung des Busbahnhofs zum Hotel Bremer Tor nach. Das ist auch der Grund, warum sie die für Donnerstag vorgesehene öffentliche Bürgerbeteiligung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben hat.

Unterdessen hat der Brinkumer Heinz Kolata einen zehn Punkte umfassenden Fragenkatalog als offenen Brief an die Gemeinde formuliert. Kolata, bis vor acht Jahren Geschäftsführer der Firma Wolters Reisen, sieht den Busbahnhof gegenüber seinem ehemaligen Arbeitsplatz an der Bremer Straße am besten aufgehoben.

Mit seinem Vorstoß hat die Absage der Bürgerbeteiligung allerdings nichts zu tun. Vielmehr geht es laut Stadtplaner Christian Strauß um eine neue Idee am selben Standort. Deren Umsetzung hänge davon ab, wieviel Platz zur Verfügung stehe.

„Der Wunsch vieler Bürger war es, den Busverkehr möglichst weit vom Hotel Bremer Tor fernzuhalten“, erklärt Strauß. Das würde funktionieren, wenn die Gemeinde eine private Fläche hinzukauft, wie bislang angedacht. Eine Einigung mit dem Eigentümer gestaltet sich nach Auskunft Strauß’ jedoch schwierig.

Alternativ denkt die Verwaltung nun darüber nach, die notwendigen Kapazitäten über eine Reduzierung der Stellplätze für das Bremer Tor zu schaffen. Dazu will sie sich einen Spielraum in der niedersächsischen Bauordnung zunutze machen, wonach ein gastronomischer Betrieb für zehn Sitzplätze vier bis sechs Stellplätze vorhalten muss. „Wie ist der Status quo, und kann man die Zahl der Plätze für das Bremer Tor auf einen geringeren Wert drücken?“ – das will die Verwaltung nun prüfen.

„Innerhalb einer Woche ist das nicht getan“, sagt Strauß. Zum einen gebe es nicht nur eine einzige Baugenehmigung für das Bremer Tor, zum anderen seien Gespräche mit der Hotel-Familie Gefken dahingehend notwendig, ob der Betrieb auch mit weniger Parkplätzen funktionieren könnte. Erst dann sei ein neuer Entwurf für eine vom Hotel abgerückte Fahrgasse für die Busse möglich – der wieder in den politischen Gremien abzustimmen sei.

Parallel dazu versammelt Heinz Kolata nach eigener Auskunft immer mehr Befürworter seiner Lösung um sich. Die Zahl der Mitstreiter beziffert er inzwischen auf rund 30.

Hauptsächlich bemängelt Kolata, dass die Gemeinde den Bereich am Bremer Tor nicht in das Ortskernkonzept einbezieht und somit eine große Lösung für das „Sahnestück“ zugunsten einer kleinteiligen Bebauung verhindert. „Mit der Verlegung der Haltestellen zum Hotel schaffen wir Fakten und blockieren uns in der Gestaltung des Ortskerns“, sagt Kolata. „Wir berauben uns der Möglichkeit, einen Investor zu finden, der einen Generalplan für den gesamten Bereich hat. Vielleicht will er das Hotel neu entstehen lassen.“

Kolata kann sich in dem Bereich Wohnen und Gewerbe vorstellen. „Gibt es Wirtschaftlichkeitsberechnungen, welcher Nutzen der Gemeinde durch den Bahnhof im Vergleich zu einer Wohn- und Gewerbebebauung entsteht?“, lautet deshalb eine seiner Fragen. Von den Antworten der Verwaltung machen Kolata und Co. die Gründung einer Bürgerinitiative abhängig.

Tendenz: Es dürfte eine Bürgerinitiative geben. Denn Strauß lässt keinen Zweifel daran, dass der Bereich Bremer Tor „aktuell nicht Gegenstand des Ortskernkonzepts ist. Wäre das der Fall, würde das Investitionsvolumen größer und die Wirtschaftlichkeit geringer werden, denn der Einzugsbereich bleibt auf Brinkum beschränkt.“ Dass das Konzept nach Ablauf einer Dekade erweitert werde, sei nicht ausgeschlossen.

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