Gemeinde versteigert Fundsachen

1 600 Euro für Stuhrer Säckel

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Lucca Röge hat es geschafft und sich bei der Versteigerung den Spiegel mit Goldrahmen gesichert. 

Stuhr - Dicht an dicht standen am Samstag fast 50 Fahrräder auf dem Stuhrer Rathausflur. Nur etwa ein Jahr hatte es gedauert, bis sich diese Flotte im Keller angesammelt hatte. Es handelte sich ausschließlich um fahrbereite, teilweise sogar fast neuwertige Vehikel – sonderbar, dass sie keiner vermisst hat. Auch unter den übrigen Fundsachen befanden sich Artikel, die man gewöhnlich nicht einfach irgendwo vergisst oder verliert, ohne nachzuforschen, wo sie geblieben sein könnten. 

Mindestens ein halbes Jahr hatten die Eigentümer Zeit gehabt, um ihre Ansprüche auf das Fundstück geltend zu machen. Danach ging es in die Versteigerung, deren Erlös der Gemeindekasse zugutekommt.

Schon eine halbe Stunde vor Beginn inspizierten die Besucher die Fundstücke. Anhand einer Liste konnten sie notieren, welche Artikel für sie von Interesse waren.

Bei einigen Gegenständen war es fraglich, ob überhaupt darauf geboten würde. Bei ihnen legte Auktionator Andreas Leder von der Gemeinde als Anreiz schon mal ein Stuhrer Kartenspiel oder eine Parkscheibe dazu. Es gab aber auch Dinge, bei denen ein heftiges Wettbieten zu erwarten war: Beim Werkzeugkoffer mit der „Multimaster“-Schleifmaschine stieg der erste Bieter gleich mit 20 Euro ein, aber das Überraschungsgebot verpuffte: In schnellen Zehn-Euro-Sprüngen ging es munter weiter, bis das Gerät schließlich bei 110 Euro den Besitzer wechselte.

Im Angebot war auch ein Spiegel mit Goldrahmen, bei dem man vermuten konnte, dass ihn jemand absichtlich verloren hat. Trotzdem: Der zwölfjährige Lucca Röge hatte sich vorgenommen, diesen Spiegel zu ersteigern, und bekam auch den Zuschlag.

Auch Ute Sydow hatte ihr Erfolgserlebnis: Sie hatte Hassan, einen 17-jährigen Flüchtling mitgebracht, dessen Familie sie betreut. Hassan wohnt in Seckenhausen und besucht die KGS in Brinkum. Er wünschte sich für die Fahrt zur Schule ein Fahrrad. Gemeinsam hatten sie sich das Herrenrad „Crosswind“ vorgemerkt, und als sie zwei Mitbieter überboten hatten, durfte Hassan strahlend das Rad in Empfang nehmen. Ute Sydow freute sich, dass ihr als Trägerin einer Stuhrer Ehrenamtskarte sogar noch ein Nachlass von zehn Prozent auf den Kaufpreis gewährt wurde.

Es wurde viel gelacht bei dieser Auktion, obgleich einige Bieter unerbittlich den Preis in die Höhe trieben. Aber wenn das „Schnäppchen“ dann doch zu teuer wurde, fiel schnell der Hammer. Niemand war richtig böse, wenn er den Zuschlag nicht bekam. Meistens hieß es dann: „Ich sehe das ganz sportlich.“

Andreas Leder verstand es geschickt, die Vorzüge der Angebote herauszustellen, um gemäß dem Motto „alles muss raus“ Kaufinteresse zu wecken. Nachdem die Hälfte der Artikel versteigert war, setzte sein Kollege Jürgen Brinkmann die Versteigerung fort, bis das ganze Lager geräumt und die Gemeinde Stuhr um rund 1 600 Euro reicher war. 

bt

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