Termin mit der Landjugend Heiligenrode

Gemeinde signalisiert Gesprächsbereitschaft

Die Rutsche muss weg, aber über die Erdhügel ist noch keine Entscheidung getroffen. Foto: Ehlers
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Die Rutsche muss weg, aber über die Erdhügel ist noch keine Entscheidung getroffen.

Groß Mackenstedt - Nach der November-Sitzung des Ausschusses für Jugend, Freizeit und Kultur berichteten wir an dieser Stelle über einen großen Frust in Reihen der Landjugend Heiligenrode. Die sah ihr Engagement während der 72-Stunden-Aktion der niedersächsischen Landjugend durch die Gemeinde Stuhr torpediert.

Neben einer Schutzhütte am Mittelweg in Groß Mackenstedt hatten die Jugendlichen noch zwei Hügel aufgeschüttet sowie auf einem der Hügel eine Rutsche installiert. Die sollte ebenso verschwinden wie der Erdwall. Begründung der Verwaltung: Die Rutsche sei nicht verkehrssicher. Und hinter den Erhebungen hätten Jugendliche die Möglichkeit, sich zu verstecken und Dinge zu tun, bei denen sie nicht gesehen werden wollen. Zurzeit ist der Bereich mit einem Bauzaun abgesperrt.

Wer nun denkt, der Ärger der Landjugend sei inzwischen verraucht, der irrt. Das Gegenteil ist der Fall. Der Nachwuchs hat einen offenen Brief verfasst, indem er aufs Neue seinen Unmut kundtut: „Die Stimmung innerhalb der Landjugend bei dem Thema 72-Stunden-Aktion war immer geprägt von positiven Emotionen und Erinnerungen. Sie (die Gemeinde) haben es geschafft, dass Unverständnis, Wut und Resignation jetzt ebenfalls mit dieser großartigen Aktion verbunden werden. Nur nebenbei, ganz Landjugend-Niedersachsen schüttelt den Kopf über die Gemeinde Stuhr. Glückwunsch. Schämt euch!“

Darüber hinaus entschuldigt sich der Nachwuchs bei „Sponsoren, Firmen, Vereinen, Unterstützern und Freunden . . . in aller Form für das Verhalten der Gemeinde Stuhr. Die Art und Weise, wie mit Geldern und Sachspenden von Ihnen umgegangen wird, finden wir erschreckend und traurig.“

Fakt ist: Unbekannte hatten eine Scheibe der Hütte eingeschmissen und einen Schriftzug ins Holz gebrannt. Außerdem war dort Sperrmüll hinterlassen worden. Zusätzlich führt die Verwaltung eine Schlägerei zweier jugendlicher Gruppen im November an. Insgesamt seien rund 20 Personen beteiligt gewesen, berichtet Kerstin Frohburg, Fachdienstleiterin Bildung, Jugend und Sport. Die Polizei sei dort gewesen, habe die Jugendlichen aber nicht mehr angetroffen. Laut Frohburg ist die Schutzhütte „ein Treffpunkt einer Szene, die durch die aufsuchende Jugendarbeit zu betreuen ist“.

Recherchen der Landjugend bei Nachbarn und Polizei hätten die Schlägerei nicht bestätigt, sagt Sprecher Nico Budelmann. Eine Anfrage dieser Zeitung beim Weyher Kommissariat bestätigt, dass ein solcher Vorfall nicht bei der Polizei registriert ist.

„Danke, dass immer und ausschließlich Jugendliche die Verursacher von Vandalismus sind“, heißt es in dem Brief ironisch. Auf Nachfrage sagt Budelmann: „Wir finden es nicht in Ordnung, dass die Verwaltung alle Jugendlichen unter Generalverdacht stellt. Wir sind richtig genervt und wollten das noch mal drastisch darstellen.“

Budelmann spricht von einer „Pattsituation“. Landjugend und Gemeinde hätten einen Ortstermin vereinbart, der aber bislang nicht zustandegekommen sei. Der Verwaltung könne man dies allerdings nicht anlasten. „Das ist an uns gescheitert.“

Geht es nach Kerstin Frohburg, hätte das Thema „nicht so hohe Wellen schlagen müssen. Es steht doch noch gar nicht fest, ob die Hügel verschwinden müssen. Wir beharren nicht auf unserer Haltung. Wenn unsere Entscheidung nicht korrekt war, können wir vor Ort besprechen, was genau passieren muss.“ Frohburg geht davon aus, „dass wir gemeinsam mit der Landjugend eine gute Lösung finden werden“. Nur in Sachen Rutsche ist keine Gesprächsbereitschaft zu erwarten: „Sie entspricht nicht den Vorschriften für Spielgeräte.“ Dies habe ein Sachverständiger so festgestellt.

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