Menge des Unrats gestiegen

Landkreis Diepholz zugemüllt: Menge an Unrat ist in Stuhr während Corona-Krise um Dreifaches gestiegen

An überquellenden Containern laden die Umweltfrevler ihren Unrat ab.
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An überquellenden Containern laden die Umweltfrevler ihren Unrat ab.
  • Andreas Hapke
    vonAndreas Hapke
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Stuhr – Dass die Bürger während der Corona-Pandemie mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen und entsprechend mehr Hausmüll produzieren, ist keine neue Erkenntnis. Dass sie ihre Häuser und Wohnungen mitunter kräftig entrümpeln, ebenfalls nicht. Davon zeugten die Autoschlangen vor den Deponien und Wertstoffhöfen in der Region. Manche scheinen sich diesen Aufwand allerdings sparen zu wollen – eine Bequemlichkeit, die in Stuhr bedenkliche Ausmaße annimmt: Dort ist die Menge des wild abgeladenen Unrats während der Pandemie um ein Dreifaches gestiegen, wie Jörg Grube, Fachdienstleiter Liegenschaften und Betriebe, berichtet. Er spricht von einem wahren „Mülltourismus“.

Zu beobachten sei das insbesondere in den Gewerbegebieten, doch auch Grünanlagen seien betroffen, sagt Grube. „Liegt der erste Müll dort herum, halten das einige wohl schon für eine Deponie“, fügt Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier hinzu. Er sieht ein „gesamtgesellschaftliches Problem“. Die Vermüllung nehme ohnehin zu, was sich auch bei den jährlichen Sammelaktionen in den Stuhrer Ortsteilen bemerkbar mache. 10 bis 15 Kubikmeter Abfall kämen dabei regelmäßig zusammen. „Die aktuelle Verdreifachung spricht Bände.“

Mit ihrer guten Erreichbarkeit durch die Lage an der Autobahn  1, den großen Verkehrsflächen und dem an Wochenenden unbeobachteten Zugang sind die Gewerbegebiete laut Wimmelmeier prädestiniert für die illegale Müllentsorgung. Dort hatte die Kommune Container aufgestellt, die für den Abfall der parkenden oder übernachtenden Lastwagenfahrer gedacht sind. Laut Gemeinde waren die Container bislang immer ausreichend. Dies habe sich in der jüngsten Vergangenheit geändert. Trotz regelmäßiger Leerung seien sie schon nach wenigen Tagen wieder überfüllt, weiterer Unrat werde einfach daneben geschmissen.

In den wilden Müllablagerungen findet sich nach Auskunft Wimmelmeiers alles Mögliche – vom Hausmüll über Liegestühle bis hin zum Bauschutt. Da die Abfallwirtschaftsgesellschaft nur die Container leere, müsse sich der Baubetriebshof im öffentlichen Raum um den Rest kümmern. Die Kapazitäten der Mitarbeiter seien jedoch begrenzt. Hinzu kommt laut Grube, dass auch benachbarte Grundstückseigentümer betroffen sind: „Tiere machen die Beutel kaputt, und schon verteilt sich der Müll und muss in einem großen Umkreis zusammengesucht werden.“

Je nachdem, um welchen Müll es sich handele, sei das ein erhebliches Umweltvergehen, sagt Grube. Doch schon kleinere Fehltritte seien keine Kavaliersdelikte und zögen ein „einzelfallbezogenes Bußgeld“ nach sich. Dies einzunehmen, sei aber gar nicht sein Ziel. Vielmehr wolle er an das Verständnis potenzieller Umweltfrevler appellieren. „Die, die so etwas schon gemacht haben, sollten mal darüber nachdenken; und die, die das vorhaben, es tunlichst sein lassen“, fordert Grube.

Bislang wurde noch niemand auf frischer Tat ertappt, weshalb die Gemeinde die Bürger in einer Mitteilung bittet, die Augen offenzuhalten: „Sollten Sie jemanden beobachten, der die Container in den Gewerbegebieten offensichtlich für die Entsorgung von Hausmüll nutzt, melden Sie sich gerne bei uns.“ Möglich ist das unter der Telefonnummer 0421/56 95 330 und per E-Mail an k.hartung@stuhr.de oder s.stubbemann@stuhr.de.

Von Andreas Hapke

Grünanlagen sind laut Gemeinde ebenfalls von der illegalen Entsorgung betroffen.

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