Gemeinde muss 70 der insgesamt 170 Bushaltestellen verbessern

„Eine Haltestelle ist die Eintrittskarte zum ÖPNV“

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An der Haltestelle „Zur Malsch“ warten die Fahrgäste noch in einem Holzhaus auf den Bus.

Stuhr - Von Sandra Bischoff. An 70 der insgesamt 170 Haltestellen im Gemeindegebiet besteht Handlungsbedarf. Das haben der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) und der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) festgestellt. Dennoch bescheinigt der ZVBN der Kommune einen guten Standard.

„Eine Haltestelle ist die Eintrittskarten zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)“, sagt Hartmut Martens, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Verkehr und Feuerwehr. „Man kann einen super Bus mit einer tollen Streckenführung auf den Weg bringen, wenn die Haltestelle nicht stimmt, dann fehlt etwas in dem Puzzle.“

Bereits 2014 hatte die Gemeinde laut Heide Hettler vom Fachdienst Verkehr und Feuerwehr eine hausinterne Begehung der Haltestellen vorgenommen, im August 2015 war der ZVBN mit von der Partie. Grund dafür ist laut Hettler eine Änderung im Personenbeförderungsgesetz, das bis Januar 2022 von einer vollständig umgesetzten Barrierefreiheit im ÖPNV ausgeht.

Der Handlungsbedarf an den Haltestellen sei sehr unterschiedlich, sagen die beiden Rathausmitarbeiter. „Der Ausstattungsstandard hat sich positiv entwickelt“, erklärt Martens. Zwar verfügten einige wenige Busstopps noch nicht über einen Unterstand oder aber nur über ein Wartehäuschen aus Holz oder Beton, wie zum Beispiel an der Malsch. Doch der überwiegende Teil präsentiere sich bereits mit Glaswänden. „An der Malsch haben wir auch durch das Kopfsteinpflaster eine unglückliche Situation. Zudem ist die Haltestelle nicht barrierefrei, das macht den Einstieg für ältere Fahrgäste nicht leichter“, sagt Hettler.

So fehlen bei den 70 beanstandeten Punkten zum Teil die Bodenindikatoren, an denen sich Sehbehinderte orientieren können, oder ein Hochbord, um das barrierefreie Einsteigen zu gewährleisten.

Im ländlichen Bereich wie zum Beispiel in Siek und Eggese sind die Warteflächen nicht gepflastert. Bevor es dort jedoch an den kompletten Umbau gehe, zähle die Gemeinde die Ein- und Aussteiger.

„Auf Eggese können wir eventuell sogar ganz verzichten. Wenn dort niemand zusteigt, brauchen wir auch keine Station.“

Eine Zeitvorgabe für die Umstellung gibt es nicht, wenn man einmal von der Barrierefreiheit absieht. „Wir machen das nach und nach, immer mit Blick auf unsere finanziellen Möglichkeiten“, erklärt Hettler. Jährlich investiert die Gemeinde 40000 Euro in ihre Haltestellen. Die Kosten für Reinigung, Wartung und Instandsetzung sind darin nicht enthalten.

Wichtig ist der Gemeinde als Eigentümerin der Haltestellen der Ausbau zu Glasunterständen, getreu dem Motto „Sehen und gesehen werden“. „Die Busfahrer können die Wartenden in einem Glashäuschen besser sehen, und umgekehrt ist es genauso“, sagt Hettler. Deshalb wolle die Gemeinde auch weg von Werbeplakaten an den Seitenelementen. „Wir wollen nicht auf Kosten der Sicherheit werben“, betont Martens.

Stolz ist die Kommune auf die Station an der Henstedter Straße. „Dort haben wir das Dach extra erhöht, damit die Radler, die vor der Haltestelle entlang müssen, sich nicht den Kopf stoßen“, berichtet Martens. „Der Unterstand ist ein Kompromiss, um die Leute nicht im Regen stehen zu lassen. Dass die Radfahrer davor langfahren müssen, geht leider nicht anders. Wir hätten auch gerne mehr Platz.“

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