Gemeinde lädt zu 35. Pflanzaktion ein

Mit Schaufel und Stiefeln im Babywald

+
Mit Feuereifer arbeitete der kleine Mika Grimm daran, seinen Baum im Stuher Babywald einzubuddeln. Seine Familie hat ihn und seinen Vater dabei kräftig angefeuert.

Schafsiek - Von Angelika Kratz. Es war eine bunte, gut gelaunte Kolonne, die am Sonnabend zum Babywald in Schafsiek wanderte. Mit Kinderwagen, Spaten sowie zahlreichen Freunden und Verwandten besuchten junge Stuhrer die nunmehr 35. Babywald-Pflanzaktion.

Der Regen hatte in den Tagen zuvor den Boden ordentlich aufgeweicht. Mitarbeiter des Bauhofes hatten daraufhin die weichen Massen bearbeitet und 100 Pflanzlöcher in einer akkuraten Reihe ausgehoben. Sie nahmen die Hainbuchen, Linden und Eichen auf, die die Familien für ihren Nachwuchs ausgesucht hatten. Mit seinen 0,7 Hektar ist der aktuelle Babywald kleiner als in den Vorjahren. Dennoch passt er sich perfekt an den Babywald aus dem Jahr 2002 sowie den 2003 und 2004 gepflanzten Baumgruppen an.

Damit die kleine Fläche in Schafsiek für alle Interessierten ausreicht, hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr vorgesorgt: Um möglichst viele Bäume im wesentlich größeren 34. Wald zu pflanzen, hatte sie damals mehr Eltern angeschrieben als sonst, nämlich über einen Zeitraum von 14 statt 12 Monaten.

„Eine lieb gewonnene Tradition mit einem Gefühl von Heimat und Sicherheit – gerade bei den aktuellen Nachrichten – ist die Babywald-Pflanzaktion geworden“, sagte Andrea Radoy, Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Mehr Grün für Stuhr“ angesichts der vielen Gäste. Die zeigten sich mit Gummistiefeln, Spaten und den von der Gemeinde verteilten Luftballons trotz morgendlicher Kälte sehr fröhlich. Der Startschuss zur Pflanzaktion kam von Bürgermeister Niels Thomsen. Er beschrieb die Anreise der Teilnehmer zum Babywald in Richtung Eggese als „Abenteuer“. Er empfahl allen eine Wiederholung zu besseren Jahreszeiten, da sich die Stuhrer Region „landschaftlich wunderschön“ mit prächtigen Bauernhöfen präsentiere.

„Baut bitte später keine Brückengeländer aus den Bäumen“, bat Gerhard Regener alle Beteiligten. Sie sollten den Baum mit seinem Verlangen nach Wuchs ohne Dekoration im Visier haben. Dem kleinen Mika Grimm waren die Ratschläge eher egal. Ganz in Grün gekleidet bearbeitete der Einjährige die Erde um seinen Baum eifrig mit einer Froschschaufel. Seine große Familie half mit Kommentaren und hielt alles fotografisch fest. Mikas Nichte Lina wird ihren Baum wohl im nächsten Babywald in die Erde bringen. Sie ist erst wenige Wochen alt, machte aber dick eingewickelt schon mal einen „Schnupperkurs“.

„Das hier ist Marsch-Boden“, erklärte Herbert Bielefeld von der Arbeitsgruppe „Mehr Grün für Stuhr“. Bielefeld zufolge ist es in Eggese oftmals sehr windig, zudem könne der Sandboden das Wasser für die Bäume nicht speichern. Für den Landwirt bedeute das nach einer Regennacht, spätestens nach dem Mittagessen wieder auf die Scholle zu fahren und die neuen Bäume im Babywald zu wässern. „Da kann doch keiner von den Paten mit der Gießkanne herkommen“, war sich auch Manfred Kalusche aus dem Arbeitsteam von „Mehr Grün für Stuhr“ sicher. Zum Abschluss der Aktion gab es für die Teilnehmer die traditionelle Erbsensuppe. Dann machten sich Eltern, Kinder und Verwandte wieder auf den Heimweg.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Bilder: Keine Nerven vom Punkt - DFB-Frauen siegen gegen Russland

Bilder: Keine Nerven vom Punkt - DFB-Frauen siegen gegen Russland

DFB-Elf mit zwei Elfmeter-Toren ins EM-Viertelfinale

DFB-Elf mit zwei Elfmeter-Toren ins EM-Viertelfinale

Schwimmer Wellbrock erreicht WM-Finale: "Riesig"

Schwimmer Wellbrock erreicht WM-Finale: "Riesig"

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Dienstag

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Dienstag

Meistgelesene Artikel

Sommerpicknick in Asendorf erfreut sich großer Beliebtheit

Sommerpicknick in Asendorf erfreut sich großer Beliebtheit

Satteldiebstahl in Heiligenrode

Satteldiebstahl in Heiligenrode

Endgültiges Disco-Aus für das „Aero“?

Endgültiges Disco-Aus für das „Aero“?

Norwegischer Urlauber will Benzin holen und "tankt" beim Schützenfest in Stuhr

Norwegischer Urlauber will Benzin holen und "tankt" beim Schützenfest in Stuhr

Kommentare