Kabarettistin Sabine Henke im Rathaus

Geistreich und mit spitzer Zunge

Kabarettistin Sabine Henke präsentiert im Ratssaal ihr Programm „Nix für Feiglinge“. - Foto: Husmann

Stuhr - Von Dagmar Voss. Gelungene, geistreiche Aufmunterung für ihre Arbeit haben am Donnerstagabend die Mitarbeiter der Kirchengemeinde Stuhr erhalten. Zum dritten Mal hatte Pastor Robert Vetter gemeinsam mit der St.-Pankratius-Stiftung ein sogenanntes Kirchenkabarett organisiert, das sich aber auch an Besucher richtete, die nicht in der Kirche arbeiten.

Kabarettistin Sabine Henke gelang es mit ihrem Programm „Nix für Feiglinge“ im Rathaus ganz vorzüglich, mit spitzer Zunge und humorvollen Betrachtungen über die Kirche zu plaudern. In verschiedenen Outfits – von einfach schwarz über Dirndl und Talar bis Kostüm – schlüpfte die Dortmunderin in diverse Rollen; und damit in unterschiedliche Sichtweisen. Aber immer mit einem trocken-komischen Touch, der meist eine Langzeitwirkung entwickelte; dazu eine zurückhaltende aber wirkungsvolle Mimik.

So bei ihrer überzeugenden Variation eines bayerischen Gemeindemitglieds, das beim Betreten der hiesigen Kirche, „nicht so überladen wie bei uns“, drei Düfte identifizieren kann: „Zunächst eine ecclesiogene Vibration, angereichert mit einer Kopfnote aus Kreativität, Basisnote Hirnschmalz … und ein bisschen duftendes Ehrenamt nach Kaffee und Kuchen – das hab ich sofort gerochen.“

Mit einem leicht bayerischen Dialekt rief sie alle auf, sich doch auch dem KTIA anzuschließen, dem Kompetenzteam Ilse Aigner, die sie als nächste Ministerpräsidentin Bayerns ausgeguckt habe. Dazu solle eine Sonderbriefmarke gestaltet werden mit Trachten aus Deutschland. Außerdem seien beispielsweise die Dirndl durch ihre Beinfreiheit ausgezeichnet geeignet, um auf der Karriereleiter flott rechts zu überholen.

Noch mehr süddeutsche „Delikatessen“ erhielten die Gäste bei der Erkenntnis: „Hoch die Kanzel, niedrig der Verstand, willkommen im bayerischen Oberland.“ Oder der Schilderung, wie die örtliche Kirche erst „vermehrzweckt“ und dann abgerissen wurde. Die Frauengruppe hat sich dann, statt in die weit entfernte nächste Kirche zu fahren, einfach den katholischen Kolleginnen angeschlossen. Immerhin gab es da einen ansehnlichen Kenianer, den Schorsch, als Pfarrer. Da hatten sie dann so eine Gaudi, zum Beispiel beim Negerkuss-Weitwurf … nun ja, politisch unkorrekt, aber egal, es wurde dann sehr ökumenisch.

Urkomisch ihre Schilderung, wie sie mit ihrer Kreuzstichgruppe die Sockelfinanzierung der Gemeinde mit geklöppelten Klorollenhüllen lieferte. Oder als Küsterin in der Gruppe 70plus für einen Lesewettbewerb sorgt: „Alles kehrt wieder.“ Einfach urkomisch mit Lachtränen-Qualität gelang es auch diesem Kirchenkabarett, für einen vergnüglichen Abend zu sorgen, der für die Kirchenmitarbeiter im Gemeindehaus noch weiterging bei einem Umtrunk mit Häppchen.

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