„Das geht nicht so schnell, wie von uns gewünscht“

Radweg an der K 114: Vorverhandlungen zum Grundstückserwerb laufen noch

+
Mit dem Bau eines Radwegs an der Warwer Straße dauert es noch ein wenig.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Mehr als ein Jahr ist vergangen, seitdem die politischen Gremien die letzten Unklarheiten zum Radweg an der Warwer Straße (Kreisstraße 114)  beseitigt hatten. Baulich ist seitdem nichts passiert. Das hängt auch damit zusammen, dass nicht sämtliche Bewohner Fahrenhorsts von der Idee einer Verbindung zwischen der Bundesstraße 51 und der Ristedter Straße überzeugt sind. Nach Informationen dieser Zeitung möchten nicht alle Anlieger einen Teil ihres Grundstücks für das Vorhaben hergeben.

Laut Hajo Giesecke, Fachbereichsleiter Bau, Recht und Ordnung, liegen die Planunterlagen vor, zurzeit laufen die Vorverhandlungen für den Grunderwerb. Damit hatte der Verwaltungsausschuss im April vergangenen Jahres per Beschluss die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) beauftragt. „Das hat sich in der Vergangenheit als positiv erwiesen“, sagt Giesecke. Durch das Einschalten der NLG „sieht es vielleicht so aus, dass sich in dieser Sache nichts tut, aber im Hintergrund passiert einiges“.

Zurzeit gehe es um die Frage, unter welchen Konditionen die Eigentümer ihren Grund und Boden verkaufen würden. Nach Auskunft Gieseckes sollten die Gespräche eigentlich bis zum Frühjahr dieses Jahres abgeschlossen sein. „Das geht nicht so schnell, wie von uns gewünscht“, schränkt er ein. 23 Anlieger seien mit einem Streifen Land beteiligt, und einige Zusagen würden schon vorliegen. Aber eben nicht alle. Der „große Zeitabstand“ seit der Erteilung des Auftrags an die NLG sei ein Indiz dafür, „dass es nicht so einfach ist“. Indirekt bestätigt Giesecke damit die Vorbehalte von Anliegern, Teile ihrer Grundstücke zu veräußern.

Kosten von 800.000 Euro

Eine Enteignung, betont der Fachbereichsleiter, sei für ihn kein Thema. Vielmehr gehe er davon aus, dass die Verhandlungen einen positiven Verlauf nehmen. Man wolle sich gütlich einigen, um einvernehmlich mit den Anliegern einen Radweg für die Region zu schaffen.

Der Bau einer durchgehenden Verbindung von der B 51 bis zum Ristedter Weg auf der südlichen Seite der Warwer Straße kostet 800.000 Euro. 60 Prozent und damit 480 .000 Euro würden als Förderung des Landes nach dem Entflechtungsgesetz fließen. Der Landkreis als zuständiger Baulastträger würde später einmal die restlichen 320. 000 Euro übernehmen. Auf dessen Prioritätenliste steht das Vorhaben jedoch relativ weit unten. Deshalb tritt die Kommune mit dem kompletten Betrag in Vorkasse.

Für Holger Opitz, stellvertretender Vorsitzender im Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), bilden die 800. 000 Euro eine Investition der Gemeinde, auch wenn die Summe „irgendwann einmal“ zurückfließen sollte. Eine Investition, die er für unnötig hält. „Mir ist an der K 114 nichts über Unfälle oder Konflikte mit Autofahrern bekannt“, sagt Opitz. Die Lage an der Varreler und der Stuhrer Landstraße sowie an der Bassumer Straße hingegen sei „unmöglich. Permanent liest man über Unfälle in der Zeitung. Hinzu kommen gefährliche Situationen, die nicht zu Unfällen führen.“ Statt sich wegen zu erwartender Zuschüsse auf „drittklassige Straßen“ zu stürzen, solle die Kommune lieber ihren Bestand pflegen. „Die Gemeinde tut nichts, wofür sie Ordnungs- und Straßenbehörde ist“, sagt Opitz.

Dass ein Radweg außerorts nicht sinnvoll sein soll, kann Hartmut Martens, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Verkehr und Feuerwehr, nicht nachvollziehen. „Es ist doch positiv, dass wir damit im außerörtlichen Bereich einsteigen. Das ist eine Investition in die Infrastruktur“, sagt Martens und fügt hinzu: „Das schließt nicht aus, dass wir uns unseren Bestand vornehmen.“ Er nennt das Beispiel Bassumer Straße in Brinkum, wo sich die Gemeinde natürlich die Frage stelle: „Wie müssten wir die Straße baulich verändern, um allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden?“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Fotostrecke: Pizarro übt sich als Torhüter

Fotostrecke: Pizarro übt sich als Torhüter

Eisbär, Erdmännchen und Co. freuen sich über Weihnachtsgeschenke

Eisbär, Erdmännchen und Co. freuen sich über Weihnachtsgeschenke

Das sind die elf wertvollsten Werder-Profis 

Das sind die elf wertvollsten Werder-Profis 

Terror-Finanzierung? Ermittler durchsuchen Berliner Moschee

Terror-Finanzierung? Ermittler durchsuchen Berliner Moschee

Meistgelesene Artikel

Junger Mann entblößt sich vor Spaziergängerin in Barrien

Junger Mann entblößt sich vor Spaziergängerin in Barrien

Einbahnstraße am Marktplatz: Autofahrer auf Krawall gebürstet

Einbahnstraße am Marktplatz: Autofahrer auf Krawall gebürstet

„Winterwunderwald“: Markt mit Mittelalter-Note kommt gut an

„Winterwunderwald“: Markt mit Mittelalter-Note kommt gut an

Nah & Frisch Rathkamp: Insolvenz noch immer in der Prüfung

Nah & Frisch Rathkamp: Insolvenz noch immer in der Prüfung

Kommentare