Von 22 bis 6 Uhr gehören B6 und B51 großen Lastwagen

In jeder Nacht fünf bis acht Schwertransporte

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Polizeioberkommissar Tim Möller (l.) und Polizeikommissar Jan Sidney Stünkel (r.) mit dem Lastwagenfahrer Norbert Janzen auf der B6 in Brinkum.

Brinkum - Von Sandra Bischoff. Wer nachts auf freie Fahrt auf der B6 und der B51 setzt, der irrt gewaltig: Die späten Abend- und frühen Morgenstunden gehören zurzeit dem Schwerlastverkehr. „Wir begleiten seit Anfang Februar jede Nacht fünf bis acht solcher Transporte“, sagt Johann-Dieter Oldenburg, Leiter des Polizeikommissariats Weyhe, auf Anfrage.

Grund für das hohe Aufkommen ist laut Oldenburg ein ab 2017 geltendes Ausschreibungssystem. „Jetzt versuchen alle, ihre Windparks bis dahin fertig zu bekommen.“

Die Polizisten nehmen die Transporte an der Bremer Landesgrenze in Brinkum in Empfang und begleiten sie bis zu den Windparkbaustellen wie zum Beispiel in Bassum oder dem Twistringer Ortsteil Natenstedt. Früher, so Oldenburg, habe das Begleitteam an jeder Gemeindegrenze gewechselt. „Aber das machen wir nicht mehr, weil es zu aufwendig ist.“ Die Übergaben führten regelmäßig zu Zeitverzögerungen, weil die Begleiter jedes Mal einen Platz suchen mussten, um den großen Laster abzustellen.

Rathausmitarbeiterin Sigrid Hägedorn bestätigt einen Anstieg des Schwerlastverkehrs. Die Gemeinde genehmigt nicht nur die Fahrten Stuhrer Unternehmen, sondern muss auch Stellungnahmen zu Transporten abgeben, die durch die Kommune führen. Im vergangenen Jahr genehmigten die Mitarbeiter rund 3400 Schwerlasttransporte, im Januar dieses Jahres zählten Hägedorn und ihre Kollegen etwa 200. „Wir haben in diesem Jahr aber vermehrt Stellungnahmen abzugeben“, sagt Hägedorn. Waren es 2015 insgesamt rund 3500, darunter auch land- und forstwirtschaftliche Fahrten mit und ohne Polizeibegleitung, so sind es für dieses Jahr schon sage und schreibe 4500.

Weil das Weyher Polizeikommissariat eines der personell am stärksten besetzten im Landkreis ist, führen die Leester Beamten den Großteil der Transporte an, sagt Oldenburg. In den meisten Fällen ist es mit einer Streife vorneweg getan. Ist der Transport allerdings so breit, dass kein Gegenverkehr mehr möglich ist, sind die Beamten mit zwei Einsatzfahrzeugen vor Ort. „Je nachdem wo die geplante Windparkbaustelle liegt, sind die Kollegen pro Fahrt für ein bis anderthalb Stunden gebunden.“ Zum Teil bilden sie auch einen Konvoi mit zwei Lastwagen.

Auch Polizisten aus Syke übernehmen an der Bremer Landesgrenze die Fahrzeuge, die in ihr Gebiet müssen. Von 22 bis 6 Uhr haben die Beamten Zeit, die Konvois über die niedersächsischen Straßen zu leiten. „Schaffen sie es nicht, müssen die Transporter um 6 Uhr an einem passenden Platz stehen bleiben“, sagt Oldenburg.

Das Prozedere belaste die Personalplanung, erklärt der Weyher Kommissariatsleiter. Allerdings gibt es einen Lichtblick, denn einige Firmen ließen Personal an der Polizeiakademie ausbilden. „Sie begleiten die Trucks dann mit Gelblicht. Das würde uns sehr entlasten.“

Ab März sollen die ersten sogenannten Hilfspolizisten zum Einsatz kommen, sagt Oldenburg. „Überschreiten die Transporte eine Breite von fünf und eine Länge von 60 Metern, sind wir jedoch wieder gefordert.“

Der Kommissariatsleiter appelliert an Verkehrsteilnehmer bei entgegenkommenden Schwertransporten so weit wie möglich am rechten Straßenrad zu halten, den Zug passieren zu lassen und erst dann weiterzufahren.

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