Ahlers’ feiern diamantene Hochzeit

Gefunkt hat es im Centralpalast

Das Diamant-Paar Marga und Heinz Ahlers. - Foto: Kratz

Gr.  Mackenstedt - Wer schon länger nicht mehr auf dem Hof „Bei der Klenkerei“ in Mackenstedt war, ist gut beraten, sich den neuesten Stadtplan zu besorgen. Nur noch eine schmale Brücke führt über die Autobahn zuMarga und Heinz Ahlers und ihren Nachbarn, denn alle anderen Zufahrten durch das angrenzende Naturschutzgebiet sind gesperrt worden. „Haben Sie sich verfahren?“, lautete die somit passende Frage von Marga Ahlers zum etwas verspäteten Gesprächstermin. Das Paar feiert heute seine diamantene Hochzeit.

Ursprünglich gehörte der Hof den Großeltern von Heinz Ahlers. Sie hatten in Neubruchhausen ihren Mühlenbetrieb aufgeben müssen und kauften die neue Scholle in Mackenstedt im Jahr 1920. Dort, im sogenannten Dreiländereck von Stuhr, Delmenhorst und Mackenstedt, wuchs Enkelsohn Heinz auf. Seiner Marga begegnete er im Jahr 1951 beim Tanz in Nobels Centralpalast.

„Ich brauchte sie nicht lange nach Hause zu begleiten, denn sie wohnte ja gegenüber“, sagt Heinz Ahlers. Bei den Erinnerungen an längst vergangene Tage muss er lachen. Fräulein Biermann stammt auch aus der Landwirtschaft, die elterliche Hofstelle lag gleich auf der anderen Straßenseite des Centralpalastes am „Neuen Weg“ in Moordeich.

Die standesamtliche Hochzeit ging 1956 erst abends im einstigen Rathaus in Moordeich über die Bühne, denn der Bürgermeister war als notwendige Amtsperson tagsüber mit anderen Dingen beschäftigt. Tags darauf gab Pastor Borthäuser dem jungen Paar im Heiligenroder Gotteshaus den kirchlichen Segen. „Das war seine erste Trauung in Heiligenrode“, weiß Marga Ahlers noch ganz genau.

Mit Sohn Wolfgang wurde das Paar schließlich zur Familie, doch das einzige Kind verstarb vor fünf Jahren. Die Trauer über diesen Verlust sitzt nach wie vor sehr tief. „Deshalb wollen wir nicht groß feiern“, sagen die beiden. Viele Bilder erinnern an heile Zeiten, in denen Sohn Wolfgang während seines Jurastudiums mit auf dem Wochenmarkt in Delmenhorst stand. „Er wurde zweimal Champinon beim großen Preis mit Wim Thoelke“, ist das Paar stolz auf seinen Fernsehstar des Jahres 1984.

Der eigene Hof mit Vieh und Landwirtschaft warf nicht genügend ab, und so setzten Ahlers’ auf biologischen Gemüseanbau und den Verkauf der Produkte auf dem Delmenhorster Wochenmarkt. Sie gehörten zu den ersten Biobauern der Umgebung, wobei „Bio“ aus dem Schriftzug ihres Markstandes gestrichen werden musste. „Alternativer Landbau“ durfte – behördlich angeordnet – draufstehen.

Zeit für Hobbys gab es so gut wie keine. Bereits im Februar ging es mit dem Gemüse auf dem Acker los, im Herbst wurde Advents- und Grabschmuck hergestellt, und im Winter alles Liegengebliebene erledigt.

Noch immer fühlen sich Marga und Heinz Ahlers auf ihrem Hof wohl. Neu eingezogen ist ein kleiner schwarzer „Teufel“, wie Heinz Ahlers den jungen Kater liebevoll nennt.

Dank einer sehr guten Nachbarschaft, hilfsbereiten Mietern gleich nebenan und einem großen Freundes- und Bekanntenkreis klappt der Alltag auch nach 60 gemeinsamen Jahren noch ganz hervorragend. - ak

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