„Auf eine gewisse Art“ giftig

Jakobskreuzkraut und Neophyten: Gefahr für Mensch und Umwelt

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Der Riesenbärenklau verdrängt die heimische Vegetation und ist giftig.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Hübsch anzusehen, für Insekten interessant, aber problematisch für Mensch und Umwelt: Diese Eigenschaften teilt der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude genannt, mit einigen anderen Neophyten. Damit sind Pflanzen gemeint, die ursprünglich nicht in den hiesigen Ökosystemen vorkamen, sondern absichtlich oder unabsichtlich von den Menschen eingeführt wurden.

Nach Auskunft des Umweltbeauftragten Marc Plitzko haben sich zwei Arten in Stuhr verbreitet: neben der Herkulesstaude auch der Japanische Staudenknöterich.

Mit einer Größe von bis zu vier Metern macht der Riesenbärenklau seinem Namen alle Ehre. „Monotone Dominanzbestände“, wie sie laut Plitzko zum Beispiel an einem Hang in der Nähe einer Recyclinganlage an der Grenze zu Bassum zu sehen sind, haben einen großen Nachteil: Sie verdrängen die heimische Vegetation. Überdies sei die Pflanze für den Menschen „auf eine gewisse Art“ giftig. Unter Sonneneinstrahlung könne das Benetzen der Haut zu Entzündungen, Schwellungen und Blasenbildung führen. Der Giftstoff sei selbst dann noch enthalten, wenn Stängel, Blüten oder Samen schon vertrocknet seien.

„Wer die Herkulesstaude in seinem privaten Umfeld sieht, sollte sie „umgehend beseitigen“, sagt Plitzko. Sie bringe es auf 10.000 bis 50.000 Samen, die auch schwimmfähig seien und sich irgendwo am Ufer ablagern könnten.

Nicht giftig, aber dominant ist der Japanische Staudenknöterich.

Nicht giftig, aber noch dominanter als der Riesenbärenklau sei der Japanische Staudenknöterich. Er verbreite sich durch Wurzelteilung – und das wegen seines geringen Anspruchs an seine Umgebung sehr schnell. „Er besiedelt Naturschutzgebiete und ganze Uferstreifen, wo er andere Pflanzen verdrängt“, erklärt Plitzko. Da, wo der Japanische Staudenknöterich wachse, müsse viel renoviert werden, so groß sei die Sprengkraft seiner Wurzeln.

Beide Neophyten sind als Zierpflanzen eingeführt worden, der Riesenbärenklau aus dem Kaukasus und der Staudenknöterich aus Ostasien. Letzterer diente auch als Futterpflanze. Was die Entsorgung angeht, empfiehlt Plitzko in beiden Fällen den Hausmüll, „damit alles verbrannt wird“. Auf dem Kompost sei die Gefahr der Ausbreitung zu groß.

Jedes Jahr aufs Neue warnt der Umweltbeauftragte vor dem Jakobskreuzkraut.

Jedes Jahr aufs Neue warnt der Umweltbeauftragte vor dem Jakobskreuzkraut, das nicht zu den Neophyten zähle, für Menschen und Tiere aber stark giftig sei. Die Giftstoffe könnten Schäden an der Leber und dem zentralen Nervensystem hervorrufen. Häufig seien Nutztiere betroffen, die das Kraut zum Beispiel über das Heu aufnehmen. Bei den Menschen gelange das Gift über die Haut in den Körper. Laut Plitzko hat das Vorkommen in manchen Bereichen Stuhrs ab-, in anderen zugenommen.

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Eine Besserung hat Rita Wolff registriert, die seit sieben Jahren Flächen in Moordeich vom Jakobskreuzkraut befreit. „Früher habe ich drei Müllsäcke gesammelt, in diesem Jahr wird es wohl einer.“ Andererseits tauche die Pflanze nun in privaten Gärten häufiger auf. Wichtig für die Entsorgung seien Handschuhe und ein Müllbeutel, damit sich das Kraut nicht verbreite, sagt sie.

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