Seit 25 Jahren gibt es die Boulegruppe im FTSV Jahn Brinkum

Geburt eines Fohlens beim ersten Turnier an Himmelfahrt

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Gerd-Wilhelm Bode ist Mitbegründer und Vorsitzender der Boulegruppe im FTSV Jahn Brinkum.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Eigentlich ist Boule ein ungefährlicher Sport. Eigentlich. Denn Gerd-Wilhelm Bode „gelang“ es im vergangenen Jahr, eine Rippenprellung davonzutragen. Aus Unachtsamkeit stolperte er über das Seil, das als Spielfeldbegrenzung diente. „Und anstatt mich beim Fallen abzustützen, habe ich lieber die Kugel festgehalten“, berichtet er. So fiel er auf das Spielgerät, das den Rippen mit seinen 680 bis 800 Gramm schon ordentlich zusetzen kann. Es war aber das einzige Unglück in den zurückliegenden 25 Jahren, an das sich Bode erinnert.

Exakt am Himmelfahrtstag des Jahres 1991 haben sich die Brinkumer Boulespieler zum ersten Mal offiziell zu einem Turnier getroffen. Es ging mit der Geburt eines Fohlens einher. „Wir haben auf dem Hof meines Bruders gespielt, der Pferde hatte“, sagt Bode. Mit ihm, seiner Frau und den beiden Kindern gehörten noch die Familien Höhl und Schult am 31. Mai 1991 zu den Gründern der Boulesparte im FTSV Jahn Brinkum. Besser: zu den Gründern der allgemeinen Spiel- und Sportabteilung (ASUS). Denn unter diesem Dach sollten auch andere exotische Sportarten ein Zuhause im Jahn finden. Doch die kamen und gingen, nur Boule ist seit einem Vierteljahrhundert eine feste Größe in der ASUS, deren Vorsitzender Bode von Beginn an war. Mehr als 20 Mitglieder gehören der Boulefraktion heute an.

Schnell fand die Gruppe ein Zuhause neben der Sporthalle an der Jahnstraße. „Erst haben wir auf dem Tennisplatz gespielt, dann kamen andere Bereiche dazu“, erzählt Bode. Seit dem Umzug der Tenniscracks zum Brunnenweg kann die Boulegruppe das komplette Grundstück alleine nutzen. Damit ist Boule auf 16 Feldern möglich, bei der von den Brinkumern bevorzugten Doublette-Variante (zwei gegen zwei) können 64 Spieler gleichzeitig ihrem Hobby frönen.

Auf dem Platz gehen drei große Turniere im Jahr über die Bühne: an Himmelfahrt, zum Freimarkt und wenn die Weser-Ems-Tour in Brinkum Station macht. Dann erwarten die Gastgeber immer befreundete Gruppen, etwa aus Jever, Wilhelmshaven, Wildeshausen und Bremen.

Zusätzlich kann jeder sonntags zwischen 14.30 und 17 Uhr zur Jahnstraße kommen und mitmachen. Etwas sportlicher geht es seit einem Jahr mittwochabends ab 18 Uhr zu, und zwar dank eines Flutlichtmastes ganzjährig. „Dann zahlt jeder einen Einsatz, der komplett wieder ausgespielt wird“, sagt Bode.

Zu ihren Hochzeiten nahm die Truppe mit 30 Leuten an Pétanque-Turnieren, so heißt die Wettbewerbsform von Boule, in ganz Niedersachsen teil. „Manche sind noch heute an jedem Wochenende unterwegs, aber so verrückt bin ich nicht“, sagt Bode. Anfang August, wenn sich die Boulespieler in Travemünde zum größten europäischen Turnier außerhalb Frankreichs treffen, dürfte er aber wieder dabei sein.

Wer glaubt, es sei ein Leichtes, seine Kugeln näher am sechs bis zehn Meter entfernten „Schweinchen“, eine kleine Holzkugel, zu platzieren als das gegnerische Team, der irrt. „Es geht auch darum, eine gut liegende Kugel des Gegners wegzuschießen. Wer das schafft, und die eigene Kugel bleibt an derselben Stelle liegen – das ist eine hohe Kunst“, erklärt Bode.

Der Brinkumer ist während seiner Frankreich-Urlaube auf den Geschmack gekommen. Er schätzt die „Bewegung über Stunden an der frischen Luft. Außerdem ist es ein Sport für alle Altersklassen und gesellschaftlichen Schichten, ganz egal ob Mann oder Frau“. Boule sei auch ein fairer Sport, alle Spieler würden die Leistungen ihrer Gegner anerkennen. „Es geht nur ein bisschen in die Knochen, weil man sich ständig bücken muss“, sagt Bode. Ansonsten besteht aber keine Gefahr für die körperliche Unversehrtheit. Eigentlich.

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