Gastronomen bündeln Ressourcen

Delmenhorster Gasthaus Schierenbeck tritt Saalbetrieb an das Bremer Tor in Brinkum ab

Sabine Schierenbeck vom Gasthaus Schierenbeck (l.) sowie vom Bremer Tor Carolin Hermink und Sabine Gefken (r.) freuen sich über die Kooperation.
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Sie kooperieren jetzt: Sabine Schierenbeck vom Gasthaus Schierenbeck (l.) sowie vom Bremer Tor Carolin Hermink und Sabine Gefken (r.).

Eine Kooperation zwischen Brinkumern und Delmenhorstern: Das Bremer Tor übernimmt das Catering für das Gasthaus Schierenbeck.

Brinkum – Öffnet das Lieblingsrestaurant nach Corona wieder? Und wenn ja wie? Diese Fragen waren während des Lockdowns berechtigt – angesichts einer im März prognostizierten Pleitewelle, von der jeder fünfte Betrieb betroffen sein sollte. Das Gasthaus Schierenbeck im Delmenhorster Ortsteil Heidkrug hat wieder aufgemacht, doch nicht alles ist so wie früher.

Gasthaus Schierenbeck tritt Saal- und Veranstaltungsbetrieb ab

Das Traditionsunternehmen in vierter Generation hat seinen Saal- und Veranstaltungsbetrieb abgegeben. Es kooperiert nun mit dem von der Familie Gefken geführten Bremer Tor in Brinkum, dessen geschäftlicher Schwerpunkt schon seit Längerem auf dem Catering liegt.

Die Idee sei während des Lockdowns entstanden, berichtet Sabine Schierenbeck. Ein Saalbetrieb mit 150 Personen bei Hochzeiten, 300 Gästen auf Kohlfahrten und zu Silvester sowie 80 Leuten in der Partydiele – damit geht ein beträchtlicher personeller Bedarf einher. „Doch uns fehlen jetzt die Aushilfen“, stellt Schierenbeck fest. Den Aufwand, dieses Personal zu organisieren und das Geschäft in der bisherigen Größenordnung wieder ans Laufen zu bringen, wollten die Schierenbecks nicht mehr betreiben. „Wir hatten Veranstaltungen an jedem Wochenende, waren zum Teil auf 15 Aushilfen angewiesen. Jetzt führen wir nur noch das Restaurant mit 60 Gästen weiter, der Rest wird gecatert.“ So seien die Planungen vor Corona zwar nicht gewesen. Doch im Saal- und Veranstaltungsbetrieb bei null anzufangen, ist für die Familie keine Option mehr.

Bremer Tor mit jahrzehntelanger Erfahrung im Catering

Da kommt das Bremer Tor mit seinen jahrzehntelangen Erfahrungen im Catering ins Spiel. Die Familien Schierenbeck und Gefken kennen sich seit knapp 30 Jahren – aus „Wirtekreisen“, wie Schierenbeck berichtet. Das dürfte den Schritt in eine gemeinsame Zukunft erleichtert haben. Zudem haben die Delmenhorster gute Erfahrungen mit Kooperationen gemacht, nachdem sie schon ihren Biergarten an einen örtlichen Gastronomen abgetreten hatten.

Das Bremer Tor kann laut Carolin Hermink, Event- und Personalmanagerin sowie Frau von Juniorchef Jörn Gefken, aus einem ungleich größeren personellen Pool schöpfen: „Ein paar Aushilfen sind weg. Doch wir haben den Kontakt gehalten, und die Resonanz ist die, dass sie für Veranstaltungen dabei bleiben werden.“ Klar sei aber auch: „Wir müssen einen Zahn zulegen, um genügend Mitarbeiter zusammenzubekommen. Das ist noch mal ein ganzer Batzen mehr.“

Andererseits sei durch die Schließung des Hotelbetriebs ein ganzer Zweig weggefallen (wir berichteten) – und damit auch des Umsatzes, sagt Chefin Sabine Gefken. Obwohl das Hotel nur einen kleinen Teil ausgemacht habe. „Mit der Kooperation können wir das wunderbar kompensieren. Das ist ein super Saal bei den Schierenbecks.“

Die Gefkens sind nicht nur für das Catering zuständig, für das sie die vorhandene Küche nutzen können, sondern halten auch bei der Belegung des Saals die Fäden in der Hand. Equipment, Logistik, Personal: „Da haben wir im Laufe der Jahre Erfahrungen gesammelt“, sagt Sabine Gefken. „Für uns ist das jetzt eine Chance, mehr Gäste gewinnen zu können.“

Premiere der Kooperation zwischen Bremer Tor und Gasthaus Schierenbeck am 10. Juli

Am 10. Juli soll es mit der ersten großen Veranstaltung in Delmenhorst losgehen. Der Startschuss sei mit „Aufregung“ verbunden, sagt Hermink. „Können wir alles, was wir geplant haben, in die Tat umsetzen?“, fragt sie. „Die Besucher“, fügt Schierenbeck hinzu, „müssen erst mal sehen, dass das funktioniert. Dann wird es auch laufen.“

Sie habe zuletzt erlebt, dass Hochzeitspaare inzwischen zehn Betriebe abklappern, bevor sie sich für eine Feier entscheiden. Andererseits hätten viele Saalbetriebe geschlossen, stellen die drei Frauen fest, im vergangenen Jahr etwa Nobel in Moordeich und Scholvin Ortmann in Riede. Die verbliebene Gastronomie sei weit auseinandergezogen, dies eröffne neue Möglichkeiten. „Wir freuen uns jedenfalls, dass wir die Ressourcen bündeln und unseren Service in so tollen Räumen zeigen können“, sagt Sabine Gefken. „Wir sind mit unseren Räumen ja beschränkt. Etwas Besseres konnte uns nicht passieren.“

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