Nabu empfiehlt Nahrung bereitzustellen

Futtermangel macht Vögeln zu schaffen

Vögel, die derzeit in der Region verweilen, haben kein Problem mit der Kälte, sondern nur mit der Futtersuche. - Foto: dpa

Stuhr - Von Marc Lentvogt. Bitterkalte Nächte stellen die Menschen derzeit vor einige Herausforderungen. Auch Vögel hätten Probleme, erklärte die Deutsche Wildtier-Stiftung kürzlich. Leiden Menschen und Vögel aber unter denselben Problemen? Peter König, Hilmer Schumacher und Heiner Segelken vom Stuhrer Ortsverband des Naturschutzbunds (Nabu) geben Auskunft.

„Kälte ist nicht das Thema. Vögel, die hier sind, halten die Kälte aus“, stellt König, stellvertretender Vorsitzender, fest. „Die Vögel plustern sich derzeit schon sehr auf, aber windgeschützter Raum muss nicht zwingend geschaffen werden“, betont auch Heiner Segelken. Bei seinem Kollegen Hilmer Schumacher nutzen sie gern die dichteren Stellen im Efeu, „aber jetzt anzufangen, eine Plane irgendwo hinzulegen, ist zu spät“, so Segelken.

Problematisch ist die Kälte indirekt. Bei den niedrigen Temperaturen verlieren sie viel Gewicht, finden aber nicht ausreichend Nahrung, um den gestiegenen Bedarf zu decken. Standvögel wie Meise oder Sperling sind derzeit verstärkt in Gartennähe zu finden, da sie dort mehr Nahrung finden, als auf der freien Fläche. Und während ein Unterstand nicht innerhalb kürzester Zeit erstellt werden kann, „ist es nicht zu spät, das Füttern anzufangen“, so Peter König.

Abgeerntete Maisfelder sind derzeit bei „unseren Wintergästen aus Skandinavien oder auch Polen sehr beliebt“, erklärt er große Krähenschwärme. Dort sei ausreichend Nahrung vorhanden. Raubvögel hätten ohnehin keine Probleme. Die ersten Bussarde seien zurück. Da Mäuse keinen Winterschlaf halten, brauchen die Raubvögel sich keine Sorgen machen. Schleiereulen sind gar in der Lage Mäuse unter zentimeterdicken Schneedecken zu orten und zu jagen. Und der Star, der derzeit nicht ausreichend Futter findet, war bereits zurück in Deutschland, ist nun aber wieder in wärmere Regionen geflogen. „Sie ziehen schnell hin- und her, fliegen nicht weit, kommen bald zurück“, weiß König.

Storch braucht Unterstützung 

Etwas Unterstützung braucht hingegen der Storch. „Wir unterstützen die mit Futter, aber uns fehlt noch das Weibchen des Paares aus Blocken“, fasst Schumacher die derzeitige Situation besorgt zusammen. Möglicherweise muss der Blocker Storch sich eine neue Partnerin suchen.

Wer eine eigene Möglichkeit schaffen möchte, Vögel mit Futter zu unterstützen, müsse bei der Auswahl des Futters nicht zu viel Kraft aufwenden. „Mischfutter ist am besten“, erläutert König.

Wichtiger sei hingegen, wie die Tiere an das Futter kommen. Die Experten sprechen sich schon lange für Silos aus. Häuschen, die zu mehreren Seiten offen sind, haben den Nachteil, dass sie schnell verschmutzen. Außerdem sind sie anfällig für Nässe, was das Futter verderben lässt.

Muss sich also niemand um die Vögel im Stuhrer Raum sorgen? „Wenn der Bestand zurückgeht, dann ist nicht die Natur schuld, sondern der Mensch.“ Aber das sei ein anderes Thema“, so König.

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