Stipendiat Alexander Janz beschäftigt sich in Künstlerstätte mit einem Treppenabgang

Das Furunkel im Raum

Alexander Janz arbeitet bereits seit Mai in der Künstlerstätte Heiligenrode.

Alexander Janz arbeitet seit Mai als Stipendiat in der Künstlerstätte Stuhr Heiligenrode. In seinem Atelier probiert er Neues aus. Für eine Ausstellung in der Kunsthalle Nordhorn hat er sich mit dem Raum unter einem Treppenabgang befasst.

Von Ulf Buschmann

Heiligenrode – Als Modell sieht es etwas unscheinbar aus. Seine Wirkung dürfte es demnach erst entfalten, wenn das Original aufgebaut ist. Davon jedoch zeugt derzeit nur eine Tür, wie sie in jedem Baumarkt zu finden ist. Sie steht in der Ecke von einem der beiden Ateliers der Künstlerstätte Heiligenrode. Alexander Janz hat dieses Objekt erschaffen. Der 25-Jährige arbeitet seit Mai als Stipendiat gleich neben der Wassermühle.

Für den jungen Mann sind es ideale Bedingungen, die er an seinem derzeitigen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt vorfindet – ein riesiges Atelier und die Wohnung direkt nebenan. Dort, freut sich Alexander Janz, könne er recherchieren und Dinge ausprobieren. „Ich kann mich auf meine Arbeit einlassen“, sagt er. Wohin ihn die kommenden Wochen und Monate am Ende führen, kann er noch nicht sagen. Aber beunruhigen, nein, das tut es ihn nicht. Irgendwas werde schon geschehen, und Ideen ließen sich eben nicht wie auf Knopfdruck abrufen.

Dass Alexander Janz etwas auf dem guten alten Kasten hat, kann er gleich mehrfach belegen. Da ist einmal der Katalog zu einer Ausstellung mit unterschiedlichen Installationen. „Es ist eigentlich der Katalog meiner Diplomarbeit“, lässt er durchblicken. Doch den Wert seiner Arbeit mindert diese Aussage keinesfalls, im Gegenteil. Menschen, die nicht ganz so viel mit bildender Kunst zu tun haben, dürften durchaus fasziniert sein.

Und dann ist da Janz’ Objekt mit der Tür, erschaffen für eine Ausstellung in der Kunsthalle Norden. Die etwa 2,40 Meter hohe Installation holt auf ihre Art einen vergessenen Teil des Raumes aus der Versenkung: den unter einem Treppenabgang.

Dieser Raum habe etwas Mystisches, etwas Unheimliches. Zumindest gelte das für Kinder, findet der Künstler. Und doch sei dieser Teil unter einer Treppe genau „der Raum, der Kindern zugestanden wird“.

Allerdings: Dies ist nur ein Blickwinkel, den sich Janz gönnt. In seiner Betrachtung bezieht er sich ausdrücklich auf Stephen Craig, der mit einer ähnlichen Installation auf der Documenta vertreten war. Der Ire studierte ab 1981 am College of Arts der Universität Sydney. Im Jahr 1985 schrieb sich Craig an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg ein, wo er ein Jahr später ab 1986 als Assistent von Olaf Metzel in Aktion trat. Und von 1990 bis 1992 absolvierte Craig ein Masterstudium an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam. Dieser Umstand ist auch für Janz nicht unwichtig, denn Craig nahm die Linie von Mies van der Rohe wieder auf. Der im Jahr 1969 verstorbene Architekt gilt als einer der bedeutendsten Architekten der Moderne. Ihm, so gibt Janz seine Sicht auf die von ihm erschaffenen Bauten wieder, sei es wichtig gewesen, zweckmäßige Räume zu erschaffen. Ein Treppenaufgang wie der von Janz geschaffene wirke innerhalb eines Raumes eher „wie ein Furunkel“.

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