Pastoralamt weiterhin vakant

Für Geburtstagsjubilare: Besuchsdienst Seckenhausen besteht seit 25 Jahren

Seit 25 suchen sie den Kontakt zu Geburtstags- und Ehejubilaren gehobenen Alters: Die Ehrenamtlichen vom Besuchsdienst der Kirchengemeinde Seckenhausen koordinieren sich ohne zuständigen Pastor selbst. Symbolfoto: Daniel Reinhardt / dpa
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Seit 25 suchen sie den Kontakt zu Geburtstags- und Ehejubilaren gehobenen Alters: Die Ehrenamtlichen vom Besuchsdienst der Kirchengemeinde Seckenhausen koordinieren sich ohne zuständigen Pastor selbst. Symbolfoto: Daniel Reinhardt / dpa

Wer im gehobenen Alter in Seckenhausen ein Geburtstags- oder Ehe-Jubiläum feiert, kennt Anita Lammers und ihr Team aus Ehrenamtlichen sehr gut. Sie engagieren sich im Besuchsdienst der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, der vorbeischaut und gratuliert. Ein Service, den es seit mittlerweile 25 Jahren gibt, der allerdings, der vakanten Pastoralamtsposition wegen, unter besonderen Bedingungen angeboten wird.

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Seckenahausen – 25 Jahre ist es her, da entschlossen sich Ruth Taube, Renate Schwagereit und Christa Görning gemeinsam mit ihrem Pastor Dirk von Jutrczenka, Letzteren bei seinen Geburtstagsbesuchen ein wenig entlasten und an seiner statt einige zu Beglückwünschende besuchen. Seit „zehn, elf Jahren“ ist Anita Lammers Teil des mittlerweile auf sieben Ehrenamtliche angewachsenen Teams. Lammers übernimmt die Koordination, vierteljährlich treffen sie und ihr Team sich. Dann werden die Termine für die Besuchsdienste der 80-, 85- und über 90-jährigen Geburtstagskinder sowie Ehe-Jubiläen ab der Goldenen Hochzeit vergeben, in vielen Fällen allerdings ergibt sich das bereits von selbst: „Jeder geht dorthin, wo man eine Person vielleicht gut kennt“, erzählt Lammers. „Wer kontaktfreudig ist und viele Leute kennt, für den ist das genau das Richtige.“

Corona macht den Kontakt schwieriger

Früher wurden die Gratulanten häufig in die Wohnungen gebeten. Dann wurde ein Kaffee getrunken, gefrühstückt oder sich einfach unterhalten. „Das erwarten wir aber natürlich nicht“, hebt Lammers hervor. Seit Corona ist das alles allerdings nicht mehr so ohne Weiteres möglich. Jetzt werde, so Lammers, nur noch an der Haustür geklingelt, das Geschenk überreicht und nur kurz ein wenig miteinander gesprochen – keine angenehme Situation, vor allem für die Beglückwünschten. „Die Menschen vermissen den Kontakt und die Unterhaltung“, sagt Lammers. Und noch etwas werde derzeit schmerzlich vermisst in der Kirchengemeinde Seckenhausen: „Die Leute vermissen den Pastor.“

Pastoralamtsstelle seiteinem Jahr vakant

Denn seit mittlerweile einem Jahr, seit Pastorin Judith Matthes die Gemeinde in Richtung Celle verlassen hat, ist das Pastoralamt in Seckenhausen vakant. Detlef Korsen übernimmt seitdem die Vertretung, doch da Korsen nächstes Jahr in den Ruhestand geht, wird der Handlungsbedarf nicht kleiner. „Dann haben wir zwei vakante Stellen“, erklärt Patrick Bakker vom Kirchenvorstand, „spätestens dann müssen wir neu besetzen. Die Frage ist dann allerdings: Wie viel Stelle bleibt in Seckenhausen?“ Denn bereits in der Vergangenheit habe sich Seckenhausen Pastorenstellen mit Heiligenrode, Brinkum oder Briseck geteilt. Keine Optimallösung, wie Bakker bestätigt: „Es gibt natürlich den starken Wunsch, dass der Pastor auch im Ort wohnt. Aber ob das realistisch ist?“ Gerade junge Pastorinnen und Pastoren würde es eher in größere Gemeinden ziehen.

Besuchsdienst als „etwas Wichtiges und Schönes“

Die gute Nachricht: Man befinde sich am Ende einer Planungsphase für die Ausschreibung der Stelle, so Bakker. „Vielleicht haben wir Anfang nächsten Jahres dann schon Klarheit“, äußert er seine Hoffnungen auf eine möglichst schnelle Auflösung der Situation, denn: „Die Vakanz hinterlässt Spuren. Die Leute brauchen einen Pastor für die Identifikation, sie wollen stolz sagen: ,Das ist mein Pastor.’ Das fällt gerade alles weg. Von daher umso schöner, dass es so etwas wie den Besuchsdienst gibt.“

Laut Bakker sei der Dienst des Teams „etwas sehr Wichtiges und super Schönes. Das macht die Gemeinde aus“. Auch Anita Lammers, die mit ihrem Team derzeit sämtliche Besuchsdienste stemmt, hebt den Wert des Besuchsdienstes hervor: „Es ist wichtig, dass ältere Menschen Kontakt haben“, sagt sie, „da sie oftmals nicht mehr so häufig Besuch von der Familie bekommen.“ Daher werde der Dienst auch gut angenommen, viele Beglückwünschte erwarten Lammers und ihr Team bereits und bewahren die kleinen Heftchen mit Versen und Liedern drin, die der Besuchsdienst als Geschenke mitbringt, sorgfältig Jahr für Jahr auf. Und auch in Corona-Zeiten habe sie, im Rahmen der Möglichkeiten, durchaus „auch mal ein kleines Likörchen“ mit den Geburtstagskindern getrunken, so Lammers, die vor Begeisterung sprüht: „Ehrenamtliche Arbeit macht mir so viel Freude!“

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