Leiterin des Familien- und Kinderservicebüros

Aljona Kabasch fühlt sich „superwohl“ im Stuhrer Rathaus

Frau mit Broschüren und Badetuch
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Auf ein Jahr mit wenigen persönlichen Kontakten blickt Aljona Kabasch, Leiterin des Familien- und Kinderservicebüros in Stuhr, zurück. Archivfoto: Katharina Schmidt

Aljona Kabasch fühlt sich nach eigener Auskunft „superwohl“ im Stuhrer Rathaus. Seit rund einem Jahr ist sie Leiterin des Familien- und Kinderservicebüros, hat in dieser Funktion also ausschließlich während der Pandemie gearbeitet. Sie wünsche sich, es wäre anders, spricht aber von einer „Momentaufnahme“.

Stuhr – Seit gut einem Jahr ist Aljona Kabasch die neue Leiterin des Familien- und Kinderservicebüros im Stuhrer Rathaus. Auch wenn sie ihren Job außerhalb von Corona noch gar nicht kennengelernt hat und der Einstieg recht holprig verlief, zieht sie eine positive Zwischenbilanz: „Ich fühle mich superwohl und möchte überhaupt nicht mehr weg.“

Eigentlich sollte sich Aljona Kabasch in Ruhe einarbeiten, nachdem sich ihre Vorgängerin Ingrid Kavanagh Mitte März in die Altersteilzeit verabschiedet hatte. Ihr offizieller Dienstantritt war für den 1. Mai vorgesehen. Doch daraus wurde nichts. Corona bedeutete den vorgezogenen Sprung ins kalte Wasser. Zu groß war der pandemiebedingte Beratungsbedarf bei Eltern und Tagespflegekräften.

Die Kindertagespflege, die vor allem für Familien mit Sprösslingen unter drei Jahren eine Alternative zur Betreuung in einer kommunalen Krippe darstellt, ist die Hauptaufgabe von Aljona Kabasch. Eltern sollen die Möglichkeit haben, durch flexible Betreuungszeiten Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren. Seit Mai 2007 ist das Büro für die Vermittlung von Tagespflegepersonen zuständig, seit Ausbruch der Pandemie in der Regel ohne die Besuche von Eltern im Rathaus.

Vorschriften und Beschränkungen für Tagespflegepersonen

„Vieles, was sonst im persönlichen Austausch stattgefunden hätte, läuft jetzt telefonisch. Ich verbringe viel Zeit am Telefon“, sagt Aljona Kabasch. Und das bei einem gestiegenen Beratungsbedarf – auch und gerade bei den Tagespflegepersonen. Der Rahmenhygieneplan und die damit einhergehenden Vorschriften und Beschränkungen hätten viele Fragen aufgeworfen, auch in Sachen finanzielle Unterstützung. Generell müssten die Tagespflegekräfte Schutzmasken, Handschuhe und Desinfektionsmittel aus ihrer Sachkostenpauschale bezahlen, sagt Aljona Kabasch. Doch kürzlich habe die Gemeinde für die 23 Frauen – der einzige Mann ist Vertretungskraft – einmalig ein Schutzpaket zusammengestellt. Für die freiwillige, wöchentlich zweimalige Testung gewähren ihnen Land und Landkreis eine Erstattung von bis zu sechs Euro pro Test.

Die Abrechnungen laufen ebenfalls bei Aljona Kabasch auf und sind ein Grund, weshalb sie im Schnitt zweimal pro Woche im Rathaus statt im Homeoffice arbeitet. Sie könne Abrechnungen und Bescheide dort besser ausdrucken, erklärt sie.

Nur allzu gerne hätte sie die Tagesmütter schon mal in deren Wohnung besucht. „Damit ich mir die Räume ansehen kann. Das ist wichtig, um die Plätze zu vermitteln“, begründet Aljona Kabasch. Doch bislang beschränkten sich die Hausbesuche darauf, Weihnachten „eine kleine Aufmerksamkeit“ vorbeizubringen. „Das ist alles draußen passiert. Drinnen war ich noch nirgendwo.“

Kitas „noch nicht komplett“ kennengelernt

Zu einem geringeren Anteil kümmert sich die Büroleiterin auch um die Stuhrer Kindertagesstätten, die sie nach eigener Auskunft ebenfalls „noch nicht komplett“ kennengelernt hat. Sie berät die Erziehungsberechtigten über die dortigen Betreuungsmöglichkeiten, ebenso über die Alternativen bei freien Trägern und in Spielkreisen. Während Corona drehten sich die Gespräche aber auch schon um steigende Infektionszahlen und einen Wechsel ins Szenario C, also in die Notbetreuung.

„Die Eltern haben große Angst, dass ihr Kind nicht in die Notbetreuung kommt. Sie könnten das nicht abdecken. Die Gruppen dürfen ja nur zu 50 Prozent ausgelastet sein“, weiß die 26-Jährige um die Sorgen der Mütter und Väter. Auch solche Unterhaltungen führt sie in der Regel am Telefon. „Die Eltern dürften ja nur nach Terminvergabe kommen.“

Zu den wenigen persönlichen Kontakten zählen die Übergaben von Willkommenspaketen mit Info-Material und Stuhrer Badetuch an die Familien mit Neugeborenen. „Das machen wir meist draußen. Bislang haben wir immer Glück gehabt mit dem Wetter“, sagt Aljona Kabasch. Selbst bei diesen für sich gesehen freudigen Ereignissen gehe es nicht ohne Corona: „Da bekomme ich mit, welchen Spagat Familien machen müssen; wie sie Homeoffice, Kinderbetreuung und Arbeiten im Haushalt unter einen Hut bringen müssen. Bei manchen kommt noch die Pflege von Angehörigen hinzu.“

Insgesamt sei die Zahl der persönlichen Übergaben um 50 Prozent zurückgegangen. „Die Eltern sind auch vorsichtiger geworden, was Kontakte angeht.“

Sie selbst habe in der Pandemie „gute Tage und solche, wo das Telefon in einer Tour klingelt, die persönlichen Kontakte eingeschränkt sind und ich an den Schreibtisch gefesselt bin“. Sie würde sich das anders wünschen – und ist sich sicher, dass es irgendwann so kommt. „Es ist eine Momentaufnahme“, sagt sie. Da sie unbedingt in der Gemeinde Stuhr arbeiten möchte, wird es für sie dort auch wieder andere Momentaufnahmen geben.

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